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Samstag, 17. Februar 2018, 15:27

Warum die Bahn in der Schweiz besser ist, als in Deutschland.

Die Welt beschreibt einen Umstand, warum es in der Schweiz besser läuft, als in Deutschland. So wie ich es mir schon gedacht und bei dem Sylt-Drama letztes Jahr in der Kernaussage schon geschrieben hatte.

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Samstag, 17. Februar 2018, 16:14

Interessanter Artikel. Gerade die Schweiz ist ja fern jedweden Verdachts sozialistischer oder sonstwelcher Ideologie . :)

Interessant, dass Schweizer Politiker sich problemlos unters Volk mischen können, während es hierzulande ja wahnsinnige Sicherheitsbedenken gäbe. Allerdings kämen die guten Schweizer auch nicht auf die Idee, ihre Politiker im Zug anzupöbeln - oder überhaupt jemanden anzupöbeln. :) Soll aber im Kleinen hier ja auch klappen - unser Verkehrsdezernent soll ja auch bevorzugt mit der Stadtbahn ins Büro fahren. :) Geht ja auch ganz gut, zwischen Stadtbahn und S-Bahn bestehen ja in Frankfurt zumindest gefühlt die gleichen Unterschiede wie einst zwischen West- (VGF) und Ost-Berlin. :D :D

Und die A-Strecke wiederum zeichnet sich durch einen 5-Minuten-Takt bis nachts um 1 Uhr aus. (Freu!) :) :)

Fürs Erste wäre ich schon froh, wenn die Bahn ein adaequates Störungs-Management schaffen würde. Im Augenblick habe ich den Eindruck, dass bei jeder Störung "das Rad neu erfunden wird". Dabei sind die Störungen doch in der Regel gleichartig. Ein "Personenunfall" hält nach meinen Erfahrungen den Betrieb für 2 - 3 Stunden auf. Technische Störungen sind erfahrungsgemäß kürzer, sollten aber in der Dauer auch abschätzbar sein. Da wäre es für den erfahrenen Fahrgast schon hilfreich, die voraussichtliche Dauer der Störung zu erfahren, um ggf. selbst sich Alternativen zu suchen.

Ebenso sollte die Fahrgast-Info generell verbessert werden und auch zumindest 10 Minuten vor Abfahrt eines Zuges eindeutig klar sein, von welchem Bahnsteig der Zug fährt. Da zumindest in Süddeutschland noch viele Bahnhöfe nicht barrierefrei sind (in Nord- und Ostdeutschland sieht es besser aus :D ), sollte für behinderte Fahrgäste und für Fahrgäste mit Gepäck schon diese Zeit berücksichtigt werden, um zum richtigen Bahnsteig zu gelangen.

Und kleinere Verspätungen wären ja auch akzeptabler, wenn es - wie in früheren Zeiten bei der Bundesbahn :D - eine geregelte Anschluss-Sicherung gäbe. Und wären die kleineren Bahnhöfe fahrgastfreundlich gestaltet, würde man auch einen verpassten Anschluss eher tolerieren, als wenn man eine Stunde mit marginalem Wetterschutz in einem versifften Dreckstall verbringen muss.

MdE

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3

Sonntag, 18. Februar 2018, 00:22

Nunja, es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Und in Japan etwa ist die Bahn auch sehr pünktlich, aber ob die dahinter stehende Mentalität, die jeglichen Fehler als Gesichtsverlust darstellt, auch erstrebenswert ist, sei dahingestellt.

Aber grundsätzlich könnten wir uns definitiv ne Scheibe abschneiden...


Zu dem Artikel fällt mir ein Zitat des Kabarettisten Jochen Malmsheimer ein: „Politiker in Amt und Würden werden zur Arbeit gefahren, damit sie sich beim Gehen durch puren Realitätskontakt substanziell nicht so abnutzen.“... :P

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MdE« (18. Februar 2018, 00:22)


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Sonntag, 18. Februar 2018, 14:07

Fürs Erste wäre ich schon froh, wenn die Bahn ein adaequates Störungs-Management schaffen würde. Im Augenblick habe ich den Eindruck, dass bei jeder Störung "das Rad neu erfunden wird". Dabei sind die Störungen doch in der Regel gleichartig. Ein "Personenunfall" hält nach meinen Erfahrungen den Betrieb für 2 - 3 Stunden auf. Technische Störungen sind erfahrungsgemäß kürzer, sollten aber in der Dauer auch abschätzbar sein. Da wäre es für den erfahrenen Fahrgast schon hilfreich, die voraussichtliche Dauer der Störung zu erfahren, um ggf. selbst sich Alternativen zu suchen.

Ebenso sollte die Fahrgast-Info generell verbessert werden und auch zumindest 10 Minuten vor Abfahrt eines Zuges eindeutig klar sein, von welchem Bahnsteig der Zug fährt. Da zumindest in Süddeutschland noch viele Bahnhöfe nicht barrierefrei sind (in Nord- und Ostdeutschland sieht es besser aus :D ), sollte für behinderte Fahrgäste und für Fahrgäste mit Gepäck schon diese Zeit berücksichtigt werden, um zum richtigen Bahnsteig zu gelangen.
Auch da kann man sich in der Schweiz etwas abschauen: Im Schweizer Verkehrsfunk, d.h die Verkehrsmeldungen für Autofahrer, hatte ich auch schon mal eine Verspätungsmeldung vom Fernverkehr (Eisenbahn!) miterlebt. Dabei ging es um Zeiten, bei denen hierzulange noch nicht mal eine Durchsage in Erwägung gezogen werden würde.

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Sonntag, 18. Februar 2018, 22:53

Die Schweizer planen auch ganz anders. Es wird zunächst geschaut, was man eigentlich an Zugleistungen anbieten möchte. Erst dann wird geprüft welche Investitionen in die Infrastruktur notwendig sind um das geplante Angebot zu fahren. Man baut also nur die Infrastruktur auf, die man für den tatsächlichen Betrieb benötigt und nicht mehr.

In Deutschland werden von der Politik irgendwelche Schnellfahrstrecken etc. vorangetrieben ohne eigentlich im Voraus überlegt zu haben, was man da für ein Angebot fahren möchte. Dann werden diese Strecken irgendwo an das Bestandsnetz angechlossen, auf dem dann aber nicht weiter investiert wird. Dadurch hat man dann Infrastruktur die überhaupt nicht zum eigentlichen Bedarf passt. Man schaue sich die Gondelei im ICE zwischen Frankfurt Flughafen und Hbf an. In der Schweiz wären da schon längst an den neuralgischen Punkten Überwerfbauwerke errichtet worden um höhengleiche Kreuzungen zu vermeiden und damit punktgenau zuverlässigere und berechenbare Fahrzeiten zu ermöglichen. Man muss also nicht klotzen, sondern kleckern. Und das können die Schweizer einfach besser.

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Montag, 19. Februar 2018, 08:18

Klotzen tun die schon, wenn man z.B. mal nach Zürich schaut.
Ein guter und funktionierender ÖV hat in der Schweiz nur schon lange einen Stellenwert, wie hierzulande vielleicht die Mobilfunkversorgung mittlerweile hat.

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Montag, 19. Februar 2018, 11:47


In Deutschland werden von der Politik irgendwelche Schnellfahrstrecken etc. vorangetrieben ohne eigentlich im Voraus überlegt zu haben, was man da für ein Angebot fahren möchte. Dann werden diese Strecken irgendwo an das Bestandsnetz angechlossen, auf dem dann aber nicht weiter investiert wird.


"Die Politik" setzt sich meistens gar nicht für neue Eisenbahnstrecken ein - das ist schon mal ein Teil des Problems. Anders als in der Schweiz gilt es hierzulande leider einfach mehr, die heimischen Automobilindustrie zu fördern. Auch deswegen wurde jahrelang viel weniger in Eisenbahn inverstiert als in der Schweiz. Glücklicherweise hat sich das mittlerweile zumindest ansatzweise verbessert. Ein paar Zahlen für 2018:
  • + 800 Millionen Euro für das Schiennetz (das sind dann 9,3 Milliarden)
  • Davon 5,5 Mrd für Instandhaltung und Erneuerung, 2,6 Mrd für Neu- und Ausbau und 1,2 Mrd für Modernisierungen an 700 Bahnhöfen
  • Die Anzahl der Infrastrukturmängel (Langsamfahrstellen) ist um 50% zurückgegangen

Quelle: http://www.deutschebahn.com/de/presse/pr…Bauen_2018.html

Und was den Ausbau gerade rund um Frankfurt angeht empfiehlt sich weiterhin der Blick auf die Abarbeitung von "RheinMainPlus": https://wirtschaft.hessen.de/sites/defau…inmain_plus.pdf

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Montag, 19. Februar 2018, 17:45

wurde jahrelang viel weniger in Eisenbahn inverstiert als in der Schweiz. Glücklicherweise hat sich das mittlerweile zumindest ansatzweise verbessert. Ein paar Zahlen für 2018:

Wobei sich die Frage stellt, ob es jetzt nicht höchste Eisenbahn war, ordentlich in das Netz zu investieren, bevor es so hinüber ist, dass der Bahnverkehr total zusammenbricht. Die Sicherheitsfrage mag ich jetzt lieber nicht stellen.