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Freitag, 11. November 2016, 09:16

Massive Einschränkungen des regionalen Bahnverkehrs zwischen Hamburg und Sylt

Während die Nord-Ostsee-Bahn im vergangenen Sommer negative Schlagzeilen mit Problemen bei den Dieselloks der Baureihe 245 machte, kommt es seit heute morgen zu massiven Einschränkungen im Zugverkehr, weil es Probleme mit den Kupplungen bei den Married-Pair-Garnituren gibt.

Zitat

Massive Einschränkungen des regionalen Bahnverkehrs zwischen Hamburg und Sylt – Technische Sicherheitsmaßnahme bedingt Notverkehr mit teilweisem Schienenersatzverkehr (SEV)

Ab Freitag, den 11.November von Betriebsbeginn an kommt es zu starken Einschränkungen des regionalen Bahnverkehrs auf der Strecke von Hamburg-Altona nach Westerland (Sylt) bei Hin-und Rückfahrt. Die Züge des Betreibers Nord-Ostsee-Bahn (NOB) werden auf der Marschbahn vorübergehend nur noch zwischen Niebüll und Westerland (Sylt) pendeln.

Grund dafür ist eine technische Vorsichtsmaßnahme, die insgesamt 90 Niederflur-Reisezugwagen betrifft und voraussichtlich mehrere Wochen dauern wird. An einer Zuggarnitur wurden an einigen Kupplungen, mit denen die Marschbahn-Reisezugwagen untereinander verbunden sind, technische Mängel festgestellt. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Mangel auch an den Bauteilen weiterer Zuggarnituren vorhanden ist. Deshalb kann einem weiteren Einsatz der Fahrzeuge nicht ohne vorherige Prüfung zugestimmt werden.

Ein schienengebundener Notverkehr mit Pendelbetrieben zwischen Niebüll und Westerland ist eingerichtet. Darüber hinaus wird ein Schienenersatzverkehr zwischen Niebüll und Itzehoe durch Busse kurzfristig eingerichtet, um möglichst vielen Fahrgästen Fahrtmöglichkeiten auf der Marschbahn anbieten zu können.

„Wir bedauern sehr, dass es leider für zahlreiche Fahrgäste in den nächsten Wochen zu Unannehmlichkeiten kommen wird und möchten uns dafür ausdrücklich entschuldigen“, erläutert Martina Sandow, Geschäftsführerin der Nord-Ostsee-Bahn GmbH. „Uns ist diese Entscheidung nicht leicht gefallen. Da die Sicherheit im Bahnverkehr für uns oberste Priorität hat, war die umgehende Einleitung dieser Vorsichtsmaßnahme aber alternativlos. Sobald die betroffenen Teile vollständig untersucht und von Experten für einsatzfähig erachtet beziehungsweise ausgetauscht worden sind, werden die Marschbahn-Reisezugwagen nach und nach wieder in den Regelbetrieb gehen. In der Zwischenzeit bitten wir alle betroffenen Fahrgäste um Geduld und Verständnis. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um so schnell wie möglich die Marschbahn-Reisezugwagen wieder fahrtüchtig zu machen oder von anderen Unternehmen vorübergehend Ersatzfahrzeuge zu bekommen“.

Es ist mit erheblichen Verzögerungen und nicht ausreichenden Kapazitäten zu rechnen. Fahrgäste mögen bitte prüfen, ob sie auf alternative Verkehrsmittel umsteigen oder die Fahrt verschieben können.

Das Notkonzept sieht folgendermaßen aus:

Abschnitt Niebüll-Westerland und zurück: Pendelbetrieb mit Diesel-Triebwagen und einem lokbespannten Wagenzug

Abschnitt Niebüll-Itzehoe und zurück: Schienenersatzverkehr mit Bussen, aktuelle Prüfung ob zusätzlich schienengebundener Pendelverkehr realisiert werden kann

Abschnitt Itzehoe-Hamburg: Hier können Fahrgäste die mit zusätzlichen Kapazitäten verstärkten Züge der Nordbahn nutzen.

Fahrgäste informieren sich bitte vor Fahrtantritt über den aktuellsten Stand des Notkonzepts unter www.nob.de oder beim Kundenservice der NOB unter der Rufnummer 01807/662 662 (Die ersten 30 Sekunden sind kostenfrei. Festnetz danach 14 Ct./Min., Handy: Max. 42 Ct./Min.).
Quelle: Presseinformation NOB

Soweit schon bekannt, konnte ich über DSO und die NOB-Internetseite folgende Einsätze von Ersatzzügen bzw. Ersatzmaßnahmen recherchieren:
  • Westerland - Niebüll: Pendelverkehr mit Dieseltriebwagen (Lint von RB62 Itzehohe - Heide) sowie einer Wendezug-Garnitur (Ersatzzug NOB 245 + 3 Rotlinge)
  • Niebüll - Huseum - Itzehohe: Ersatzzüge mit DB SyltShuttle plus (BR 628) sowie SEV mit Bussen und Taxen
  • Itzehohe - Hamburg-Altona: Kapazitätserweiterung bei den Zügen der Nordbahn
Gruß Tommy

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Freitag, 11. November 2016, 09:59

Als Alternative bietet sich doch an, die Strecke Hamburg - Flensburg zu nutzen und den Bus- und Zugverkehr dorthin zu verstärken und Fernfahrkarten auch in den Busslinien anzuerkennen. Als da wären die Bahnlinien

Heide - Neumünster und
Husum - Schleswig - Rendsburg - Kiel und
die Buslinie Niebüll - Flensburg (ehemalige Bahnlinie!).

Jedenfalls besser, als über mehrerer Stunden Langstrecke von 150 (Husum) - 200 km (Niebüll) von Hamburg mit Bussen zu fahren.

Außerdem gibt es doch noch die normalen DB Intercity zwuschen Hamburg und Sylt :thumbsup:

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Freitag, 11. November 2016, 10:29

Außerdem gibt es doch noch die normalen DB Intercity zwuschen Hamburg und Sylt :thumbsup:
Die fahren derzeit nicht zwischen Hamburg und Westerland wegen Bauarbeiten zwischen Husum und Niebüll sowie in Westerland.
Gruß Tommy

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Freitag, 11. November 2016, 16:24

Das sind diese speziellen Married-Pair-Wagen die da fahren und auch schon als HKX im Einsatz waren (allerdings nicht bis nach Frankfurt). Sind irgendwie schon spezielle Wagen die es so ja nicht noch einmal in Deutschland gibt.

Handelt sich wohl um Spezial-Kurzkupplungen (erinnert mich ein bißchen an die Kurzkupplung des ET 420) und von denen ist wohl eine gerissen.


Die erwähnten Rotlinge, die jetzt als Ersatz fahren, sind wohl die aus einem ex-ÖBB-4010-Triebwagen umgebauten Wagen. Über die hatten wir seinerzeit auch hier im Forum geschrieben.
Viele Grüße, vöv2000

K-Wagen

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5

Freitag, 11. November 2016, 20:34

vöv2000:

Zitat

Das sind diese speziellen Married-Pair-Wagen die da fahren und auch schon als HKX im Einsatz waren.....


Hab auch danach gegoogelt,- bin aber nicht wirklich auf "einen grünen Zweig" gestoßen, der mir die Eigenart der Kupplung verrät.
Nach meinem Verständnis wird hier versucht einen Lok bespannten Triebwagenzug ohne "Trieb" zu simulieren.
Hier funktionieren aber nur Wagenreihungen.

Möge es hier OT werden ggf. einen eigenen Thread zu "Married-Pair Wagen" eröffnen?
http://www.ginnheimer-kurve.de

Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

6

Samstag, 12. November 2016, 11:33


Hab auch danach gegoogelt,- bin aber nicht wirklich auf "einen grünen Zweig" gestoßen, der mir die Eigenart der Kupplung verrät.


In dem DSO-Thread, den @Tommy im ersten Beitrag verlinkt hat, war zumindest ein Bild von der Mittelkupplung (war aber glaube ich erst auf Seite 2 oder 3).
Viele Grüße, vöv2000

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Samstag, 12. November 2016, 12:07

Das sind diese speziellen Married-Pair-Wagen die da fahren und auch schon als HKX im Einsatz waren (allerdings nicht bis nach Frankfurt). Sind irgendwie schon spezielle Wagen die es so ja nicht noch einmal in Deutschland gibt.
Sagen wir es mal so, es sind die einzigen einstöckigen Neubauwagen für den Personenverkehr. Mehr darüber bei Wikipedia unter Nord-Ostsee-Bahn.

Zitat

Die erwähnten Rotlinge, die jetzt als Ersatz fahren, sind wohl die aus einem ex-ÖBB-4010-Triebwagen umgebauten Wagen. Über die hatten wir seinerzeit auch hier im Forum geschrieben.
Nein, bei den erwähnten Rotlingen handelt es sich um stinknormale n-Wagen, die schon seit längerem als Ersatzzug von der DB gemietet sind, da die eigene Ersatzwagen der NOB, ehemalige Interconnex-Wagen, zum letzten Fahrplanwechsel innerhalb des Transdev-Konzerns an die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) abgegeben wurden. Auf DSO ein gibt es ein paar Bilder von den Pendel- bzw. einem Ersatzzug zwischen Niebüll und Westerland.
Was du mit dem ÖBB-4010-Triebwagen hier willst, weiß nicht? Der gehört RDC und war mal für den HKX gedacht.

Zitat

Zitat von »K-Wagen«
Hab auch danach gegoogelt,- bin aber nicht wirklich auf "einen grünen Zweig" gestoßen, der mir die Eigenart der Kupplung verrät.

In dem DSO-Thread, den @Tommy im ersten Beitrag verlinkt hat, war zumindest ein Bild von der Mittelkupplung (war aber glaube ich erst auf Seite 2 oder 3).
Direkter Link zum DSO-Beitrag.
Gruß Tommy

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8

Samstag, 12. November 2016, 14:43

Danke für den Hinweis auf das Foto. Demnach sind immer zwei Wagen mit dieser Kupplung fest verbunden, ähnlich unseren U5-50 Wagen.
Nur, dass diese Kupplung nicht nach einer Schaku Kupplung aussieht die sich einfach trennen lässt.
Was aber ist der Vorteil, wenn ich noch einen Versorgungmittelwagen und einen speziellen Anschlußwagen benötige um sie mit anderen Wagen kuppeln zu können?
Was hat es mit dem Versorgungsmittelwagen auf sich?
Sehr flexibel scheint mir dieses System nicht zu sein.
http://www.ginnheimer-kurve.de

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Samstag, 12. November 2016, 15:34

Ein Dank auch von mir, denn nun hatte ich auch die Lust auf die Link's :)

Interessant dabei ist der Zug auf dem letzten Bild von dem Beitrag
NOB Ersatzzüge Niebüll - Westerland 11.11.2016 (m5B)
geschrieben von: Detlef Schikorr
Datum: Gestern, 19:15:18
auf http://www.drehscheibe-online.de/foren/r…646#msg-7992646

Das sieht so aus, als ob DB Regio auch ehemalige D-Zug-Wagen in den Nahverkehr eingebracht hätte. Bisher kenne ich ehemalige Fernverkehrswagen im roten DB-Regio-Kleid nur vom München-Nürnberg-Express.


Was aber ist der Vorteil, wenn ich noch einen Versorgungmittelwagen und einen speziellen Anschlußwagen benötige um sie mit anderen Wagen kuppeln zu können?
Was hat es mit dem Versorgungsmittelwagen auf sich?
Sehr flexibel scheint mir dieses System nicht zu sein.

So, wie ich den WIKI-Artikel verstanden habe, ist das mit Doppeltriebwagen oder Viertelzügen (S-Bahn Berlin) vergleichbar. Mit diesem "flexiblen" System kann man kürzere und längere Züge bilden und hat dabei immer das Wichtigste dabei. Im Prinzip geht es ja nur darum mit einem "einfachen" Kniff aus einem 4-Wagenzug einen 6-Wagenzug zu machen (und umgekehrt) und hat dabei immer die gewünschte Ausstattung.

10

Samstag, 12. November 2016, 17:01

So, wie ich den WIKI-Artikel verstanden habe, ist das mit Doppeltriebwagen oder Viertelzügen (S-Bahn Berlin) vergleichbar. Mit diesem "flexiblen" System kann man kürzere und längere Züge bilden und hat dabei immer das Wichtigste dabei. Im Prinzip geht es ja nur darum mit einem "einfachen" Kniff aus einem 4-Wagenzug einen 6-Wagenzug zu machen (und umgekehrt) und hat dabei immer die gewünschte Ausstattung.

Ich verstehe das so, das alle benötigten technischen Einrichtungen (also"das Wichtigste")
nicht pro Wagen vorhanden sind, sondern auf zwei Wagen verteilt. Also eher
reine Sparmaßnahme. Das ganze ließe sich auch mit Einzelwagen realisieren.
Untereinader haben die Wagen wohl die gleichen
Kupplungen, bis auf eben die "Enden" mit den herkömmlichen
Kupplungsmöglichkeiten. Betrieblich sehe ich da nicht unbedingt
Vorteile, eher Nachteile. Falls ein gravierender Defekt in einem
Mittelwagen auftritt, muß mindestens das Päarchen herausgenommen
werden, unter Umständen ist der komplette Zug außer gefecht.