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Donnerstag, 15. September 2016, 18:45

zip-drive, deine Berechnung mit den Zahlen aus dem Geschäftsbericht DB und Bewertung
dessen ist etwas sehr eigenwillig/eigenartig....
Gesunkener Umsatz hat doch andere Ursachen und kann nicht ins Verhältnis mit den
Personalkosten gesetzt werden.....
Der Grund des gesunkenen Umsatzes ist für die Betrachtung irrelevant. Wenn der Umsatz beispielsweise in einem Zeitraum um 10% sinkt, die Personalaufwendungen aber nur um 5% sinken, dann stellt das Personal einen höheren Kostenfaktor für das Unternehmen dar, selbst wenn unterm Strich die einzelnen Mitarbeiter weniger Gehalt bekämen als vorher.

Dieses "ins Verhältnis setzen" ist eine ganz normale Herangehensweise bei der Beurteilung der Rentabilität von Unternehmen. Da gibt es durchaus noch mehr übliche Kennzahlen. Es spielt noch nicht einmal eine Rolle, in welcher Branche das Unternehmen letztlich aktiv ist. Bei der BASF lässt sich das genauso ermitteln wie bei der Allianz. Gerade deshalb gibt es solche Zahlen im Geschäftsbericht, damit man Vergleiche anstellen kann.

Jeder Investor wird dies bei seiner Anlageentscheidung berücksichtigen.

Und jetzt bringt @zip-drive die GuV (am liebsten vielleicht noch derlei wie Bilanz, KER oder BWA?) ins Spiel, in denen keine Inflationsrate erfasst wird bzw. nicht erfasst werden muss, weil dies für eine betriebswirtschaftliche oder handelsrechtliche Auswertung über einen kurzfristigen Erfassungszeitraum von 30, 90 oder 365 Tagen selbstverständlich völlig irrelevant ist. Oder habe ich etwas versäumt und es gibt inzwischen Gewinn- und Verlustrechnungen, die über einen Zeitraum von 16 Jahren erstellt werden?
Die Inflation in einer Bilanz zu berücksichtigen ergibt keinen Sinn. Es wird schließlich das Betriebsergebnis veranschaulicht und nicht irgendwelche erhobenen Daten. Indirekt kann durchaus die Inflation Einfluss genommen haben: Wenn die Verbraucherpreise steigen und das Unternehmen in einer Verbraucher-affinen Branche tätig ist, kann es natürlich dadurch zu höheren Umsätzen kommen.
Wir reden hier also nicht über betriebswirtschaftliche, sondern über volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Da stellt sich nur noch die Frage wer hier etwas verwechselt?
Mit diesen Zahlen (am beispiel der DB AG) wollte ich lediglich die Zahlen dafür liefern, dass die Personalkosten bei den Unternehmen, die die Leistungen letztlich erbringen, gestiegen sind. Dies wurde nämlich erstens bezweifelt und zweitens mit absurden Zahlen (nur 5% für Personal usw.) behauptet.

Bei den anderen Unternehmen wird es letztlich nicht anders sein. Da DB Regio bundesweit in Erscheinung tritt, ist es schon repräsentativ.

Nicht zuletzt aufgrund der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge habe ich schon in #15 geschrieben, dass es sinnvoller wäre, lediglich die Ausgabenseite des ÖPNV zu betrachten. (Da die Einnahmen aufgrund politischer Einflüsse usw. schwanken können und nicht vergleichbar sind - "Äpfel mit Birnen" usw.) Extrembeispiel: Würde der RMV heute kostendeckend agieren wollen, wären die Ticketpreise massiv höher ohne dass es zu einer Änderung auf der Ausgabenseite käme - gleiche Leistung vorausgesetzt.

Wollte man das Ganze wirklich objektiv beschreiben, müsste man zum Vergleichen sogar noch die Steuern unberücksichtigt lassen, da hier durch staatliche Eingriffe ebenfalls eine ungleiche Grundlage geschaffen sein könnte. Nicht zuletzt deshalb gibt es in der Betriebswirtschaft Kennzahlen wie EAT, EBT, EBIT, EBITA, EBITD, EBITDA, EBITDAR usw.

Darkside

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22

Donnerstag, 15. September 2016, 19:03

Es werden hier aber gerade keine Investionon in die Inflationsrate gemacht..... :rolleyes:

Thema verfehlt?!

BTW: Es ist irrelevant wenn die Personalkosten relativ zum Umsatz gestiegen sind, diese aber in Wirklichkeit absolut
gesunken sind -> Man kann billiger anbieten (bzw hat dieses gemacht und hat deswegen weniger Umsatz....)
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23

Donnerstag, 15. September 2016, 19:19

BTW: Es ist irrelevant wenn die Personalkosten relativ zum Umsatz gestiegen sind, diese aber in Wirklichkeit absolut
gesunken sind -> Man kann billiger anbieten (bzw hat dieses gemacht und hat deswegen weniger Umsatz....)

Die Einschätzung, dass dies irrelevant sei, wird sicherlich jeder, der mit diesem Unternehmen Geld verdienen will, abstreiten. Bei den großen Banken (Deutsche Bank, Commerzbank) haben wir momentan beispielsweise dieselbe Situation. Meldungen über den geplanten Stellenabbau waren bereits zu lesen...
Im Falle der DB Regio sind vermutlich die verloren Ausschreibungen für den Umsatzrückgang verantwortlich, die eigenen Leistungen (beispielsweise Tickets außerhalb der Verkehrsverbünde) sind nach meinem Wissen nicht günstiger geworden.

24

Donnerstag, 15. September 2016, 19:54

Um noch mal zum Ausgangspunkt zurückzuführen: die Behauptung war, die Ticketpreise seien stärker gestiegen als die Kosten fürs Autofahren. Abgesehen davon, das man das eigentlich nicht vergleichen kann, sind die Personalkosten im ÖPNV wahrscheinlich nicht der ausschlaggebende Faktor für die Disproportion des Preisanstiegs. Wie schon dargelegt, sagen die Ticketpreise nichts über die Kosten des ÖPNV. Was bei den Kosten fürs Autofahren gänzlich fehlt, sind die Infrastrukturkosten, die aber in den ÖPNV-Kosten in Gestalt von Trassen- und Stationsgebühren erheblich zu Buche schlagen und wesentlich stärker gestiegen sein dürften als andere Kosten.

"Zwischen 2005 und 2010 stieg das durchschnittliche Trassenentgelt je Zugkilometer in Deutschland im Güterverkehr um 19 Prozent, im SPFV um 11 sowie im SPNV um 7 Prozent an. Die allgemeine Teuerungsratebetrug in diesem Zeitraum 8 Prozent, der Erzeugerpreisindex stieg um 10 Prozent sowie der Eisenbahninfrastruktur-Inputpreisindex um 7 Prozent." (Q: Wikipedia )

Ich meine deshalb, dass die Personalkosten nicht der entscheidende Kostenfaktor waren noch sind.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tunnelklick« (15. September 2016, 19:54) aus folgendem Grund: Formatierung


25

Sonntag, 18. September 2016, 14:20

BTW: Es ist irrelevant wenn die Personalkosten relativ zum Umsatz gestiegen sind, diese aber in Wirklichkeit absolut
gesunken sind -> Man kann billiger anbieten (bzw hat dieses gemacht und hat deswegen weniger Umsatz....)
Zurück zum ÖPNV: Arbeitskräfte (Buslenker) mit teuren Altverträgen werden zumindest sukzessive durch sparsam entlohnte solche ersetzt. Daß irgendwo die Fahrkartenpreise deswegen auf breiter Front gesenkt wurden und Fahrgeldumsätze deswegen sanken, ist mir für Hessen und Umgebung noch nicht zu Ohren gekommen. Es mag anders aussehen, wenn man Bestellerentgelte in die Umsätze einbezieht.