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Donnerstag, 18. Oktober 2018, 08:31

Fahrscheinloser Busverkehr in Dünkirchen

Der Guardian berichtet über kostenlosen Busverkehr in Dünkirchen. Zunächst wird über Eindrücke des Journalisten beim Busfahren berichtet. Begeisterte Passagiere, Auslastung bis zu +130% auf einigen Linien. Und natürlich: Zurückgewinnen des öffentlichen Raums - "Reclaim the public space". Dünkirchen ist die bisher größte Stadt (200'000), die mit kostenlosen Bussen experimentiert. Ein Gewerkschaftler kritisiert, dass das, was nichts koste, auch nicht wertgeschätzt werde. Kurz wird auch erwähnt, das Deutschland erwogen hat, den ÖPNV in ein paar Städten kostenlos zu machen, dies aber schnell wieder zurückgezogen hat. Es wird die Frage aufgeworfen, ob denn nun wirklich Autofahrer auf den Bus umsteigen würden, oder ob es nur Fußgänger und Radfahrer seien. Es wird sogar von einer "Anti-Fußgänger, Anti-Fahrrad"-Maßnahme gesprochen. (Ich glaube ja, dass sich die Effekte hier eher lang- als kurzfristig zeigen werden. Wer mit kostenlosem Bus aufwächst, wird eine andere Einstellung zum Auto haben, als jemand, der seit 40 Jahren sein Auto fährt). Dann gibt es am Ende des Artikels noch einen kurzen Blick nach Paris, wo der Anteil der Fahrgäste an der Finanzierung des ÖPNV nicht 10% wie in Dünkirchen, sondern 50% beträgt. Hier sei ein kostenloser ÖPNV nicht sinnvoll, selbst eine Preisreduktion gäbe keinen Sinn, so die zitierten Experten.