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Donnerstag, 6. Juli 2017, 21:12

[M] Fahrzeug­flotte der S-Bahn München wird moder­ni­siert

Zitat

Großzü­gigere Einstiegs­be­reiche, neues Fahrgast­in­for­ma­ti­ons­system, mehr Sicherheit
Fahrzeug­flotte der S-Bahn München wird moder­ni­siert

Im Auftrag des Freistaats modernisiert DB Regio in den kommenden drei Jahren die bestehende Fahrzeugflotte der S-Bahn München. Dabei wird der Innenraum der 238 Fahrzeuge vom Typ ET 423 umgestaltet. Angesichts der stark wachsenden Bevölkerung im Großraum München ist es das wesentliche Ziel des Modernisierungsprojekts, die Kapazität der Fahrzeuge besser auszuschöpfen und die Betriebsstabilität zu erhöhen. So soll beispielsweise ein offeneres Raumkonzept mit breiteren Durchgängen den Passagierfluss verbessern. Der transparente Innenraum mit neuem Lichtkonzept sowie mehr Festhaltemöglichkeiten sorgen für zusätzliche Sicherheit. Neue, großflächige Monitore informieren künftig in Echtzeit über den Fahrtverlauf der Züge sowie über Umsteigemöglichkeiten, Störungen und Fahrplanänderungen im Rahmen von Bauarbeiten.

MÜNCHEN. Über das Moder­ni­sie­rungs­projekt infor­mierten heute im Rahmen einer Presse­kon­ferenz die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG), die den Regional- und S-Bahnverkehr im Auftrag des Freistaats plant, finan­ziert und kontrol­liert, und die S-Bahn München, ein Betrieb der DB Regio AG. Johann Niggl, Sprecher der Geschäfts­führung der BEG, hob das rasante Wachstum im Großraum München als Ausgangs­punkt des Projekts hervor: „Mit jeder neuen Studie werden die Prognosen zum Bevöl­ke­rungs­wachstum weiter nach oben korri­giert. Diese steigende Nachfrage trifft auf ein S-Bahn-System, das bereits am Kapazi­täts­limit angelangt ist. Erst mit Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke im Jahr 2026 werden aber mehr S-Bahnen durch München fahren können. Diese knapp zehn Jahre müssen wir überbrücken.“ Dafür muss vor allem der Innenraum der Fahrzeuge an die steigende Nachfrage angepasst werden. Nur so kann den Fahrgästen der S-Bahn München für diesen Zeitraum ein zeitge­mäßes Fahrzeug angeboten werden. „Wir haben das Auslaufen des bishe­rigen Verkehrs­ver­trags mit der DB Regio AG und die Verhand­lungen zum Übergangs­vertrag genutzt, um die Moder­ni­sierung auf den Weg zu bringen. Absolute Priorität bei diesem Moder­ni­sie­rungs­projekt haben mehr Kapazi­täten und eine höhere Betriebs­sta­bi­lität. Wir müssen so weit wie möglich die Situation vermeiden, dass Fahrgäste wegen überfüllter S-Bahnen nicht mitfahren können. Gleich­zeitig wollen wir im Rahmen des Möglichen auch die Qualität weiter verbessern, zum Beispiel mit einem neuen Fahrgast­in­for­ma­ti­ons­system“, erklärt Johann Niggl. Umgesetzt wird die Moder­ni­sierung von der S-Bahn München, der die Fahrzeuge gehören. Den Auftrag dazu erteilte gestern der Aufsichtsrat der BEG.

Mit der Neugestaltung des Innenraums soll vor allem der Passagierfluss verbessert und damit die Kapazität der Fahrzeuge besser ausgeschöpft werden. Derzeit konzentrieren sich die Fahrgäste meist im Einstiegsbereich, während die Durchgänge zwischen den Sitzgruppen zu wenig genutzt werden. Dadurch kommt es auch häufig zu Verzögerungen beim Ein- und Ausstieg. Diese Sekunden summieren sich insbesondere auf der Stammstrecke zu deutlichen Verspätungen. Eine detaillierte Analyse des Fahrgastverhaltens ergab auch, dass selbst bei vollbesetzten Zügen viele Sitzplätze frei bleiben, etwa weil sie mit Gepäckstücken belegt sind oder Gepäck den Zugang versperrt. Ausgehend von diesen Erkenntnissen erarbeitete die BEG gemeinsam mit der S-Bahn München sowie der auf Industriedesign spezialisierten Agentur Neomind ein Konzept zur Umgestaltung der Fahrzeuge, das vielerlei Beschränkungen bestmöglich berücksichtigt, die es bei einer Modernisierung von Bestandsfahrzeugen zu beachten gilt. Das Modernisierungskonzept bezieht unter anderem die Ergebnisse von einschlägigen Experteninterviews, Marktforschungen und Fahrgastbefragungen mit ein.

Bayerns Innen- und Verkehrs­mi­nister Joachim Herrmann: „Der stetig wachsende Großraum München braucht eine leistungs­fähige S-Bahn. Bis die Bestands­flotte ab Mitte der 2020er-Jahre sukzessive durch Neufahr­zeuge ersetzt werden kann, stellt die Moder­ni­sierung sicher, dass die vorhan­denen Kapazi­täten der Fahrzeuge wesentlich besser ausge­schöpft werden. Damit schaffen wir die Voraus­set­zungen für einen stabilen und zuver­läs­sigen Betrieb, bis nach Eröffnung der 2. Stamm­strecke deutlich mehr S-Bahnen im Großraum München fahren können.“

Offeneres Raumkonzept, weniger Blockaden, verbesserte Qualität

Im Rahmen der Moder­ni­sierung wird ein großzü­gi­geres Raumkonzept umgesetzt. Konkret werden die Windfänge trans­pa­renter gestaltet und im Einstiegs­be­reich schmaler, um die Durch­gänge zu den Sitzgruppen zu weiten. Künftig besteht die Möglichkeit, größeres Gepäck direkt neben dem Sitz abzustellen. In den verän­derten Einstiegs­be­reichen sind zusätz­liche und verbes­serte Stehplatz­mög­lich­keiten mit Halte­pilzen vorge­sehen. Um dieses Raumkonzept umzusetzen, wird die Zahl der Sitzplätze reduziert, von 192 auf 166 Sitzplätze je Fahrzeug. Zudem wird ein Großteil der Sitze schwebend angebracht, um darunter zusätz­lichen Stauraum für Gepäck zu schaffen. Durch den verbes­serten Passa­gier­fluss und die Möglichkeit, Gepäck­stücke neben bzw. unter dem Sitz zu deponieren, kommt es zu weniger Blockaden, und die Zahl der tatsächlich genutzten Sitzplätze steigt. Im Ergebnis führen diese Maßnahmen zu einer besseren Verteilung der Fahrgäste über das gesamte Fahrzeug. Die Gesamt­ka­pa­zität pro Fahrzeug erhöht sich von 544 auf 612 Plätze.

Der Mehrzweckbereich an beiden Enden der Fahrzeuge wird ebenfalls umgebaut, um Konflikte zwischen Radfahrern, Rollstuhlfahrern, Personen mit Kinderwagen und anderen Fahrgästen zu verringern. Zusätzlich zeigen Piktogramme auf dem Boden, welche Bereiche für welche Nutzung vorgesehen sind. Angrenzend an die beiden Führerstände wird ein Familien- und Gruppenbereich eingerichtet. Dort sind die Sitze als Eckbank angeordnet, so dass selbst größere Gruppen Platz finden. Große Piktogramme über den Türen machen die Mehrzweckbereiche bereits von außen deutlich erkennbar.

Über großflächige Monitore an den Decken wird ein neues Fahrgastinformationssystem die Passagiere über den Fahrtverlauf, Umsteigemöglichkeiten und Abweichungen vom Regelbetrieb auf dem Laufenden halten. Die Informationen werden in Echtzeit zur Verfügung stehen. So können die Fahrgäste, beispielsweise bei Störfällen auf ihrer Strecke, gegebenenfalls ihre Reiseroute kurzfristig und zügig ändern. Neue, digitale und farbige Anzeigen außen am Zug zeigen das Zugziel sowie wichtige Zwischenstationen an und verbessern so die Orientierung der Fahrgäste.

Für mehr Sicherheit sorgen Haltepilze im Einstiegsbereich und verbesserte Festhaltemöglichkeiten an den Sitzen. Der transparent gestaltete, vollständig einsehbare Fahrzeuginnenraum und der Einsatz moderner LED-Lichttechnik verbessern das Sicherheitsgefühl merklich.

Straffer Zeitplan

Die 238 Fahrzeuge vom Typ ET 423 wurden in den Jahren 2000 bis 2005 in Betrieb genommen. Der serienmäßige Umbau der Fahrzeuge erfolgt ab Frühjahr 2018. Neben der Modernisierung des Innenraums werden die Fahrzeuge technisch gewartet, außen neu lackiert und mit Graffitischutz versehen. Die Fahrzeuge werden nacheinander aus dem Betrieb genommen, in den Werken der DB Fahrzeuginstandhaltung in Nürnberg und Krefeld überarbeitet und anschließend wieder eingesetzt. Die Modernisierung der gesamten Fahrzeugflotte soll 2020 komplett abgeschlossen sein. „Der Zeitplan ist straff, damit die Fahrgäste möglichst schnell in den Genuss der Verbesserungen kommen“, sagt Heiko Büttner, Geschäftsleiter der S-Bahn München, die das Modernisierungsprojekt im Auftrag der BEG umsetzt. „Wir wollen bereits im Frühjahr 2018 den Musterzug fertig haben und danach mit der serienmäßigen Modernisierung aller 238 Fahrzeuge beginnen. Es ist das größte Fahrzeugmodernisierungsprojekt der DB und ein toller Auftrag für unsere Werke Nürnberg und Krefeld der DB Fahrzeuginstandhaltung.“

Um die Stärke der Fahrzeugflotte während der Modernisierungsphase zu halten, werden parallel zu den heute bereits verkehrenden 15 Fahrzeugen des Typs ET 420 bis zu weitere 21 gebrauchte Fahrzeuge desselben Typs in die Flotte integriert. Sie werden nach Abschluss der Modernisierungsmaßnahmen die S-Bahn-Flotte verstärken. Die modernisierten Fahrzeuge des Typs ET 423 werden bis Mitte der 2020er-Jahre im Münchner S-Bahn-System fahren. Danach ist vorgesehen, sie sukzessive durch Neufahrzeuge zu ersetzen.
Quelle: Presseinformation der BEG mit Visualisierungen
Gruß Tommy

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Freitag, 7. Juli 2017, 08:42

Radikalkur wäre, alle Quersitze durch Längsbänke zu ersetzten. Oder zumindest einseitig. Wer mag, kann das ja mal durchrechnen.

Problematischer ist die Engstelle an den Übergängen, eine Aufweitung dürfte einen tiefergehenden Eingriff bedeuten.

Auf das FIS bin ich neugierig. Vor allem, ob es besser funktioniert als bei uns.

Achim

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3

Freitag, 7. Juli 2017, 11:15

Auf das FIS bin ich auch mal gespannt.

Bei uns ist das ja in den 423 ein Trauerspiel. Schon mehrere Versuche es einzusetzen sind kläglich gescheitert. Lt. RMV sollte der Einsatz lt. DB im Juni erfolgen, aber ich habe noch keinen einzigen 423 mit neuem FIS gesehen. Und kommende Woche ist der halbe Juli auch schon rum. Schöner Witz wenn es nicht so traurig wäre. :thumbdown:

Von einem TF habe ich die Information daß u.a. der zweite Wagen nicht erkannt worden wäre. Naja, mal sehen ob es bis zum Fahrplanwechsel im Dezember klappt. :D :D

4

Freitag, 7. Juli 2017, 11:43

Es kommen also noch mehr 420 nach München :thumbsup:
Weiß jemand wo die dann herkommen?

5

Freitag, 7. Juli 2017, 12:16

Das Stillstandsmanagement könnte welche haben.
Die dürfen aber nicht auf die Stammstrecke. Eine LZB Nachrüstung halte ich für illusorisch.

Keine Ahnung, wie groß sie Reserve in München ist. Steht vielleicht sowieso eine größere Revision an?

Darkside

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Freitag, 7. Juli 2017, 12:29

Ich glaube, daß nicht all zu viel Gepäck unter die Sitze abgestellt werden wird, auch
wenn man dort Platz bereitstellt. Dort wird eher oft Müll liegen.
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7

Freitag, 7. Juli 2017, 22:16

Das Stillstandsmanagement könnte welche haben.
Die dürfen aber nicht auf die Stammstrecke. Eine LZB Nachrüstung halte ich für illusorisch.

Keine Ahnung, wie groß sie Reserve in München ist. Steht vielleicht sowieso eine größere Revision an?


Aus gut unterrichteten Kreisen wurde verlautbart, dass (alle?) 420er in München mit LZB ausgestattet werden sollen, da ohne diese die geplanten Netzerweiterungen/Verdichtungen nicht möglich wäre.
Mehr darf ich momentan auch nicht verraten, aber soweit mir bekannt, gab es darüber bereits auf DSO einen Thread mit einer Meldung der S-Bahn München.

Auch hier im Forum wurde es gepostet, man muss allerdings etwas scrollen und lesen: FNF
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"Das Leben ist ein Schatten und der wandert,
ein armer Spieler nur, der seine Stunde auf einer Bühne auf- und abgeht und sich quält,
und dann ist er verscholln.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Lunatic-Driver« (7. Juli 2017, 22:28)


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8

Montag, 10. Juli 2017, 14:46

Da sieht die S-Bahn ja so langsam nach einer richtigen Großstadt-Pendlerbahn aus und nicht mehr wie eine gut ausgestattete Regionalbahn. Schließlich kann man in der S-Bahn mehr Gepäck auf Ablagen und unter Sitzen verstauen, als in einem Doppenstock IC :D

Wenn der Fußboden das mit macht - die U4-Wagen konnte man ja nicht so umbauen wegen der Stabilität des Fußbodens :rolleyes:

Edit:

Dass die 420er mit LZB ausgestattet werden, steht übrigens ganz offiziell in einer PM im gleichen Forum nebenan: [Pressemitteilung] [M] BEG vergibt S-Bahn München in drei Stufen in der der 2. PM:

Zitat

Im Rahmen des Übergangsvertrags werden bis zu 21 zusätzliche Fahrzeuge vom Typ ET 420 beschafft. Sie werden von DB Regio im Auftrag der BEG modernisiert und mit der nötigen Leit- und Sicherungstechnik versehen, damit sie durch den Stammstreckentunnel fahren können. Auch die bereits auf verschiedenen Außenästen eingesetzten 15 ET 420 werden entsprechend ausgerüstet, so dass künftig bis zu 36 dieser Fahrzeuge auf dem gesamten Münchner S-Bahn-Netz eingesetzt werden können.


;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »FipsSchneider« (10. Juli 2017, 14:50)


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Montag, 10. Juli 2017, 23:27

Aus gut unterrichteten Kreisen wurde verlautbart, dass (alle?) 420er in München mit LZB ausgestattet werden sollen, da ohne diese die geplanten Netzerweiterungen/Verdichtungen nicht möglich wäre.
Jop, letzter ehemaliger Stuttgarter (neben 461), 420 450, ist ja schon auf LZB-Testfahrten.
Die 420 in München laufen ja noch eher semi optimal, aber durch den Einsatz am Wochenende (Sogar durch die Stammstrecke! Ja, Aktuell am Wochenende ohne LZB durch den Tunnel) erhofft man sich Verbesserungen
(Glaube, viel gibt es nicht, was man noch schreiben kann, aber nicht verraten darf, außer vielleicht genaue Infos wie dem aktuellen Stand der Umbauten in NNX und weiteres :D )

Und ja, die 420 welche noch stillstehen, kommen nun nach München :rolleyes:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »BkBtMarcel« (10. Juli 2017, 23:28)