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Sonntag, 20. Mai 2018, 02:43

macht es unter den heutigen Gegebenheiten Sinn, in Offenbach wieder einen Oberleitungsbus einzuführen?

Die Ära, in der es in Offenbach einmal einen Oberleitungsbus gab, war zwar eher kurz. Doch als Relikt der damaligen Zeit sind die Oberleitungsmasten immernoch weitgehend vorhanden und dienen heute lediglich dazu, eine Lampenkette zur Straßenbeleuchtung zu tragen, wodurch schon einige Voraussetzungen gegeben sind, um wieder einen Fahrdraht anzubringen.
Wäre es in unter den heutigen technologischen Voraussetzungen wieder wirtschaftlich, in Offenbach den O-Bus wieder einzuführen? Ich denke dabei an akkubetriebene Elektrobusse, die auf einzelnen Abschnitten die Oberleitung nutzen können, um ihren Akku während der Fahrt aufzuladen. Dazu müsste nicht gleich wieder das ganze Netz aufgebaut werden, sondern strategisch sinnvolle Abschnitte.
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2

Sonntag, 20. Mai 2018, 12:15

Hallo,
die Offenbacher planen schon seit einiger Zeit, Elektrobusse einzuführen. Wie weit Deine Idee, abschnittsweise Oberleitungen für die Akkuversorgung einzuführen, das unterstützen kann, weiss ich nicht, aber vielleicht die Offenbacher. Für LKWs baut HessenMobil ja gerade eine Teststrecke auf. Hierzwei Links zu den Offenbacher Elektrobussen:
Der erste von den Offenbachern selbst aus 2017: https://www.offenbach.de/stadtwerke/mobi…-13.03.2017.php
Und hier von einem Branchendienst für Elekrtomobilität vom März 2018: https://www.electrive.net/2018/03/01/off…lektrobusse-um/

Ansonsten denke ich bei Oberleitung und Offenbach eher an die Wiedereinführung der Straßenbahn in Offenbach, die ja seit einiger Zeit auch außerhalb unseres Forums :) diskutiert wird :) .

Lukas

FNF-User

Beiträge: 178

Wohnort: Mühlheim (ehemals Offenbach)

Beruf: Fachinformatiker für Systemintegration

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3

Sonntag, 20. Mai 2018, 12:59

Als gebürtiger Offenbacher kann ich sagen, dass ich eine Wiedereinführung von O-Bussen nicht für wahrscheinlich halte. Nahezu die gesamte Infrastruktur und Relikte aus der damaligen Zeit sind heute bereits verschwunden oder schwierig wiederherstellbar und vom Fahrgastaufkommen nicht mehr zeitgemäß (Wendestelle Ostendplatz, Zweig zum Goethering, etc.).

Ich würde mir für Offenbach ein kleines Straßenbahnnetz wünschen. Mir schweben da vor, die Linie 101 zwischen Stadthalle und Hans-Böckler-Siedlung durch eine Straßenbahnlinie zu ersetzen und die Frankfurter Straßenbahnlinie 16 von der Stadtgrenze über den Hauptbahnhof zum Marktplatz oder über die Frankfurter Straße wieder bis zur Kaiserstraße fahren zu lassen.

Zur besseren Anbindung von Sachsenhausen sollte auch die Buslinie 46 parallel zur S-Bahn über die Berliner Straße zum Marktplatz und Hauptbahnhof fahren.

Zum Thema E-Busse habe ich letztens auf YouTube einen Beitrag gesehen, bei dem Leute von einer Universität die Umweltaspekte von Euro 6-Bussen mit AdBlue und E-Bussen verglichen haben. Dabei kam raus, dass der Euro 6-Bus fast reine Frischluft aus dem Auspuff spuckt. Deshalb bin ich der Meinung, dass Verkehrsunternehmen wie die OVB weiterhin auf Euro 6-Fahrzeuge setzen sollten bis die E-Mobilität ausgereizter ist.

Ansonsten ist das Busnetz der OVB bisher eigentlich gut aufgestellt. Im Dezember soll es ja umgeplant werden, da man auf einigen Linien bessere Takte anbieten möchte und Gebiete besser erschließen will.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lukas« (20. Mai 2018, 12:59)


4

Montag, 21. Mai 2018, 20:07


Zum Thema E-Busse habe ich letztens auf YouTube einen Beitrag gesehen, bei dem Leute von einer Universität die Umweltaspekte von Euro 6-Bussen mit AdBlue und E-Bussen verglichen haben. Dabei kam raus, dass der Euro 6-Bus fast reine Frischluft aus dem Auspuff spuckt. Deshalb bin ich der Meinung, dass Verkehrsunternehmen wie die OVB weiterhin auf Euro 6-Fahrzeuge setzen sollten bis die E-Mobilität ausgereizter ist.

Die reine Frischluft hat halt einen nicht unerheblichen Anteil an fossilem CO2. Das größte Problem bei der Ökobilanz der Batteriebusse ist wohl, dass man zwei braucht, um einen Dieselbus zu ersetzen. Um den Aufwand, den Bus zu bauen, durch Elektrostrom (bei deutschem Mix halt immer noch mit einem großen Anteil Braunkohle-CO2) wieder gut zu machen, muss der Bus schon lange fahren. Kleinere Batterien, dafür weitgehend Oberleitungsbetrieb, das wäre im Gegensatz zum reinen Batteriebus eine ökologisch sinnvolle Alternative. Bei Baustellen oder Unfällen ist man Dank Batterie flexibler als die Tram und der Aufwand zum Herrichten der Strecke ist geringer (Nur Oberleitungen, keine Gleistrasse). Leider ist mir keine Stadt in Deutschland bekannt, die sich das anschaut.

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Dienstag, 22. Mai 2018, 08:40

Eine fundierte Untersuchung finde ich die Sache schon wert. Die Ergebnisse dürfen auch eine gewisse allgemeine Gültigkeit haben.
Sicherlich macht es nur auf stark genutzten Strecken bzw Streckenabschnitten bzw Achsen Sinn. Außenäste können dann mittels Batterie, Diesel oder Wasauchimmer befahren werden. Möglicherweise kann bei E-Bussen auf Ladeinfrastruktur an den Endstellen verzichtet werden.

Das ganze hängt natürlich auch von der Zielsetzung ab, beispielsweise Zeit und Kostenrahmen oder Vermeidung von Emissionen nur in den Innenstädten oder im gesamten Verkehrsgebiet usw.

6

Dienstag, 22. Mai 2018, 11:48

In Anbetracht aufkommender Alternativen (Hybridantrieb, E-Busse, Brennstoffzelle) würde ich den klassischen O-Bus für ein Auslaufmodell halten. Es muss Gründe haben, dass er sich nicht durchgesetzt hat. Vor allem die erforderliche Infrastruktur ist ein Problem, erstens teuer, zweitens städtebaulich nicht attraktiv.

7

Dienstag, 22. Mai 2018, 17:29

Kleinere Batterien, dafür weitgehend Oberleitungsbetrieb, das wäre im Gegensatz zum reinen Batteriebus eine ökologisch sinnvolle Alternative. Bei Baustellen oder Unfällen ist man Dank Batterie flexibler als die Tram und der Aufwand zum Herrichten der Strecke ist geringer (Nur Oberleitungen, keine Gleistrasse). Leider ist mir keine Stadt in Deutschland bekannt, die sich das anschaut.


...und dazu präsentieren wir: den Solaris Trollino in Esslingen. Der fährt, wo Oberleitung hängt, unter Fahrdraht und ansonsten Batterie betrieben.

Das gibt es also schon. Allerdings ist Esslingen ein Betrieb, der schon immer ohne Unterbrechung O-Busse hat. Die Linien, auf denen der Trollino fährt, sind aber neue Linien, auf denen vorher Dieselbusse fuhren. Neue Infrastruktur wurde zwar nicht gebaut, jedoch vorübergehend "stillgelegte" Abschnitte reaktiviert.
Daneben gibt es noch die klassische O-Bus-Linie 101, wo die Van Hool fahren.

In Offenbach müsste man das alles erst einmal bauen, während Esslingen da auf ein Bestandsnetz zugreifen kann.

Hier mal der Link zur offiziellen Seite der SVE, da gibt es auch etwas über die historische Entwicklung: http://www.sve-es.de/,Lde/start.html
Viele Grüße, vöv2000

8

Dienstag, 22. Mai 2018, 23:32

In Anbetracht aufkommender Alternativen (Hybridantrieb, E-Busse, Brennstoffzelle) würde ich den klassischen O-Bus für ein Auslaufmodell halten. Es muss Gründe haben, dass er sich nicht durchgesetzt hat. Vor allem die erforderliche Infrastruktur ist ein Problem, erstens teuer, zweitens städtebaulich nicht attraktiv.

Das Argument "hat sich nicht durchgesetzt" ist aber ein schwaches. 1901 waren Elektroautos in New York in der Mehrheit, haben sich aber nicht durchgesetzt. Das muss ja Gründe haben.

Wenn sich wesentliche Parameter ändern, muss man sich Technologien wieder anschauen und neu bewerten. Batteriebusse haben im Moment noch erhebliche Nachteile gegenüber Dieselbussen. Strecken, auf denen die Busse ihre Batterien nicht nutzen müssen, helfen, einige dieser Nachteile wett zu machen. Und da werden O-Bus-Linien vielleicht doch wieder interessant. Städtebauliche Bedenken verstehe ich. Aber das z.B. von Klaus geforderte Straßenbahnnetz für Offenbach hätte nicht nur Oberleitungen, sondern auch noch Gleistrassen - und die sind noch unschöner. Die finde ich als Radfahrer nicht nur unschön, sondern weiß aus leidlicher Erfahrung, dass sie auch noch gefährlich sind.

9

Mittwoch, 23. Mai 2018, 00:17

Hallo,

in Offenbach einfach mal so alte Lichtmasten reaktivieren, das wird sicher nix.

Aber, ich schau mir das grad wieder in Lublin an. Da hängen die Oberleitungsdrähte, teilweise an abenteuerlichen Lichtmasten. Und es funktioniert.

Vielleicht sollten wir unseren technischen Standard mal minimalisieren...

Davon ab, der zugekaufte Strom sollte nicht zu teuer sein. Falls es überschüssigen Eigenstrom gibt... umso besser.

Schade, das es den Betriebshof Höchst nicht mehr gibt. Einiges,, was da vorbeigefahren ist, wäre eine gute Umrüstlinie gewesen.

MfG F-ZZ