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Mittwoch, 19. Oktober 2005, 21:45

BRB: Tram-Takt wird ausgedünnt

Hallo zusammen,

im Gegensatz zu Frankfurt sieht es um die Zukunft der Tram in Brandenburg/Hvael nicht gerade gut aus. Nachdem im September 2002 die Tramlinie 1 im Abschnitt Anton-Saefkow-Allee - Kirchmöser West eingestellt worden ist soll zum 11. Dezember der Takt auf den drei Linien teilweise auf einen Stundentakt (!!!) ausgedünnt werden, aber lest selbst:

Link zur Meldung bei DSO



MfG aus FBZ
Jonathan

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Horlofftalbahner« (19. Oktober 2005, 21:46)


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Mittwoch, 19. Oktober 2005, 22:19

Im aktuellen Straßenbahn Magazin wird auch ausführlich auf dieses Thema eingegangen. Scheint ja echt nicht so gut um die Tram an der Havel zu stehen. :(
Rück' stets zur Wagenmitte rein, noch andre steigen nach dir ein!

Tatrafan

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3

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 04:00

Klasse. Und wieder mal eine Straßenbahn, deren Existenz von den Autolobbyisten "aus Kostengründen" in Frage gestellt wird... X( X( X( Stundentakt am Tag??? So ein Schwachsinn!!!! Damit wird der Tram ja jegliche Existenzgrundlage entzogen; in einer Stunde (wenn gerade eine Bahn weg ist) ist man derweilen auch gelaufen!!

Wegen Geld: vor wenigen Jahren erst hat man auch in BRB in KTNF6 investiert (wers nicht wissen sollte: Umbau ex KT4D mit neuem, "eingeschobenem" niederflurigen Mittelteil), und diese Fahrzeuge habe ihre zwei HUs umfassende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer noch lange nicht hinter sich.... aber das interessiert offenbar niemanden.

Bleibt nur zu hoffen, daß die Tram als Ganzes nicht das nächste Opfer sinnloser neu-deutscher Sparwut wird... :(

Wer meine Emotionen hinter dem Text nicht begreift, der folge Horlofftalbahners Link und lese den dortigen Thread.... dann wirds klar, besonders wenn man wie ich Schienenbahnfreund ist.
Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

4

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 08:39

Hallo.
Vielleicht sollte man den Leute die sich sowas ausdenken mal für einen Monat das Auto wegnehmen :P ,
auf das sie dann auf die stündlich fahrende Tram warten müssen.

Gruß ins Forum.
Bahnübergänge sind die härtesten Drogen! Ein Zug und du bist weg!

Alf_H

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5

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 12:27

Schlechte Nachrichten, die man hier aus Brandenburg zu hören bekommt.
Eine Ausdünnung vom 15-Minuten-Takt auf einen 60-Minuten-Takt ist schon "krass" und überdies wohl eine (sehr bedauerliche) Seltenheit.
Nach der Einstellung eines Streckenastes letztes Jahr, war dies aber leider abzusehen. Man setzt wohl eher auf die "Gummi-Bahn". Die Unterhaltung eines Straßenbahnnetzes ist natürlich auch nicht ganz günstig. Aber die neuen Bundesländer waren eigentlich immer recht vorbildlich, was das Angebot (Takt, Linien) an Straßenbahnen angeht. Siehe heute noch Leipzig, Erfurt usw.
Zu "Ostzeiten" wurde gefahren, bis alles runtergewirtschaftet war. Aber es wurde gefahren. Auf einem sanierungsbedürftigen Netz mit (alten) Tatra. Es gab halt keine Alternative, und PKW-Verkehr gab es damals nicht in dem heutigen Maße. Also musste ÖPNV gefahren werden so gut und oft es ging. Nun sind halt viele Bürger auf den (flexibeleren) PKW umgestiegen. Aber das kann sich bei den Benzinkosten, Arbeitsmarktsituation und anderen Faktoren auch (sehr) schnell wieder ändern. Bleibt zu hoffen, daß die Brandenburger doch noch etwas unternehmen, um ihre Stadtpolitiker aufzuwecken. Wenigstens bleibt das jetztige Netz (erst einmal) erhalten. Wenn der Bedarf steigt, wird man wohl nicht umherkommen, den Takt wieder zu erhöhen.
Capri-Sonne heisst jetzt "Capri Sun". :( Sonst ändert sich nix. Der "alte" Name muss wieder her ! ;(

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Alf_H« (20. Oktober 2005, 12:27)


6

Donnerstag, 20. Oktober 2005, 19:01

@Alf

Ob der Bedarf mit einem Stundentakt steigen wird, darf mehr als bezweifelt werden. Denn durch diesen Stundentakt wird die Tram sehr unattraktiv gemacht und die Nachfrage wird weiter sinken, was letzten Endes zur Einstellung der gesamten Tram zur Folge haben wird. Die Einstellung der Tram nach Kirchmöser war nur der Anfang. Schade, dass die Tram in Brandenburg nicht einen so hohen Stellenwert hat wie zum Beispiel in Nordhausen oder in Halberstadt.

Die Alternative zum Stundentakt wäre die Einstellung der SL 2 zur Quenzbrücke gewesen, die wenn nicht dort der Umsteigepunkt zur Buslinie Richtung Kirchmöser wäre, ihre Daseinsberechtigung eh schon verloren hätte.

Es ist wie bei der Horlofftalbahn, wenn man wirklich will, kriegt man alles kaputtgerechnet ;( ;( ;( .

Übrigens von der Tram sieht man in Plaue und Kirchmöser heute so gut wie gar nichts mehr, die Gleise sind größtenteils abgebaut und auf der Überland-Strecke ist bereits ein Radweg angelegt worden...



MfG aus FBZ
Jonathan