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Sonntag, 1. August 2010, 17:01

Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Da folgendes kaum in das Fußgängerthema gehört, fange ich hier ein neues Thema an.

Zitat

Original von Colaholiker
Diesen Punkt sehe ich etwas anders. So nervig die Warterei an Ampeln für mich als Fußgänger ist, darf man einige Punkte nicht übersehen. Wartende und wieder anfahrende Autos machen Lärm und produzieren mehr Dreck als Autos, die mit konstanter Geschwindigkeit vorbeifahren.


Das gilt nur bei statischer Sichtweise. Verkehr ist aber in höchster Weise dynamisch und es gibt nur zwei Konstanten. Das eine ist die Zeit, die man täglich im Verkehr verbringt. Diese liegt bei rund 60 Minuten. Das andere ist die Zahl der Wege pro Person und Tag. Diese liegen seit der Antike bei rund 3 Wegen am Tag.

Ein Auto fahre mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. Dabei braucht es 7,4 l/100 km. Der CO2 Ausstoß liegt dann bei 175 g CO2/km. Nun wird der Verkehr verflüssigt und das Auto fährt 40 km/h und hat einen Ausstoß von 153 g CO2/km (6,5 l/100km).
Scheinbar also eine Ersparnis von 12,57 %. ABER: Die Reisezeit bleibt gleich. Folglich wird weiter gefahren. Da 40 km/h doppelt so schnell sind, wie 20 km/h. Wird doppelt soviel gefahren. Der CO2-Ausstoß liegt folglich bei 2*153 g CO2. Sprich 74,86 % mehr Ausstoß, als vor der Optimierung.

Weitere Aufklärungen werden folgen. Zum Beispiel, warum ein neuer Verkehrsweg zu mehr Verkehr führt. Oder warum ein neuer Verkehrsweg für alle Nutzer längere Reisezeiten bedeuten kann. Oder warum es sinnvoll wäre Nebenstraßen stärker zu befahren.


Zitat

Original von Colaholiker
Außerdem sehe ich (die Meinung teilt vielleicht nicht jeder) noch ein anderes Argument: Wenn ich für ein Verkehrsmittel bezahle (egal ob privat oder öffentlich, haußtsache motorisierter Verkehr), dann erwarte ich, daß ich für diese Investition das Ziel deutlich schneller erreiche als mit der quasi kostenlosen (abzüglich Verschleiß an Schuhen, Socken und Deo) Fortbewegung zu Fuß.

Zahlst du für die rund 44.000 Tote die es in Deutschland jedes Jahr durch motorisierten Verkehr gibt? Wahrscheinlich nicht stärker, als Fußgänger und Radfahrer, welche diese Kosten durch ihre Krankenkassenbeiträge bezahlen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »LJL« (1. August 2010, 17:11)


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Sonntag, 1. August 2010, 18:28

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von LJL
Das gilt nur bei statischer Sichtweise. Verkehr ist aber in höchster Weise dynamisch und es gibt nur zwei Konstanten. Das eine ist die Zeit, die man täglich im Verkehr verbringt. Diese liegt bei rund 60 Minuten. Das andere ist die Zahl der Wege pro Person und Tag. Diese liegen seit der Antike bei rund 3 Wegen am Tag.

Ein Auto fahre mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. Dabei braucht es 7,4 l/100 km. Der CO2 Ausstoß liegt dann bei 175 g CO2/km. Nun wird der Verkehr verflüssigt und das Auto fährt 40 km/h und hat einen Ausstoß von 153 g CO2/km (6,5 l/100km).
Scheinbar also eine Ersparnis von 12,57 %. ABER: Die Reisezeit bleibt gleich. Folglich wird weiter gefahren. Da 40 km/h doppelt so schnell sind, wie 20 km/h. Wird doppelt soviel gefahren. Der CO2-Ausstoß liegt folglich bei 2*153 g CO2. Sprich 74,86 % mehr Ausstoß, als vor der Optimierung.


Interessante Rechnung - aber wieso wird automatisch weiter gefahren? Mein Weg zur Arbeit beträgt 26 km einfache Strecke. Wenn ich jetzt doppelt so schnell sein kann, weil alles flüssiger läuft, wird der Weg doch nicht automatisch weiter? Es bleiben doch 26 km? Okay, wenn eine minimal andere Verkehrsführung die schnellere wird, wird es vielleicht ein oder zwei Kilometer mehr, aber da verdoppelt sich doch nichts? Das liest sich für mich nach einer Milchmädchenrechnung.

Zitat

Zahlst du für die rund 44.000 Tote die es in Deutschland jedes Jahr durch motorisierten Verkehr gibt? Wahrscheinlich nicht stärker, als Fußgänger und Radfahrer, welche diese Kosten durch ihre Krankenkassenbeiträge bezahlen.


Sorry, wenn ich all die
- Raser
- Drängler
- Gleislatscher
- Kamikazeradfahrer
- Halbschrankenumgeher
- ...
sehe, finde ich es schon eine Frchheit, daß mein Krankenkassenbeitrag dafür herhalten muß. Ebenso für die Kosten, die aus den Folgen des Verhaltens oben genannter Gruppen entstehen. Drängler drängt jemanden von der Straße ab, dieser stirbt -> Kosten sollte auschließlich der Verursacher tragen, und sonst niemand.

Es ist nutnmal Tatsache, daß doch der Löwenanteil der Verkehrstoten unmittelbar oder mittelbar auf sehr konkretes Fehlverhalten zurückgeht. Warum sollte ich also das Fehlverhalten anderer Leute bezahlen? Seltsame Argumentation.
...auf eigenen Wunsch kein "FNF-VIP" mehr.

3

Sonntag, 1. August 2010, 18:55

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Colaholiker

Zitat

Original von LJL
Das gilt nur bei statischer Sichtweise. Verkehr ist aber in höchster Weise dynamisch und es gibt nur zwei Konstanten. Das eine ist die Zeit, die man täglich im Verkehr verbringt. Diese liegt bei rund 60 Minuten. Das andere ist die Zahl der Wege pro Person und Tag. Diese liegen seit der Antike bei rund 3 Wegen am Tag.

Ein Auto fahre mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h. Dabei braucht es 7,4 l/100 km. Der CO2 Ausstoß liegt dann bei 175 g CO2/km. Nun wird der Verkehr verflüssigt und das Auto fährt 40 km/h und hat einen Ausstoß von 153 g CO2/km (6,5 l/100km).
Scheinbar also eine Ersparnis von 12,57 %. ABER: Die Reisezeit bleibt gleich. Folglich wird weiter gefahren. Da 40 km/h doppelt so schnell sind, wie 20 km/h. Wird doppelt soviel gefahren. Der CO2-Ausstoß liegt folglich bei 2*153 g CO2. Sprich 74,86 % mehr Ausstoß, als vor der Optimierung.


Interessante Rechnung - aber wieso wird automatisch weiter gefahren? Mein Weg zur Arbeit beträgt 26 km einfache Strecke. Wenn ich jetzt doppelt so schnell sein kann, weil alles flüssiger läuft, wird der Weg doch nicht automatisch weiter? Es bleiben doch 26 km? Okay, wenn eine minimal andere Verkehrsführung die schnellere wird, wird es vielleicht ein oder zwei Kilometer mehr, aber da verdoppelt sich doch nichts? Das liest sich für mich nach einer Milchmädchenrechnung.




Verstehe ich auch nicht ganz. Ich fahre doch nicht weiter als ich muss, nur weil es doppelt so schnell geht ?(

Oder meinst du das aus raumplanerischer Sicht, um der Zersiedelung entgegenzuwirken und die Stadtplanung auf kurze Wege auszurichten?

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Sonntag, 1. August 2010, 19:09

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Germanium
Verstehe ich auch nicht ganz. Ich fahre doch nicht weiter als ich muss, nur weil es doppelt so schnell geht ?(

Oder meinst du das aus raumplanerischer Sicht, um der Zersiedelung entgegenzuwirken und die Stadtplanung auf kurze Wege auszurichten?


Eben. Mein Ziel ist es, selbst wnen es schneller ginge, die Kilometerzahl zu reduzieren - soll heißen, eine Arbeitsstätte näher am Wohnort finden. Mich k*tzt die Fahrerei, egal mit welchem Verkehrsmittel, sowas von an...
Die Kollegen, die jeden Tag über 100 km fahren (hin und zurück) werde ich nie verstehen.
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5

Sonntag, 1. August 2010, 19:57

Ich verstehe das Argument eher langfristig, und natürlich nicht auf jeden Einzelnen gemünzt. Die Masse der Leute nutzt schnellere Verkehrswege, um weiter entfernte Arbeitsplätze in Betracht zu ziehen und auch anzunehmen. Es geschieht nicht von heute auf morgen, aber im Laufe der Zeit. Ist eine Erfahrung. Ohne gute Verkehrsanbindung gäbe es die Schlafsiedlungen auf dem Land ja nicht. Der Hinweis auf die Antike heißt wohl, dass dieses menschliche Verhalten schon immer beobachtet werden kann, und deshalb wohl auch nicht verschwinden wird.
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Darkside

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6

Sonntag, 1. August 2010, 20:32

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

>Diese liegen seit der Antike bei rund 3 Wegen am Tag.

Naja....ich glaube nicht, daß die Zahl so passt. Die Struktur vor einigen hundert
Jahren sah so aus, daß nicht sonderlich viele Personen irgendwelche Wege
hatten. (Außer halt vom Wohnhaus in den Stall/Schuppen wo die Tiere/Arbeits-
geräte für die Bauerhofbewirtschaftung lagern....gleiches Gelände oft gleiches
Gebäude)

>aber wieso wird automatisch weiter gefahren?

Bei gleicher Reisezeit zum Arbeitsplatz vergrößert sich die Fläche, wo man zur
Wohnungssuche in Betracht zieht. (Und dank Absetzbarkeit via Steuer rechnet
sich das auch zu gut)
Droge Religion (Zu den tödlichen Risiken und Nebenwirkungen lesen
sie historische und gegenwärtige Berichte zB Savita Halappanawar)

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert
Gestern Tiananmen - Heute Tibet - Morgen Taiwan?

7

Sonntag, 1. August 2010, 20:37

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Darkside
Bei gleicher Reisezeit zum Arbeitsplatz vergrößert sich die Fläche, wo man zur
Wohnungssuche in Betracht zieht. (Und dank Absetzbarkeit via Steuer rechnet
sich das auch zu gut)


Ich suche mir meinen Wohnort nicht nach meinem Arbeitsplatz aus, sondern umgekehrt. Sonst müßte ich ja nach *schauder* Kelkheim ziehen...
...auf eigenen Wunsch kein "FNF-VIP" mehr.

Chrizzz95

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8

Sonntag, 1. August 2010, 20:56

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Colaholiker

Zitat

Original von Darkside
Bei gleicher Reisezeit zum Arbeitsplatz vergrößert sich die Fläche, wo man zur
Wohnungssuche in Betracht zieht. (Und dank Absetzbarkeit via Steuer rechnet
sich das auch zu gut)


Ich suche mir meinen Wohnort nicht nach meinem Arbeitsplatz aus, sondern umgekehrt. Sonst müßte ich ja nach *schauder* Kelkheim ziehen...


Glück gehabt, aber nicht alle können sich so glücklich schätzen und müssen zusehen, wo sie Arbeit finden. Leider hat sich seitens der Arbeitgeberschaft oft durchgesetzt, der Arbeitnehemer soll flexibel sein.

Aber zum Beispiel auch Beamte können in ihrem Einsatzort einfach versetzt werden und müssen dann, obwohl sie z.B. in Kassel gelebt und vielleicht sogar dort gearbeitet haben, nach Frankfurt versetzt werden und dorthin pendeln.
Möge der Saft mit Euch sein
Lord Helmchen lässt grüßen

9

Sonntag, 1. August 2010, 23:15

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Chrizzz95

Zitat

Original von Colaholiker

Zitat

Original von Darkside
Bei gleicher Reisezeit zum Arbeitsplatz vergrößert sich die Fläche, wo man zur
Wohnungssuche in Betracht zieht. (Und dank Absetzbarkeit via Steuer rechnet
sich das auch zu gut)


Ich suche mir meinen Wohnort nicht nach meinem Arbeitsplatz aus, sondern umgekehrt. Sonst müßte ich ja nach *schauder* Kelkheim ziehen...


Glück gehabt, aber nicht alle können sich so glücklich schätzen und müssen zusehen, wo sie Arbeit finden. Leider hat sich seitens der Arbeitgeberschaft oft durchgesetzt, der Arbeitnehemer soll flexibel sein.

Aber zum Beispiel auch Beamte können in ihrem Einsatzort einfach versetzt werden und müssen dann, obwohl sie z.B. in Kassel gelebt und vielleicht sogar dort gearbeitet haben, nach Frankfurt versetzt werden und dorthin pendeln.


Sowohl Beamte, als auch Angestellte, darf der Arbeitgeber nicht einfach nach Lust und Laune versetzen. Er muss zB das soziale Umfeld des Arbeitnehmers bei der Auswahl berücksichtigen (Rechtsprechung BAG).
Dh einen verheirateten Angestellten mit Kindern kann er nur in andere Betriebsstätten in zumutbarer Pendelentfernung versetzen (ich weiß nicht die genauen Streckenangaben, denke aber so ~50km).
Als unverheirateter junger Arbeitnehmer ohne Kinder muss man es sich allerdings gefallen lassen, auch mal von München nach Hamburg wechseln zu müssen. Aber warum nicht mal was neues erleben?

10

Montag, 2. August 2010, 00:07

Erzähl das mal einem Soldaten - der wird dich auslachen, weil der nämlich spätestens nach drei Jahren auch mit Familie versetzt wird.

Beamte können übrigens beliebig versetzt werden, wenn ihre Betriebsstätte geschlossen wird (kommt ja durchaus vor...). Ein Anspruch auf eine räumlich nahe Weiterverwendung besteht da nicht.

11

Montag, 2. August 2010, 08:49

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Darkside
Bei gleicher Reisezeit zum Arbeitsplatz vergrößert sich die Fläche, wo man zur
Wohnungssuche in Betracht zieht. (Und dank Absetzbarkeit via Steuer rechnet
sich das auch zu gut)


Stichwort "induzierter Verkehr". Gerade keine Zeit, Quellen rauszusuchen.

Chrizzz95

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Beruf: Angestellter

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12

Montag, 2. August 2010, 13:02

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Germanium
Sowohl Beamte, als auch Angestellte, darf der Arbeitgeber nicht einfach nach Lust und Laune versetzen. Er muss zB das soziale Umfeld des Arbeitnehmers bei der Auswahl berücksichtigen (Rechtsprechung BAG).
Dh einen verheirateten Angestellten mit Kindern kann er nur in andere Betriebsstätten in zumutbarer Pendelentfernung versetzen (ich weiß nicht die genauen Streckenangaben, denke aber so ~50km).
Als unverheirateter junger Arbeitnehmer ohne Kinder muss man es sich allerdings gefallen lassen, auch mal von München nach Hamburg wechseln zu müssen. Aber warum nicht mal was neues erleben?

Soviel halt zur Aussage, dass man sich seinen Arbeitsplatz nach dem Wohngebiet aussucht und nicht umgekehrt. Ist es wirklich für einen Arbeitnehmer so einfach zu sagen: "wenn Du, meine Firma, mich woanders einsetzen willst, dann kündige ich halt und such mir einen neuen Arbeitgeber ... in meiner Stadt"?
Möge der Saft mit Euch sein
Lord Helmchen lässt grüßen

13

Montag, 2. August 2010, 13:51

Zitat

Original von Colaholiker
Sorry, wenn ich all die
- Raser
- Drängler
- Gleislatscher
- Kamikazeradfahrer
- Halbschrankenumgeher
- ...
sehe, finde ich es schon eine Frchheit, daß mein Krankenkassenbeitrag dafür herhalten muß. Ebenso für die Kosten, die aus den Folgen des Verhaltens oben genannter Gruppen entstehen. Drängler drängt jemanden von der Straße ab, dieser stirbt -> Kosten sollte auschließlich der Verursacher tragen, und sonst niemand.

Es ist nutnmal Tatsache, daß doch der Löwenanteil der Verkehrstoten unmittelbar oder mittelbar auf sehr konkretes Fehlverhalten zurückgeht. Warum sollte ich also das Fehlverhalten anderer Leute bezahlen? Seltsame Argumentation.


Die 40.000 Tote, die der Autoverkehr durch seinen Lärm und Abgas der Gesellschaft zufügt sind nicht auf konkretes Fehlverhalten Einzelner zurückzuführen, sondern eher auf die Masse der Autofahrer. Die externen Kosten zu internen zum machen ist das Ziel. Allerdings ist der Weg dank ADAC (O-Ton: "Wir haben doch alle Straßen finanziert" [wobei selbst das kaum zutrifft]) dahin sehr schwer.

Zitat

Original von Darkside
>Diese liegen seit der Antike bei rund 3 Wegen am Tag.

Naja....ich glaube nicht, daß die Zahl so passt. Die Struktur vor einigen hundert
Jahren sah so aus, daß nicht sonderlich viele Personen irgendwelche Wege
hatten. (Außer halt vom Wohnhaus in den Stall/Schuppen wo die Tiere/Arbeits-
geräte für die Bauerhofbewirtschaftung lagern....gleiches Gelände oft gleiches
Gebäude)


Frage Historiker. Das einzige, was sich geändert hat ist die Geschwindigkeit und damit die Reiseweite.

Zitat

Original von Colaholiker

Zitat

Original von Darkside
Bei gleicher Reisezeit zum Arbeitsplatz vergrößert sich die Fläche, wo man zur
Wohnungssuche in Betracht zieht. (Und dank Absetzbarkeit via Steuer rechnet
sich das auch zu gut)


Ich suche mir meinen Wohnort nicht nach meinem Arbeitsplatz aus, sondern umgekehrt. Sonst müßte ich ja nach *schauder* Kelkheim ziehen...


Ob du deinen Wohnort nach deinem Arbeitsplatz ausrichtest, oder deinen Arbeitsplatz nach deine Wohnort ist relativ egal. Wenn du für deine 26 km aber doppelt solange brauchen würdest, hättest du die Stelle kaum angenommen. Und wenn du in der selben Zeit deutlich weiter kommen würdest, hättest du auch andere Stellen in Betracht gezogen.

Zitat

Original von kato
Erzähl das mal einem Soldaten - der wird dich auslachen, weil der nämlich spätestens nach drei Jahren auch mit Familie versetzt wird.

Beamte können übrigens beliebig versetzt werden, wenn ihre Betriebsstätte geschlossen wird (kommt ja durchaus vor...). Ein Anspruch auf eine räumlich nahe Weiterverwendung besteht da nicht.

Naja, wenn möglich wird schon auf die Wünsche der Beamten eingegangen. Sprich wenn eine entsprechende Dienststelle frei ist, wird man dort auch eingesetzt. Wenn nicht, dann pP.

14

Montag, 2. August 2010, 17:43

Zitat

Original von LJL
Die 40.000 Tote, die der Autoverkehr durch seinen Lärm und Abgas der Gesellschaft zufügt sind nicht auf konkretes Fehlverhalten Einzelner zurückzuführen, sondern eher auf die Masse der Autofahrer.


Du kannst mir nicht weismachen, daß 40.000 Leute in Deutschland jedes Jahr an Lärm sterben. Lärm verursacht akut Streß und langfristig Hörschäden, aber er kann nicht töten. Sonst würde man im Krieg ja schon längst mit Lärmwaffen kämpfen, anstelle von Blei.

Zitat

Ob du deinen Wohnort nach deinem Arbeitsplatz ausrichtest, oder deinen Arbeitsplatz nach deine Wohnort ist relativ egal. Wenn du für deine 26 km aber doppelt solange brauchen würdest, hättest du die Stelle kaum angenommen.


Stimmt. "Maximal eine Stunde per ÖPNV" war eine Randbedingung. Okay, ich bin minimal drüber, was aber an meiner Faulheit liegt und die Variante mit nur einmal umsteigen 10 Minuten langsamer ist als mit zweimal.

Zitat

Und wenn du in der selben Zeit deutlich weiter kommen würdest, hättest du auch andere Stellen in Betracht gezogen.


Nein. 50 km Fahrtstrecke pro Tag waren ein anderes Maximum, das ich mir gesetzt habe. Wenn ich die kürzeste Verbindung rechne, bin ich sogar noch knapp drunter (24 km), aber die ist wirklich nur hypothetischer Natur.

Wie gesagt, die Pendelei kotzt mich jetzt schon gewaltig an, sowohl vom Zeit- als auch vom Streckenbedarf. Ich würde jede Verkürzung von Entfernung und Zeit gerne begrüßen, aber deswegen keinen Millimeter weiter fahren wollen.
...auf eigenen Wunsch kein "FNF-VIP" mehr.

15

Montag, 2. August 2010, 19:29

Was war denn der Grund für die Kilometerbeschränkung?

Lärm tötet schon, nur nicht in kriegsgerechtem Tempo. Der von Dir genannte Stress ist wohl der Hauptgrund. Dauerstress schlägt ja aufs Herz.
Four Candles

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Beiträge: 1 832

Wohnort: Königstein/Ts.

Beruf: Schüler einer Abschlussklasse

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16

Montag, 2. August 2010, 20:06

Kilometer zur Arbeit

Ich hatte mir damals bei der Suche für die Ausbildung eine Grenze von 50 km bzw. 2 Stunden gesetzt. Ich hatte mich im Endeffekt von Königstein aus gesehen, Bewerbungen nach Limburg, Frankfurt, Hanau, Wiesbaden, Mainz, Darmstadt, Biebesheim unter anderem geschickt. Zum Schluss hatte ich die Wahl zw. Mainz und Frankfurt, ich hatte Mainz gewählt wurde dann dort leider doch nicht genommen und bin dann doch nach Frankfurt zum Arbeiten gegangen.

Und pendele nun aktuell 35 km einfache Strecke. Was am Tag 70 km macht. In der Woche schon 350 km sind, im Monat schon ganze 1400 km, was im Jahr ca. 14000 km macht. Also ein Haufen batzen Kilometer. Jeden Tag einfache Strecke in Bus & Bahn knappe 60 Minuten unterwegs. Zur Berufsschule sogar 90 Minuten. Ich bin nach 6 Monaten schon soweit gegangen, und fahre jetzt 3x die Woche mit den Öffis zum Betrieb. Die restlichen 2 Tage fahre ich mit dem Auto zur Berufsschule (ca. 30 - 40 Fahrzeit, je nach persönlicher Auslegung der Geschwindigkeitsbegrenzungen), was mir schon ca. 60 Minuten Zeitersparnis pro Richtung einbringt.
35 Jahre ET420 in Rhein-Main und kein Ende in Sicht :)
Meine Linien
S4
917

Mit freundlichen Grüßen Klaus`s Signatur
- Oh, du mein geliebtes Ostpreussen -
Mein Blog =)

17

Montag, 2. August 2010, 20:37

Zitat

Original von Jörg L
Was war denn der Grund für die Kilometerbeschränkung?


Ganz einfach - wenn ich davon ausgehe, mit dem Auto zu fahren, habe ich einen bestimmten Verschleiß pro Arbeitstag. Das Auto hält nur eine begrenzte Anzahl von Kilometern, somit ergibt sich eine maximale Anzahl von Tagen, an denen ich mit dem Auto zur Arbeit fahren muß, bevor es veschlissen ist. (Klar, kann man nur schätzen, aber da schätzt man doch eher WorstCase.)
Im gleichen Zug heißt das, daß ich in diesen Tagen so viel Geld verdient haben muß, daß ich genug Geld für ein neues Auto auf die Seite legen kann. Und da kam eben bei meiner Rechnung diese Obergrenze von 50 km raus. (Die maximal eine Stunde mit dem langsamsten sinnvollen Verkehrsmittel ist glaube ich selbsterklärend, oder)

Zitat

Lärm tötet schon, nur nicht in kriegsgerechtem Tempo. Der von Dir genannte Stress ist wohl der Hauptgrund. Dauerstress schlägt ja aufs Herz.


Bei wievielen derer, die an "Lärmstreß" gestorben sind, kann man mit absoluter Sicherheit Dinge wie Rauchen, Saufen, ungesunde Ernährung, zu viel Sport, zu wenig Sport, Veranlagung, etc.. ausschließen?
...auf eigenen Wunsch kein "FNF-VIP" mehr.

18

Montag, 2. August 2010, 21:06

So verstehe ich die Kilometergrenze, danke für die Erklärung. :)

Lärm ist natürlich nur ein Faktor von vielen, die uns am Ende unter die Erde bringen. Mich würde auch interessieren, wie man das in eine konkrete Zahl von Toten umrechnet.
Four Candles

19

Montag, 2. August 2010, 21:49

RE: Grundsätzliche Irrtürmer von Laien im Verkehr.

Zitat

Original von Germanium
Sowohl Beamte, als auch Angestellte, darf der Arbeitgeber nicht einfach nach Lust und Laune versetzen. Er muss zB das soziale Umfeld des Arbeitnehmers bei der Auswahl berücksichtigen (Rechtsprechung BAG).

BAG und Beamte? Geht nicht, bei denen sind Verwaltungsgerichte zuständig, wenn es um das Dienstverhältnis geht.
Der Witz beim Beamten ist doch gerade dass er einen sicheren Arbeitsplatz hat, aber eben auch damit leben muss, relativ kurzfristig versetzt zu werden, bzw. andere Aufgaben zugeteilt zu bekommen (Ausnahme Richter, wenn man die zu Beamten zählen will; richterliche Unabhägnigkeit und so).

20

Montag, 2. August 2010, 22:05

Zitat

Original von Jörg L
Lärm ist natürlich nur ein Faktor von vielen


Getreu dem Motto "Alkohol und Nikotin rafft die halbe Menschheit hin - doch nach einem alten Brauch stirbt die andere Hälfte auch" zähle ich nur diejenigen, die unmittelbar durch Straßenverkehr zu Tode kommen wirklich zu Straßenverkehrstoten. Denn nur bei denen kann man es mit Bestimmtheit sagen.
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