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Freitag, 17. Juli 2015, 15:08

Weltweit erstes Fahrerassistenzsystem in Frankfurt im Betrieb

" Pressemeldung VGF:
Quelle: https://www.vgf-ffm.de/de/aktuellpresse/…enbahn_betrieb/

Zitat

Rückblick März 2013: Am Universitätsklinikum fährt eine Straßenbahn der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) einer anderen Bahn, die kurz nach dem Anfahren an der Haltestelle nochmals bremsen musste, auf. Es gibt 22 zum Glück nur leichtverletzte Fahrgäste, die beiden Fahrzeuge entgleisen zwar nicht, werden aber schwer beschädigt.

Zitat

Um solche Unfälle zukünftig zu vermeiden, hat sich der Fahrzeughersteller Bombardier Transportation, dessen U- und Straßenbahnen in Frankfurt eingesetzt werden, bereits Ende 2012 entschlossen, technische Lösungen zur Kollisionsvermeidung für Straßenbahnen zu entwickeln. Nach Analyse möglicher Szenarien und verschiedener Technologien fiel Anfang 2013 die Entscheidung, ein auf Straßenbahnen zugeschnittenes und betriebsfähiges Assistenzsystem zur Kollisionswarnung zu realisieren. Hierfür musste ein System entworfen werden, das in der Lage ist, den Fahrweg vor der Bahn auf Hindernisse abzusuchen und deren Lage sowie Bewegungsrichtung relativ zum Fahrzeug zu bestimmen. Mit Hilfe dieser Daten kann das System dann die Kollisionsgefahr bewerten. Dabei sind die Ansprüche an ein solches System enorm: Zum einen muss es leicht in schon eingesetzte Fahrzeuge integrierbar sein und möglichst aus Standard-Komponenten bestehen. Zum anderen soll die Erweiterung um zusätzliche Funktionen möglich sein. Ausgehend von diesen Anforderungen hat Bombardier gemeinsam mit seinem Technologiepartner, dem Austrian Institut of Technology (AIT), die Idee für ein Stereovision-Konzept für Straßenbahnen entwickelt. Als Entwicklungspartner für die Bedienung und praktische Erprobung des Systems konnte die VGF gewonnen werden.
Mitte 2013 wurde ein Prototyp in einem Straßenbahn-Wagen des Frankfurter Typs „S“ auf dem Bombardier-Werksgelände in Bautzen getestet. Im Vordergrund des Prototypen-Tests stand die Frage, ob das Vorhaben prinzipiell und alltagstauglich verwirklicht werden kann. Nach den Tests wurde die sogenannte Stereovision-Technologie forciert und steht jetzt kurz vor ihrer ersten Bewährungsprobe im regulären Fahrgastbetrieb.

Zweifach sieht besser

Das Bombardier-System basiert auf dem Prinzip des Stereosehens. Hierbei werden zwei Bilder der gleichen Szene, die unter definierten Bedingungen von leicht versetzten Standpunkten („Stereobasis“ genannt) aus aufgenommen wurden, miteinander verglichen. Die gewonnenen Werte ermöglichen die Ermittlung des Abstands jedes Punktes der Szene zur Kamera. Aus den ermittelten Tiefendaten können ebenfalls Objekte abgeleitet und deren Bewegung mit Hilfe des Kamerasystems verfolgt werden. Sind die Fahrzeug- sowie die Objektgeschwindigkeiten hinreichend genau bekannt, wird deren Relativgeschwindigkeit zueinander bestimmt. Anhand dieser Größe lässt sich anschließend bestimmen, ob sich Straßenbahn und Objekt – sei es ein PKW, eine vorausfahrende Bahn oder ein Mensch – einander annähern und damit die potentielle Gefahr eines Zusammenstoßes besteht.


Schnelle Reaktionszeit – ohne Ablenkung und Ermüden
Der Fahrer hat viel im Blick. Die Straßenbahnen teilen sich in Frankfurt oft die Fahrstraße mit den Autos. Oder der Individualverkehr kreuzt den Schienenbereich und erzeugt dabei Gefahrensituationen. Dazu können stark frequentierte Ein- und Ausstiegssituationen und viel Betrieb den Fahrerblick stark fordern. Die Reaktionszeiten verlangsamen sich oder Ablenkung verhindert eine schnelle Handlung. In diesen Fällen reagiert das System und unterstützt den Fahrer mit einer entsprechenden Warnung.
“Ein Vorteil für unseren Straßenbahn-Betrieb:“, so Michael Budig, Geschäftsführer der VGF: „Das Assistenzsystem eignet sich sowohl für Neufahrzeuge als auch für den Einbau in ältere Bahnen, da alle notwendigen Komponenten und Funktionen im Gesamtsystem integriert sind. In Zukunft können so weiterführende Funktionen nutzbar gemacht werden.“ Zum Beispiel erlaubt das Softwarekonzept die Integration einer Ansteuerung für Kurvenlicht, das – analog dem Automobilbereich – bei Nachtfahrten den Fahrer bei Kurvenfahrten durch bessere Ausleuchtung des Fahrwegs unterstützt. Auch die Auslösung eines „Bodycatchers“, eine Art Airbag, ist eine mögliche Erweiterung der Assistenzfunktion.
Nach einer 12-monatigen aktiven Testphase auf den Frankfurter Strecken konnte dem System in enger Abstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde die Zulassung des Systems für den Betriebseinsatz am 25. Juni 2015 erteilt werden. Dies ist weltweit einmalig, somit fahren bald die ersten Bahnen mit Fahrerassistenzsystemen zur Kollisionsvermeidung in Frankfurt.
Verkehrsdezernent Stefan Majer: „Ein Novum im Bereich des schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs. Ich freue mich, dass Frankfurt hier wieder einmal eine führende Rolle einnimmt und sehe es als besondere Leistung der VGF solche Entwicklungen innovativ und aufgeschlossen mitzuentwickeln.“
Aktuell ist der Fahrerassistent nun erstmals in der Lage, auf indirektem Weg in die Fahrzeugsteuerung einzugreifen. Möglich wird der Bremseingriff durch Öffnen der so genannten SIFA-Schleife. Diese Sicherheitsfahrschaltung (SIFA) ist bei normaler Fahrt geschlossen, zum Beispiel durch dauerhafte Betätigung eines Tasters durch den Fahrer. Sollte er handlungsunfähig sein und den Taster nicht mehr drücken, öffnet sich die Schleife, die Straßenbahn bremst automatisch.
Das Fahrerassistenzsystem wurde basierend auf der bei der VGF gelaufenen Testphase genau mit diesem Wirkpfad verbunden: Erkennt der technische Assistent eine Kollisionsgefahr, öffnet das Stereovision-System eigenständig durch ein Relais diese SIFA-Schleife und gibt parallel dazu ein akustisches Warnsignal. Der Fahrer kann dann den vor der Bahn liegenden Streckenabschnitt nochmals überblicken und – im Falle einer gefährlichen Verkehrssituation – die Bahn durch Bremsung zum Stillstand bringen. Bei einer Fehlauslösung kann er den anstehenden Bremsvorgang des FAS abbrechen.

Erste Flotte in Deutschland
Nach Freigabe durch die Technische Aufsichtsbehörde ist mit dem Wagen Nr.272 nun die erste Straßenbahn mit FAS im regulären Betrieb. Sie wird momentan zur Schulung des Fahrdienstes eingesetzt. Danach wird die VGF ihre weiteren 73 „S“-Wagen mit dem neuen Assistenzsystem ausrüsten – die Frankfurter Flotte wird damit die erste sein, die vollständig mit dieser neuen Sicherheitstechnik ausgestattet sein wird. Diese Nachrüstung wird bis Dezember 2016 dauern.

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ein U5 ist ein U5-Wagen fährt aber (noch) nicht auf der U5 :thumbsup: Und ein U4 nicht auf der U4 - Welcome in FFM

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Simon U5-50« (17. Juli 2015, 15:10)


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Samstag, 17. März 2018, 15:32

Der gestrige Auffahrunfall in Köln und die heutige Berichterstattung darüber im Kölner Stadtanzeiger veranlasst mich, diesen Thread noch mal zu reaktivieren.

In dem Bericht wird die KVB mit dem Satz zitiert, "automatische Bremssysteme für den Fall, dass eine Bahn der vor ihr fahrenden zu nahe kommt, gibt es nicht. Einen ausreichenden Abstand zu der vorausfahrenden Bahn zu halten, obliegt auf Straßenniveau allein der Verantwortung der Fahrer.

Das im Juli 2015 von der VGF vorgestellte Assistenzsystem ist ja wohl genau so ein System, das den Kölner Unfall evtl. vermieden hätte, oder?
Da würde mich interessieren, wie denn der Stand der Dinge ist, ob es denn Informationen gibt, wie weit die Ausrüstung der S- und R-Wagen gediehen ist? Vielleicht sogar U4- und U5-Wagen?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tunnelklick« (17. März 2018, 15:35)


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Samstag, 17. März 2018, 15:48

In dem Bericht wird die KVB mit dem Satz zitiert, "automatische Bremssysteme für den Fall, dass eine Bahn der vor ihr fahrenden zu nahe kommt, gibt es nicht
Gibt es nicht so etwas (ähnliches) nicht auch schon im LKW Breich?

tamperer

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4

Samstag, 17. März 2018, 15:51

Da würde mich interessieren, wie denn der Stand der Dinge ist, ob es denn Informationen gibt, wie weit die Ausrüstung der S- und R-Wagen gediehen ist? Vielleicht sogar U4- und U5-Wagen?
Die S-Wagen werden sukzessive nach und nach damit ausgerüstet. Die meisten haben es schon. Bei den R-Wagen sind nur einige wenige damit ausgerüstet, es sollen wohl nur 5 Stück werden.

5

Sonntag, 18. März 2018, 08:14

Das im Juli 2015 von der VGF vorgestellte Assistenzsystem ist ja wohl genau so ein System, das den Kölner Unfall evtl. vermieden hätte, oder?

Ich habe das noch so im Kopf, dass es hauptsächlich darum geht, dass das Assistenzsystem etwas schneller als der Mensch erkennen kann, ob ein PKW-Fahrer in den Gefahrenbereich gelangt. Das System ist schneller, als die Reaktion des Menschen.

Wobei dann als "Nebeneffekt" sich daraus ein Auffahrunfall auf eine Tram auch vermeiden lässt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SoundofN1« (18. März 2018, 08:15)


Uli Nobbe

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Sonntag, 18. März 2018, 08:47

Gibt es nicht so etwas (ähnliches) nicht auch schon im LKW Breich?

Ja. Per Taster im Armaturenbrett abschaltbar. :rolleyes:

7

Sonntag, 18. März 2018, 14:50

Ja. Per Taster im Armaturenbrett abschaltbar.

Vielleicht ist das bei Überholansetzen auf der Autobahn gar notwendig (dass die LKW das Bremsassistenzsystem oder den Abstandsassistenten abschalten können und beim Überholen wieder einschalten sollten).

Macht bei der Tram natürlich keinen Sinn.

Chrizzz95

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8

Sonntag, 18. März 2018, 19:14


Macht bei der Tram natürlich keinen Sinn.

Ich stelle mir gerade vor, wie sich zwei S-Wagen bei der Zugbildung wie zwei gleichgepolte Magneten abstoßen.
Möge der Saft mit Euch sein
Lord Helmchen lässt grüßen

9

Montag, 19. März 2018, 00:37

Ich stelle mir gerade vor, wie sich zwei S-Wagen bei der Zugbildung wie zwei gleichgepolte Magneten abstoßen.

Das wäre die Generation "Schieben einer defekten Bahn ohne mechanische Kupplung". Gar nicht so abwegig, wenn der schiebende S-Wagen entweder vom Fahrer in der geschobenen Bahn gesteuert wird oder die Schiebebahn die Überwachungstechnik der geschobenen Bahn nutzen kann (perspektive autonom fahrende Bahn).

Jetzt habe ich schon wieder vergessen, wie bei der Wuppertaler Schwebebahn geschoben wird (Muss ich mal hier im Forum nachlesen).

MdE

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10

Dienstag, 20. März 2018, 20:43

Vielleicht ist das bei Überholansetzen auf der Autobahn gar notwendig

Wieso sollte es?

Chrizzz95

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11

Dienstag, 20. März 2018, 22:30

Vielleicht ist das bei Überholansetzen auf der Autobahn gar notwendig

Wieso sollte es?

Notwendig ist es nicht, wird aber praktiziert. Abstandsassistent aus, im Windschatten ansaugen, dabei wird der Mindestabstand gezwungenermaßen unterschritten, aber ein Tempoüberschuss herausgefahren, der zum Überholen ausreicht. Danach sollte der Abstandsassistent wieder eingeschaltet werden. Eigentlich sind die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen LKWs auf der Autobahn zu gering, dass sich ein Überholen überhaupt lohnen würde.
Möge der Saft mit Euch sein
Lord Helmchen lässt grüßen

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Mittwoch, 21. März 2018, 05:44

Gibt es nicht so etwas (ähnliches) nicht auch schon im LKW Breich?

Ja. Per Taster im Armaturenbrett abschaltbar. :rolleyes:
Und das wird regelmäßig genutzt, weil die LKW und Busse, wenn sie ihren erforderlichen Mindestabstand von 50m einhalten, ständig wegen PKWs, die in die Lücke einscheren, runtergebremst werden und dadurch nicht mehr vorwärts kommen. Und wurden sie runtergebremst, kann man sicher sein, dass der nächste in die Lücke reinhuscht. X(

MdE

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13

Mittwoch, 21. März 2018, 14:53

Notwendig ist es nicht, wird aber praktiziert. Abstandsassistent aus, im Windschatten ansaugen, dabei wird der Mindestabstand gezwungenermaßen unterschritten, aber ein Tempoüberschuss herausgefahren, der zum Überholen ausreicht. Danach sollte der Abstandsassistent wieder eingeschaltet werden. Eigentlich sind die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen LKWs auf der Autobahn zu gering, dass sich ein Überholen überhaupt lohnen würde.

Das ist der springende Punkt. Entweder ist die Geschwindigkeitsdifferenz groß genug, dann braucht man nicht "dem Vordermann in den Allerwertesten kriechen", oder es reicht eben nicht, und dann ist das Überholen sinnlos und zu Recht verboten. Gerade wenn man so ein System hat, dann muss man sich ja nicht drum kümmern, wenn man 0,5 km/h schneller ist :rolleyes:

Ich kann mir auch nicht vorstellen (außer wenn auf der linken Spur ein SUV drängelt), warum PKWs zwischen LKWs einscheren sollten. Außer an Abfahrten, und da ist es tatsächlich manchmal schwierig, da noch irgendwie reinzukommen als PKW...

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Mittwoch, 21. März 2018, 17:57


Ich kann mir auch nicht vorstellen (außer wenn auf der linken Spur ein SUV drängelt), warum PKWs zwischen LKWs einscheren sollten. Außer an Abfahrten, und da ist es tatsächlich manchmal schwierig, da noch irgendwie reinzukommen als PKW...
Warum sie es tun, kann ich auch nicht sagen - aber sie tun es. Ich bin lange genug LKW und später Bus gefahren und kann es aus eigener Erfahrung sagen.

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Mittwoch, 21. März 2018, 17:58

Eigentlich sind die Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen LKWs auf der Autobahn zu gering, dass sich ein Überholen überhaupt lohnen würde.

An Steigungen können die Unterschiede schon beachtlich sein.

Und mein Gedanke war der, dass man durchaus beim Überholansatz nicht unbedingt erst die Spur wechselt und dann anfängt zu beschleunigen, sondern beim Beschleunigen sanft auf die linke Spur zieht. Das spart auch "Sperrzeit" der linken Spur.

MdE

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16

Mittwoch, 21. März 2018, 22:27

An Steigungen können die Unterschiede schon beachtlich sein.

Und mein Gedanke war der, dass man durchaus beim Überholansatz nicht unbedingt erst die Spur wechselt und dann anfängt zu beschleunigen, sondern beim Beschleunigen sanft auf die linke Spur zieht. Das spart auch "Sperrzeit" der linken Spur.

Auf Kosten der Sicherheit, jaaaaa, warum denn nicht?! :thumbdown:

Seh' ich täglich im Rückspiegel mit PKWs auch ohne Grund, wenn ich da auf die Bremse steigen müsste, die würden mir sofort im Kofferraum hängen...

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Donnerstag, 22. März 2018, 04:40

An Steigungen können die Unterschiede schon beachtlich sein.

Und mein Gedanke war der, dass man durchaus beim Überholansatz nicht unbedingt erst die Spur wechselt und dann anfängt zu beschleunigen, sondern beim Beschleunigen sanft auf die linke Spur zieht. Das spart auch "Sperrzeit" der linken Spur.

Auf Kosten der Sicherheit, jaaaaa, warum denn nicht?! :thumbdown:

Seh' ich täglich im Rückspiegel mit PKWs auch ohne Grund, wenn ich da auf die Bremse steigen müsste, die würden mir sofort im Kofferraum hängen...

Ich kann Dir jetzt nicht folgen.

Wenn man überholen will, nach hinten schauen, ob eine Lücke ist und man gefahrlos ausscheren kann. Wenn ja, rechtzeitig blinken beschleunigen und nach links rüberziehen. Dabei gerät ein Teil des Fahrzeuges für kurze Zeit etwas näher an den Vordermann auf der rechten Seite, wie bei Fahrt hintereinander mit dem gerade eingestellten Sicherheitsabstand. Da der Überholende eh auf die freie Spur bereits ausweicht, müsste bei einem plötzlichem Abbremsen des Vordermanns auf der rechten Spur der Überholende immer noch sicher auf der linken Spur neben dem Bremsenden zum Stehen kommen, weil er ja fast den ganzen Sicherheitsabstand Zeit hat, auf die linke Spur zu kommen (bzw. schon dort ist).

Im Prinzip beginnt der Überholende schon aufmerksam, "dem Hindernis auszuweichen".

Wo ist diese Fahrweise nun ein besonderes Sicherheitsrisiko?

Ich kann mich jetzt nicht daran erinnern, dass es heißt, erst die Spur zu 100 % wechseln und dann anfangen zu beschleunigen. ?(

MdE

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18

Montag, 26. März 2018, 14:29

Ich kann Dir jetzt nicht folgen.

Wenn man überholen will, nach hinten schauen, ob eine Lücke ist und man gefahrlos ausscheren kann. Wenn ja, rechtzeitig blinken beschleunigen und nach links rüberziehen. Dabei gerät ein Teil des Fahrzeuges für kurze Zeit etwas näher an den Vordermann auf der rechten Seite, wie bei Fahrt hintereinander mit dem gerade eingestellten Sicherheitsabstand. Da der Überholende eh auf die freie Spur bereits ausweicht, müsste bei einem plötzlichem Abbremsen des Vordermanns auf der rechten Spur der Überholende immer noch sicher auf der linken Spur neben dem Bremsenden zum Stehen kommen, weil er ja fast den ganzen Sicherheitsabstand Zeit hat, auf die linke Spur zu kommen (bzw. schon dort ist).

Im Prinzip beginnt der Überholende schon aufmerksam, "dem Hindernis auszuweichen".

Wo ist diese Fahrweise nun ein besonderes Sicherheitsrisiko?

Ich kann mich jetzt nicht daran erinnern, dass es heißt, erst die Spur zu 100 % wechseln und dann anfangen zu beschleunigen. ?(

StVO § 4 (1): Der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug muss in der Regel so groß sein, dass auch dann hinter diesem gehalten werden kann, wenn es plötzlich gebremst wird. Von Ausweichen (als Teil des Überholens) ist keine Rede. Mit etwas Verstand kann man sich auch denken, warum. Tipp: Schonmal im Gefahrenfall versucht, ruckartig zu lenken?

Als allererstes stellt sich mir schonmal die Frage, warum ich erst beschleunigen soll, wenn ich überholen will? Hier kann ja nur infrage kommen, dass die Verkehrslage ein Überholen vorher nicht zuließ. Denn ansonsten hätte man es vorher abschätzen und gar nicht bremsen brauchen, oder es lohnt sich eh nicht.

Hält man genügend Sicherheitsabstand, kann man auch die eigentliche Spur bereits zum Beschleunigen nutzen, ohne den Sicherheitsabstand beim Ausscheren zu unterschreiten. Also Beschleunigung 100% auf der anderen Spur = Humbug.

Wenn's nur ein ganz klein wenig Unterschreitung ist, naja gut, aber ich erlebe es ja zu oft, dass schon im Windschatten (heran)gefahren wird, bis der Überholvorgang dann mit bisweilen weniger als einer Fahrzeuglänge Abstand einsetzt (dank übermotorisierter Fahrzeuge und zu viel Spritgeld in der Börse manchmal auch quasi aus dem Stand heraus, also nach vorheriger Drängelei).

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Montag, 26. März 2018, 21:40

OK.

Ausgangslage war ja ein per Assistent im Sicherheitsabstand hinterherfahrender LKW, der überholen möchte, wenn der Vordermann wegen seines großen Gewichtes an Steigungen zu langsam wird.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »SoundofN1« (26. März 2018, 21:40)