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1

Freitag, 30. September 2016, 20:27

2018: metronom fährt nicht mehr nach Cuxhaven.

Ab 2018 wird die Strecke HH-Cuxhaven nicht mehr vom metronom sondern der DB Regio bedient. Die Freude der Pendler hält sich in Grenzen, weil wieder ein Rückschritt in Punkto Service und Pünktlichkeit befürchtet wird. Das Kuriose: Die Strecken HH - HB und HH -Lüneburg werden weiterhin vom metronom bedient. Kann man nur hoffen, dass diese " Insel"der DB Regio nicht am Wagen und Fahrzeugmangel bei etwaigen Ausfällen scheitert... Allerdings könnte die DB Regio insgesamt auch über mehr rollendes Material oder stärkere Lokomotiven verfügen, damit zumindest in der HVZ entweder ein 30 min Takt oder längere Züge fahren könnten.

Quelle: nord24.de

MfG
der Musterschüler

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Musterschüler« (30. September 2016, 20:28)


Tatrafan

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2

Freitag, 30. September 2016, 22:13

Gnihihi. Der vielbeschrieene "Wettbewerb" ist wohl doch keine Einbahnstraße.

Ob Regio oder metronom besser oder schlechter ist, kann ich nicht sagen - hatte mit der metronom bzw. ihren Zügen nie näheren Kontakt außer Blickkontakt von draußen. Wird aber wohl einen Grund geben, daß es wieder "die böse alte Bundesbahn" bekommt...
Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

3

Freitag, 30. September 2016, 22:21

Ich bin schon öfter Metronom gefahren. Und ich finde die deutlich besser als die DB.
Irgendwo hatte ich auch mal vor Jahren (aber nach meiner häufigen Nutzung) gelesen, dass die Geschäftsführer sehr Kundenorientiert agiert hätten.
Die Spaßansagen mit dem Niedersächsischem Dialekt haben mir ebenso gefallen.

Ole

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4

Freitag, 30. September 2016, 23:28

Metronom aus der Anfangszeit ist aber nicht mehr mit dem aktuellen Unternehmen vergleichbar. Die Geschäftsführer wurden z. B. schon mehrmals ausgetauscht, darunter auch die Kundenorientierten. Bzg. Fahrzeuge wird sich nichts ändern, da die von der LNVG gestellt werden, wer die Wartung übernimmt steht dabei allerdings noch nicht fest.

5

Samstag, 1. Oktober 2016, 11:09

Hieß es nicht mal seitens der DB, dass die DB sich nicht an derartigen Ausschreibungen beteiligt, wo quasi nur das Fahrpersonal gestellt wird. Grund: Das Angebot der DB beruht auf dem Gesamtpaket Fahrzeuge, Wartung und Reinigung, Tf und Zugbegleiter usw.

Bahn24

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6

Samstag, 1. Oktober 2016, 14:08

Hieß es nicht mal seitens der DB, dass die DB sich nicht an derartigen Ausschreibungen beteiligt, wo quasi nur das Fahrpersonal gestellt wird. Grund: Das Angebot der DB beruht auf dem Gesamtpaket Fahrzeuge, Wartung und Reinigung, Tf und Zugbegleiter usw.
Das aktuelle Ziel der DB Regio ist es, 50% der Netze zurückzugewinnen, welche aktuell von Privaten bedient werden. Dabei geht das natürlich leichter bei solchen Netzen, wo die Fahrzeuge gestellt werden oder neu beschafft werden müssen. Bei Netzen, wo die aktuell verkehrende Privatbahn mit Gebrauchtfahrzeugen fährt, die DB jedoch mit neuen antreten muss, hat Regio kaum eine Chance.
Erstes ist hier jedoch der Fall. Deshalb verstehe ich den Artikel auch nicht, wonach die Pendler davon nicht begeistert wären, da die bewährten Fahrzeuge erhalten bleiben.

Edit zum Artikel: der schreibt "DB Regio mit Sitz in Frankfurt gewinnt die Ausschreibung". Fährt hier denn nicht DB Regio Nord mit Sitz in Hannover?
Ein Taktfahrplan für alle, alle für einen Taktfahrplan.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Bahn24« (1. Oktober 2016, 14:11)


7

Samstag, 1. Oktober 2016, 17:07

Die DB Regio AG hat ihren Sitz in Frankfurt; sie hat Tochtergesellschaften, u.a. DB Regio Schiene GmbH, deren Töchter die S-Bahn Hamburg GmbH, die S-Bahn Berlin GmbH und die DB Regionetz Verkehrs GmbH sind. Sie operiert in elf Regionen, deren eine die Region Nord ist, die aber m.W. nicht rechtlich selbständig agiert.

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8

Mittwoch, 5. Oktober 2016, 19:32

Im Stader Tageblatt gibt es heute ein wenig mehr Informationen:

Das solche Ausschreibungen völliger Blödsinn sind, und mich an dem Privatusierungssinn zweifeln lassen, zeigt der Umstand, dass die DB Regio AG erstmals Fahrzeuge aus dem Fahrzeugpool der LNVG mieten wird. Sie wird dazu von Metronom die für den täglichen Bahnverkehr auf der Strecke eingesetzten acht Diesellokomotiven und 38 Doppelstockwagen übernehmen. Wenn die Dinger dann nur noch umlackiert werden, wird der Witz perfekt...

Grundtenor ist, dass die DB Regio trotz höherer Lohnkosten den Metronom wohl nur unterbieten konnte, weil die Deutsche Bahn - ausgestattet mit Milliarden aus dem Bundeshaushalt - "mit Kampfpreisen" aggressiv in den Markt dränge, um sich wieder das Monopol zu sichern. Befürchtet wird, dass dies zu Lasten des Service und Personal geht, da ja bis zu 65 Mitarbeiter, Zugbegleiter und Lokomotivführer, die DB Regio AG im Zuge des Betriebsübergangs übernehmen müsste, unklar sei zu welchen Konditionen

Ob der etablierte Service Bestand hat, wird auch bezweifelt, immerhin sei der Metronom auf der Strecke - im Gegensatz zur DB früher - immer mit sauberen Zügen gefahren, und habe zudem das Alkoholverbot mit hohen Kosten durchgesetzt. Ebenso wurden unter anderem Leistungen wie zusätzliche Servicezeiten, in denen das Personal ansprechbar für Bahnkunden ist - auf dem Bahnsteig und im Servicebüro in Stade, etabliert.

MfG
der Musterschüler

9

Mittwoch, 5. Oktober 2016, 23:58

Zitat

Ebenso wurden unter anderem Leistungen wie zusätzliche Servicezeiten, in denen das Personal ansprechbar für Bahnkunden ist - auf dem Bahnsteig und im Servicebüro in Stade, etabliert.


Alkoholverbot ok. Aber glaubst du die anderen Dinge macht der Metronom aus purer Kundenliebe? Ich gehe davon aus, dass das eine Folge des Privatisierungsirrsinns ist, also in der Ausschreibung gefordert wurde.

Edith sagt, dass ich auch viel von dem Quatsch bei Ausschreibungen sehe. Zum Beispiel dass hier tatsächlich quasi nur Züge umlackiert werden. Oder dass mit Ausnahme von transdev vor allem Staatskonzerne oder regionale/kommunale Unternehmen konkurrieren. Wieso muss das Land Hessen (HLB) mit dem Bund (DB), der Stadt Hamburg (Benex), Frankreich (Keolis) und Italien (Netinera) konkurrieren? (fiktives Beispiel)

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »speedy96« (6. Oktober 2016, 00:10)


Bahn24

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10

Donnerstag, 6. Oktober 2016, 07:46

Ich hoffe, dass den Privaten nun auffällt, wie Wettbewerb im SPNV funktioniert. Jahrelang wurden von Metronom nur Strecken gewonnen.
Jetzt nach 10-15 Jahren, wo viele Strecke nun das zweite mal ausgeschrieben werden, sehen sie, dass man diese eben auch wieder verlieren kann. Es ist nicht selbstverständlich, dass man auch der zukünftige Betreiber bleibt, obwohl man gute Arbeit leistet.
Ich kann nur leider nicht das Geheule über die "so schlechten" Arbeitsbedingungen verstehen. Ich kenne zwar nicht genau die Tarifverträge der Metronom, jedoch wird ja keiner gezwungen zur DB zu wechseln. Man sollte mal die Arbeitsbedingungen (Schichtzulagen, volle Bezahlung bei Tätigkeitsunterbrechung, Gastfahrten, etc.) bei genau vergleichen und dann erneut darüber reden, wer hier die schlechten besitzt.
Ein Taktfahrplan für alle, alle für einen Taktfahrplan.

11

Donnerstag, 6. Oktober 2016, 09:58

Das solche Ausschreibungen völliger Blödsinn sind, und mich an dem Privatusierungssinn zweifeln lassen
Erklär doch bitte mal, warum das völliger Blödsinn sein soll. Wir haben seit der Regionalisierung des SPNV die Situation, dass die Aufgabenträger den Bedarf bestimmen und nicht mehr ein Verkehrsbetrieb das Angebot nach seinen mehr oder weniger beschränkten Möglichkeiten. Und zur Deckung des Bedarfs wird das wirtschaftlichste Angebot ermittelt. Wie soll es ermittelt werden, wenn nicht durch öffentliche Ausschreibung? Das bedeutet zunächst, dass die Aufgabenträger nicht von einem Anbieter abhängig sind. Der regionale Aufgabenträger hat naturgemäß einen völlig anderen Blick auf die Dinge wie Bedarf, Qualitätsstandards usw. als es das Verkehrsunternehmen aus seiner aufs Betriebswirtschaftliche beschränkten Sicht hat.

Die Aufgabenträger sind meistens Gebietskörperschaften oder Unternehmen im Eigentum der Gebietskörperschaften, sie sind demokratisch legitimiert und werden öffentlich kontrolliert. Die Struktur nach der Regionalisierung ist jedenfalls transparenter als sie es vorher je war. Und die Regionalisierung hat dem Streckensterben in den ländlichen Regionen Einhalt geboten und für Wiederbelebung und Aufschwung gesorgt; eigentlich kein Grund, die Regionalisierung grundsätzlich in Frage stellen. Ich möchte nicht behaupten, dass es nichts zu verbessern gäbe, aber aus meiner Sicht wäre die Rückkehr zur staatsbahnlichen Strukturen in jeder Hinsicht ein Rückschritt.

Und was die Vergabeverfahren angeht: ja, das ist eine enorm komplexe Rechtsmaterie, aber sie ist im Kern transparent und unterliegt bei Bedarf gerichtlicher Rechtskontrolle. Die Vergabe an den wirtschaftlichsten Anbieter heißt nicht an den billigsten.

Zitat

"(1) Der Zuschlag wird nach Maßgabe des § 127 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt.
(2) Die Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots erfolgt auf der Grundlage des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Neben dem Preis oder den Kosten können auch qualitative, umweltbezogene oder soziale Zuschlagskriterien berücksichtigt werden, insbesondere:
1. die Qualität, einschließlich des technischen Werts, Ästhetik, Zweckmäßigkeit, Zugänglichkeit der Leistung insbesondere für Menschen mit Behinderungen, ihrer Übereinstimmung mit Anforderungen des „Designs für Alle“, soziale, umweltbezogene und innovative Eigenschaften sowie Vertriebs- und Handelsbedingungen,
2. die Organisation, Qualifikation und Erfahrung des mit der Ausführung des Auftrags betrauten Personals, wenn die Qualität des eingesetzten Personals erheblichen Einfluss auf das Niveau der Auftragsausführung haben kann, oder
3. die Verfügbarkeit von Kundendienst und technischer Hilfe sowie Lieferbedingungen wie Liefertermin, Lieferverfahren sowie Liefer- oder Ausführungsfristen.
Der Auftraggeber kann auch Festpreise oder Festkosten vorgeben, sodass das wirtschaftlichste Angebot ausschließlich nach qualitativen, umweltbezogenen oder sozialen Zuschlagskriterien nach Satz 1 bestimmt wird.
(3) Der Auftraggeber gibt in der Auftragsbekanntmachung oder den Vergabeunterlagen an, wie er die einzelnen Zuschlagskriterien gewichtet,um das wirtschaftlichste Angebot zu ermitteln. Diese Gewichtung kann auch mittels einer Spanne angegeben werden, deren Bandbreite angemessen sein muss. Ist die Gewichtung aus objektiven Gründen nicht möglich, so gibt der Auftraggeber die Zuschlagskriterien in absteigender Rangfolge an. ..."
(§ 52 Sektorenverordnung)

Das ermöglicht den Aufgabenträgern eine hohe Flexibilität, weil die Zuschlagskriterien je nach Bedarf unterschiedlich gewichtet werden können. Ein Aufgabenträger, der Strecken in dichtbesiedelten Gebieten ausschreibt, kann Umweltgesichtspunkte, wie Lärm oder Emissionen stärker gewichten, als ein anderer Aufgabenträger, dem es mehr auf Fahrplanstabilität oder vor allem auf den Preis ankommt; heißt, was im nördlichen Niedersachsen richtig ist, muss für die S-Bahn Nürnberg oder den Regionalverkehr im Vogelsberg nicht stimmen.

Auch vor diesem Hintergrund kann ich an der "Ausschreiberei" nichts grundsätzlich schlecht finden; es ist halt anders als früher.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tunnelklick« (6. Oktober 2016, 10:00)


LicherFan

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12

Freitag, 7. Oktober 2016, 00:24

Gerade, dass die Fahrzeuge dem Auftraggeber gehört ist ja praktisch. So hat natürlich keiner einen Vor-/Nachteil.
Ausschreibungen von Busverkehren in Hessen: die Übersicht auf Busse-in-Hessen.de