Sie sind nicht angemeldet.

41

Freitag, 2. Juni 2017, 16:27

Wo alles im Stau steht, ist eine massive Zunahme der betroffenen Verkehrsart physikalisch ausgeschlossen? Der MIV bricht doch nicht deshalb allmorgendlich zusammen, weil man selber lenken muss. Sondern weil die Autos mehr Platz brauchen als da ist.

Ich kenne auch nicht so viele Jobs, bei denen man einfach Feierabend machen kann, weil gerade das Auto vorfährt?
Four Candles

42

Freitag, 2. Juni 2017, 16:44

Wo alles im Stau steht, ist eine massive Zunahme der betroffenen Verkehrsart physikalisch ausgeschlossen? Der MIV bricht doch nicht deshalb allmorgendlich zusammen, weil man selber lenken muss. Sondern weil die Autos mehr Platz brauchen als da ist.

Der MIV bricht zusammen weil Einzelpersonen die Fahrzeuge bewegen. Wenn PKWs elektronisch zu Einheiten gekuppelt werden nimmt die Kapazität der BAB deutlich zu. Momentan ist doch das Hauptproblem, dass bei 130km/h der Sicherheitsabstand laut Faustregeln 65m betragen sollte. In der Regel wird der gar nicht mehr eingehalten. Es kommt dann aus dem fahrenden Verkehr heraus zu Stockungen und zu Verdichtungswellen (einer bremst und dann alle dahinter auch) im MIV. Wenn die Verkehrsdichte einen kritischen Wert übersteigt kommt es dann zu Staus aus dem Nichts. Mit elektronisch verkuppelten Fahrzeugen hat man das Problem nicht mehr, die Kapazität der BAB nimmt deutlich zu, da auch bei 130km/h der Abstand zwischen den Fahrzeugen nur 1-2m betragen muss. Dadurch sinkt auch der Flottenverbrauch ab, weil der Windschatten ausgenutzt werden kann.

Solange man also keinen Unfall hat (deren Wahrscheinlichkeit wird abnehmen) fließt der Verkehr auf der BAB deutlich besser, und für die Abfahren wird der Verkehr vorher runtergebremst, so dass der Verkehr flüssig sich auf die Ampeln am Anfang der Stadt zu bewegt. So kann man die Effektivität der vorhandenen BABs nochmals drastisch verbessern und die Fahrzeiten werden wieder besser. Natürlich kann man so die Kapazität einer BAB nicht unendlich steigern, aber es gibt da noch deutliches Potential.

43

Freitag, 2. Juni 2017, 21:15

Ich hatte eher die Städte im Kopf, wo man Stoßstange an Stoßstange vorwärts kriecht.
Derzeit sagt man, die Kapazität der Frankfurter Straßen ist morgens durch die Einfahrten der Parkhäuser im Bankenviertel begrenzt. Bei deiner Vision wird es dann die Zeit sein, die die Autos stehenbleiben müssen, während die Leute aussteigen.
Four Candles

44

Freitag, 2. Juni 2017, 23:30

@John2, es muss nicht der autonome Privat-PKW sein, der nur für wenig Zeit am Tag Personen befördert, sondern ein Fahrzeug nicht im Privateigentum, was je nach Fahrtwunsch seiner Nutzer optimal durch die Stadt und ins Umland möglichst immer mit Personen besetzt fährt. Ladepausen werden nicht so lang sein.

Darkside

FNF-VIP

Beiträge: 7 990

Wohnort: Syberia

Beruf: Kleriker

  • Nachricht senden

45

Samstag, 3. Juni 2017, 02:49

Der Verkehr bricht auch gerne auf Autobahnen zusammen, gerade weil es
einige gibt, die bei dichterem Verkehr wie auf der Kartbahn fahren (ständige
Spurwechsel, um sich Vorteile zu verschaffen), sowie dem auf den dichteren
Verkehr auflaufenden schnelleren Verkehr (staucht sich, dann wird immer stärker
gebremst -> Stau).
Abhilfe wären umfangreichere fein abgestufte elektronsiche Geschwindigkeitsanzeiger
(10 km/h Schritte) in Kombination mit - und daran wird es wegen dem Fahrverhalten
hier in Deutschland scheitern - einem peniblen Einhalten dieser Begrenzung.

Autonomes Fahren wird zwar schon getestet, aber bis zur richtigen Serienreife
ist noch ein sehr langer Weg. Autobahnfahrten sind relativ einfach umzusetzen,
aber im Stadtverkehr - schmale Strassen mit geparkten PKW am Rand - sind zu
komplex, daß da zeitnah eine sichere Lösung bereitstehen wird. Auch wird das
wohl anfangs ein Feature der Oberklasse sein, so wie es früher schon mit ABS,
ESP, Airbag, etc war. [sehr lange Einführungszeit bis ausreichend Fzg auf der
Strasse sind, um diese effektiver nutzen zu können]

Was sich auch nicht so schnell entwickeln wird ist ein riesiger Carsharingpool
autonomer Fzg. Dazu ist die Funktion des Fzgs als Aufbewahrungsort verschiedener
Gegenstände (zB USB-Stick mit Musik; Wechselkleidung für den abendlichen
Kneipenbesuch, Aktenkoffer mit Arbeitsunterlagen während des Kneipen-
besuches,...) einfach zu eingespielt. Auch die Individualität durch das Fzgdesign
der verschiednene Hersteller hat einen hohe Stellenwert bei vielen Personen.
(selbst im Sozialismus gab es Trabi & Wartburg...)

Ebenso wird der Bedarf nach Parkplätzen durch autonome Fahrzeuge nicht ab-
nehmen, da kaum jemand sein Fzg wieder nach Hause schicken wird, wenn
es dort nicht gebraucht wird. Das verursacht Betriebskosten (zB Stromladung), die
der Besitzer tragen muss, sowie Vorlaufzeiten zum Feierabend, der heutzutage
nicht nach Stechuhr getimed ist. Ebenso kann sich der "Feierabend" etwas ver-
zögern, wenn man auf dem Weg zu seinem Fzg einen Kollegen trifft und noch
einen Schwatz hält. Soll dann das Fzg so lange auf der Strasse stehen und den
Verkehr blockieren? (ist der Kollege ebenso auf dem Weg zu seinem autonomen
Fzg, stehen gleich 2 Fzg auf der Strasse....)

Innenstadtfahrverbote für Fzg die bestimmte Abgasnormen nicht einhalten
bringt nicht viel, wenn die Hersteller tricksen, damit ihren Fzg beim Test die
Werte einhalten und dann im Praxisbetrieb blasen als hätten sie keine Abgas-
reinigung. [das Thema ist noch nicht gegessen nach dem "VW-Skandal" - auch
mit neuen Normmeßmethoden wird man anfangen Hintertürchen zu suchen]
Die Messwerte in den Städten wären schon längst besser ohne diese Tricks, da
im Laufe der letzen Jahre es sehr viele Neuzulassungen gab die ältere Autos
mit offiziell schlechteren Werten ersetzt haben.
In god we trust - on earth we don't

Sincerly yours, NSA
powered by US government

Zurzeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher

Ähnliche Themen