Sie sind nicht angemeldet.

Charly

FNF-VIP

Beiträge: 12 104

Wohnort: Behind the wall

Beruf: Customer adviser

  • Nachricht senden

21

Donnerstag, 15. März 2018, 04:13

Wer denn? Der Fahrer mit Sicherheit nicht, der muss sich auf die Systemzeit verlassen können.

22

Donnerstag, 15. März 2018, 18:58

'tschuldigung, ich habe mich nicht vollständig genug ausgedrückt:

Wenn aber die Innenanzeige bei Abfahrt eine gegenüber der planmäßigen Abfahrtszeit frühere Uhrzeit anzeigt und sogar der Ausdruck vom Fahrschein dieses dokumentiert, wird es eindeutig, wer den Fehler macht.

Innenanzeige und Fahrscheindrucker dürften wohl auf Systemzeit laufen. Eine knappe Stunde Verspätung lag auch nicht vor. Der Zeitpunkt vom Fahrscheinkauf kann natürlich früher als die Abfahrtszeit sein, aber bitte nicht vor der planmäßigen Abfahrtszeit einer zurückliegenden Haltestelle.

Charly

FNF-VIP

Beiträge: 12 104

Wohnort: Behind the wall

Beruf: Customer adviser

  • Nachricht senden

23

Donnerstag, 15. März 2018, 22:20

Innenanzeige und Fahrscheindrucker dürften wohl auf Systemzeit laufen.
Stimmt, das wird parallel angesteuert. So wie Du es jetzt beschrieben hast, ist es verständlich, dann ist es selbstverständlich Schuld des Fahrers.

Es ist natürlich richtig, sein Augenmerk immer in erster Linie dem Verkehr zu widmen, Sicherheit geht immer vor Pünktlichkeit. Doch sollte es selbst Berufsanfängern möglich sein, zumindest bei Stillstand des Fahrzeugs - sprich an Haltestellen oder Ampeln - einen kurzen Blick auf die Differenzanzeige zu werfen, dafür sind diese Hilfsmittel heutzutage schließlich vorhanden. Was sollten denn die Fahrer bis vor 20 Jahren sagen, als es solche Systeme noch nicht gab? Bis dahin musste man alle Abfahrtszeiten im Kopf haben oder ggf. vom Dienstplan ablesen und mit der Bord- oder Armbanduhr abgleichen. Da wurde dem Personal (auch in puncto Tarif) noch viel mehr abverlangt als heute!

Das Problem sind aber auch hier wieder die "hessischen Verhältnisse", denn gerechterweise muss man dazu sagen, dass damals nicht nur mehr verlangt, sondern auch auch besser bezahlt wurde. Durch die Ausschreibungen wurde das Lohnniveau in Hessen unter Bundesdurchschnitt gedrückt, weshalb eine Putzkraft heute netto mehr verdient als ein Busfahrer mit Verantwortung für bis zu 150 Personen. Folglich gibt es kaum mehr frei rekrutierten Nachwuchs, die Fluktuation ist beängstigend, die Mehrzahl der Neueinstellungen wird hier mittlerweile von der Agentur für Arbeit in den Job gezwungen (Führerschein wird bezahlt, denn das ist günstiger als ein weiteres Jahr Arbeitslosigkeit).

Eine Eigenmotivation ist naturgemäß bei vielen derer nicht vorhanden, weil keine Talente mehr rekrutiert werden sondern man die Leute "irgendwie" in Arbeit bringen muss, somit sind diese oft schon mit der reinen Fahrtätigkeit überfordert und nervlich vollends ausgelastet. Dementsprechend haben sämtliche Betriebe mit hohen Krankenständen zu kämpfen, letztlich blieb die Qualität auf der Strecke, nicht erst seit 2018. Wenn es wirklich wahr sein sollte, dass Fahrer wo-auch-immer und warum-auch-immer (vielleicht um sich bei Verspätungen dadurch nicht nervös machen zu lassen?) die Fahrzeit-Differenzanzeigen mechanisch abgedeckt haben, so spricht das doch für deren Überforderung. Wer sich sicher ist seine Arbeit korrekt zu machen, hätte das nicht nötig, oder?

Deshalb drängt sich mir als langjährig Beschäftigtem der Branche folgende Frage auf:

Wieso lasst Ihr als Fahrgäste Euch diese Behandlung durch die hessische Politik gefallen und beschwert Euch hier, in einem Forum für ÖPNV-Interessierte, über diese Zustände, an denen keiner der hier registrierten jemals etwas wird ändern können? Warum engagiert Ihr Euch nicht vermehrt in den einschlägigen Fahrgastverbänden (Pro Bahn usw), schließt Euch zu Bürgerinitiativen zusammen, geht demonstrieren oder schreibt Eure Beschwerden an den Landtag nach Wiesbaden? Deutscher Michel? In Frankreich oder der Schweiz wäre man längst auf die Barrikaden gegangen...

tamperer

FNF-User

Beiträge: 2 030

Wohnort: Rhein-Main-Gebiet

Beruf: Arbeiter

  • Nachricht senden

24

Freitag, 16. März 2018, 10:41

Der Merkurist berichtet über Busfahrer, welche die Verspätungsanzeige am Display abdecken sollen:

Haben Busfahrer ein 'geheimes Verspätungs-Display'?

Da die Fahrer bisher nicht ermittelt werden konnten, ist über die Gründe nichts zu erfahren. Leider sehen die Fahrer dann auch die Verfrühungen nicht und können dabei verfrüht abfahren.
Mein Gott, wenn die Leute sonst keine Probleme haben...

25

Samstag, 17. März 2018, 11:57

@Charly, den Letzten beißen die Hunde, hier den Fahrer bzw. Fahrgast. Zumindest im MTK sehe ich die eigentliche Schuld beim Busausrüster, der eine schlechte Displayanzeige ablieferte.

Wieso lasst Ihr als Fahrgäste Euch diese Behandlung durch die hessische Politik gefallen und beschwert Euch hier, in einem Forum für ÖPNV-Interessierte, über diese Zustände, an denen keiner der hier registrierten jemals etwas wird ändern können?
Ich trete nicht nur hier im Forum auf. Einige Male habe ich in anderen Belangen schon Erfolg gehabt. Es wurde jeweils was für die Allgemeinheit der Fahrgäste verbessert.

Charly

FNF-VIP

Beiträge: 12 104

Wohnort: Behind the wall

Beruf: Customer adviser

  • Nachricht senden

26

Samstag, 17. März 2018, 13:46

Zumindest im MTK sehe ich die eigentliche Schuld beim Busausrüster, der eine schlechte Displayanzeige ablieferte.
Der für die Ausrüstung mit Druckern Zuständige ist die LNO, die den Betreibern die Beschaffung der Zelisko Geräte zur Auflage macht. Keine Ahnung warum, vielleicht bekommt da einer Provision von der Firma. Dabei gibt es weiß Gott bessere Systeme.