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Jan

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  • »Jan« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 18. Februar 2008, 13:16

[H] üstra kauft 50 neue Stadtbahnwagen ab 2012

Zitat

Nachfolger für den 30 Jahre alten TW 6000:

üstra kauft 50 neue Stadtbahnwagen ab 2012
15.02.2008

Ab 2012 wird die üstra 50 neue Stadtbahnen anschaffen. Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge zu 50 Prozent durch Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) gefördert werden. Dies hat der Aufsichtsrat des Unternehmens auf seiner heutigen Sitzung in Hannover beschlossen. Die neuen Fahrzeuge sollen bis 2014 ausgeliefert werden.
Grund für den Kauf ist, dass die ältesten im Einsatz befindlichen Stadtbahnfahrzeuge des Typs TW 6000 ein Alter von 30 Jahren erreicht haben. Dadurch nehmen Störungen zu, Ausfälle häufen sich, Ersatzteile sind immer schwerer zu beschaffen und die Akzeptanz der Kunden für das in die Jahre gekommene grüne Modell nimmt ab. Langfristig benötigt die üstra insgesamt 146 neue Stadtbahnwagen bis 2023 als Ersatz für die Wagen des Typs TW 6000.

Gegenüber dem TW 6000 soll das neue Fahrzeug auch für mobilitätseingeschränkte und ältere Fahrgäste leichter zugänglich sein sowie einen besseren Sitzkomfort und mehr Platz für Rollstühle, Kinderwagen, Fahrräder und Gepäck bieten. Für die Fahrer wird es ergonomische Arbeitsplätze geben, die die Fehlzeiten wegen Rückenbeschwerden und Bandscheibenschäden senken sollen.
Das neue Stadtbahnfahrzeug benötigt keine Klapptrittstufen mehr, da es auf den Stadtbahnlinien 3 und 8 eingesetzt werden kann, die ab 2009 komplett mit Hochbahnsteigen ausgestattet sind. Durch die damit verbundene Gewichtseinsparung und durch eine effizientere Energierückspeisung kann der Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent gesenkt werden. Pro Neufahrzeug ergibt das eine Einsparung von 13,8 Tonnen des Klimagifts CO2 pro Jahr.

Die üstra kalkuliert mit einem Durchschnittspreis von 2 bis 2,5 Millionen Euro für ein neues Fahrzeug. Eine Marktstudie hat ergeben, dass eine grundlegende Überholung und neue Gestaltung der alten Stadtbahnen wegen des zu erwartenden Rückgangs an Fahrgästen in diesen Fahrzeugen unter dem Strich teurer käme als die Beschaffung neuer Wagen. Die üstra wird nun ein Lastenheft mit allen Anforderungen an das neue Stadtbahnfahrzeug erstellen und den Auftrag im nächsten Jahr europaweit ausschreiben.

Quelle: Presseinformation der üstra
Das ist dein Moment komm und lebe und erfüll dir deinen Traum, das ist dein Moment komm und fliege wie ein Stern durch Zeit und Raum.
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Wo ich meine Träume fand und immer find, bei dir sind alle Sorgen frei, böse Worte werden gut und fein, du hast das Glück gebucht und niemals Langeweile.

Nur Mut, schwächt das Böse seid stark, wenn ihr ihm begegnet - dort oben...
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Charly

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2

Montag, 18. Februar 2008, 18:56

Zitat

Eine Marktstudie hat ergeben, dass eine grundlegende Überholung und neue Gestaltung der alten Stadtbahnen wegen des zu erwartenden Rückgangs an Fahrgästen in diesen Fahrzeugen unter dem Strich teurer käme als die Beschaffung neuer Wagen.

Was mir nicht ganz klar ist:
Wieso rechnet die Üstra mit einem Fahrgastrückgang ("...in diesen Fahrzeugen")? Rechnet man generell mit einem Fahrgastrückgang (was gegen den bundesweiten Trend wäre), oder nur mit einem Rückgang falls man die TW 6000er modernisiert hätte, weil man befürchtet, dass die Fahrgäste dann warten würden bis ein neuer Zug käme?

Letzteres wäre auch recht ungewöhnlich, habe noch nie gehört, dass ein Betrieb derartiges (nur vage zu vermutendes...) Fahrgastverhalten als Kriterium für eine Bestellung heranzieht? (In der Regel ist doch der erste Zug grundsätzlich immer der Letzte ;)).

Tatrafan

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3

Dienstag, 19. Februar 2008, 03:54

Zitat

Original von Charly
Was mir nicht ganz klar ist:
Wieso rechnet die Üstra mit einem Fahrgastrückgang ("...in diesen Fahrzeugen")? Rechnet man generell mit einem Fahrgastrückgang (was gegen den bundesweiten Trend wäre), oder nur mit einem Rückgang falls man die TW 6000er modernisiert hätte, weil man befürchtet, dass die Fahrgäste dann warten würden bis ein neuer Zug käme?


Letzteres. Von einem generellen Fahrgastrückgang kann im GVH und besonders bei der Üstra keine Rede sein, ganz im Gegenteil - dafür sprechen auch die inzwischen regulär in der HVZ fahrenden Tw-2000-Langzüge (2500er+2000er) auf den Linien 1 (da freilich nur Langenhagen - Rethen Nord, weiter bis Sarstedt "nur" noch der 2500er), 3 und 4 - bis vor einigen Jahren waren Langzüge nur zu Sonderveranstaltungen anzutreffen, inzwischen sind sie wenigstens in der HVZ ein alltägliches Bild. - Ich merke, ich schweife ab: die Befürchtung der Üstra ist, daß die Fahrgastakzeptanz für die "alten Kisten" sinkt, selbst wenn diese modernisiert werden - weil sie eben nach wie vor als "alt" gelten würden, und die meisten Leute wollen nun mal was Neues, Modernes. Ergo: würde man weiter auf die 6000er (ggf. auch modernisiert) setzen, würden möglicherweise Fahrgäste von den damit befeuerten Linien abwandern (man befürchtet, daß diese Linien an sich dann weniger Fahrgäste anziehen und diese zurück aufs Auto wechseln). In meinen Augen eine eher grundlose Befürchtung (viele Leute realisieren tatsächlich kaum die Unterschiede zwischen den Bauarten), aber auch nicht völlig von der Hand zu weisen - vgl. dazu hierzulande die leidenschaftlichen Diskussionen um den Einsatz von ET 423 bzw. eben deren weitgehenden Nicht-Einsatz auf den Flughafenlinien S8 und S9. Auch hier habe ich immer wieder sinngemäß gelesen ".... werden mit dem alten Krempel bedient anstatt mit modernen Fahrzeugen". Ob die älteren Fahrzeuge dabei objektiv vielleicht sogar Vorteile gegenüber den neueren haben, interessiert absolut nicht - "neu" gilt der großen Allgemeinheit immer als "besser", und dem versucht die Üstra gerecht zu werden.

Stichhaltiger sind dagegen die anderen Argumente für Neubaufahrzeuge (so gern ich persönlich auch mit den 6000ern fahre, entschieden lieber als mit den 2000ern ;) ) : geringerer Stromverbrauch, zunehmend schwieriger werdende Ersatzteilbeschaffung für Altfahrzeuge, immer größer werdende Ausfallzeiten älterer Fahrzeuge (da störanfälliger, weil viele Komponenten einfach das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und den Geist aufgeben). Und wenn man da für eine grundlegende Modernisierung doch recht ordentlich Geld reinstecken müßte.... da kann man als Betrieb tatsächlich auch gleich Neufahrzeuge beschaffen (und versuchen, die Altfahrzeuge gegen Geld loszuwerden, Interessenten für die 6000er gibts doch einige), die bieten (wenn vorher ausgiebig getestet!!!) höhere Ausfallsicherheit - und Garantieleistungen des Herstellers, was man bei Ausfällen der alten Bahnen nicht mehr hat.

Zitat

Letzteres wäre auch recht ungewöhnlich, habe noch nie gehört, dass ein Betrieb derartiges (nur vage zu vermutendes...) Fahrgastverhalten als Kriterium für eine Bestellung heranzieht?


Och, naja..... in Hannover ist so manches ungewöhnlich ;) :D Aber im Ernst: nach meinen Beobachtungen wird in Hannover generell sehr stark versucht, auf das Fahrgastverhalten und die allgemeinen Wünsche der Fahrgäste einzugehen, weitaus mehr als in vielen anderen Regionen (auch hier). Da nimmt es nicht wunder, daß man derartige Überlegungen öffentlich verkündet und als Beschaffungskriterium äußert (ob es dann tatsächlich intern verwendet wird, ist eine andere Frage, aber es klingt für das Publikum erstmal gut).

Zitat

(In der Regel ist doch der erste Zug grundsätzlich immer der Letzte ;)).


Oh ja - wie wahr, wie wahr, und das ist dort nicht anders als hier ;)
Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

4

Dienstag, 19. Februar 2008, 08:23

Zitat

Original von Tatrafan
Von einem generellen Fahrgastrückgang kann im GVH und besonders bei der Üstra keine Rede sein, ganz im Gegenteil - dafür sprechen auch die inzwischen regulär in der HVZ fahrenden Tw-2000-Langzüge (2500er+2000er) auf den Linien 1 (da freilich nur Langenhagen - Rethen Nord, weiter bis Sarstedt "nur" noch der 2500er), 3 und 4 - bis vor einigen Jahren waren Langzüge nur zu Sonderveranstaltungen anzutreffen, inzwischen sind sie wenigstens in der HVZ ein alltägliches Bild.


Der Einsatz der 3-Wagen-Züge hat einen anderen Hintergrund. Bis vor - ich glaube - 5 oder 6 Jahren hatte man in Hannover einen Sommer- und einen Winterfahrplan. Im Winterfahrplan ist man grundsätzlich in den HVZ im 7/8-Minuten-Takt gefahren, während man im Sommerfahrplan generell im 10-Minuten-Takt gefahren ist. Heute fährt man generell einen 10-Minuten-Takt. Ausnahmen sind heute wie damals nur die Linien 10 und 17, die ganztags im 7/8- bzw. 15-Minuten-Takt fahren. Um die Taktstreckung auszugleichen, setzt man auf der nachfragestärksten Linie 1, weil hier die Infrastruktur auch mehr oder weniger schon vorhanden war, zwischen Langenhagen und Rethen Nord 3-Wagen-Züge ein. Der 3. Wagen wird, wie Tatrafan richtig gesagt hat, in Rethen Nord abgehängt und wendet über die Schleife Rethen (Linie 2) und wird dem nächsten 2-Wagen-Zug, der von Sarstedt kommt, wieder angehängt. In Laatzen können an einigen Haltestellen - ich glaube es sind Dorfstraße, Am Barbrinke, Werner-von-Siemens-Platz und Bf Laatzen/Eichenstraße - die 1. und die letzte Tür nicht geöffnet werden, da die Haltestellen für die Zuglänge nicht ausgebaut sind. Nach dem die ÜSTRA den Fahrzeugeinsatz optimiert hat und weitere Strecken für den TW2000 ausgebaut wurden, konnten die TW2000, die bis dahin nur auf den Linien 1, 2, 6, 8 und 11 zum Einsatz kamen, auf weiteren nachfragestarken Linien eingesetzt. Es folgte zunächst die Linie 4 zwischen Roderbruch und Garbsen und seit Ende 2006 auch die Linie 3 zwischen Wettbergen und Altwarmbüchen. Auch hier kommen in der HVZ 3-Wagen-Züge zum Einsatz. Die 3-Wagen-Züge fuhren in den ersten Jahren nur im Winterhalbjahr. Ich glaube mittlerweile werden die 3-Wagen-Züge auch im Sommerhalbjahr eingesetzt.

Trotzdem begrüße ich die Entscheidung der ÜSTRA neue Fahrzeuge (TW3000) anzuschaffen. Die TW6000 sind zwar ganz nette Fahrzeuge, aber mittlerweile hat der Zahn der Zeit auch an ihnen gefressen.
Gruß Tommy

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5

Montag, 14. März 2016, 22:41

Über den neuen TW 3000 gäbe es jede Menge zu berichten - hier ein Vergleich mit den U5-Wagen in Frankfurt

Zitat

Nachfolger für den 30 Jahre alten TW 6000:

üstra kauft 50 neue Stadtbahnwagen ab 2012
15.02.2008

Ab 2012 wird die üstra 50 neue Stadtbahnen anschaffen. Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge zu 50 Prozent durch Fördermittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) gefördert werden. Dies hat der Aufsichtsrat des Unternehmens auf seiner heutigen Sitzung in Hannover beschlossen. Die neuen Fahrzeuge sollen bis 2014 ausgeliefert werden.
Grund für den Kauf ist, dass die ältesten im Einsatz befindlichen Stadtbahnfahrzeuge des Typs TW 6000 ein Alter von 30 Jahren erreicht haben. Dadurch nehmen Störungen zu, Ausfälle häufen sich, Ersatzteile sind immer schwerer zu beschaffen und die Akzeptanz der Kunden für das in die Jahre gekommene grüne Modell nimmt ab. Langfristig benötigt die üstra insgesamt 146 neue Stadtbahnwagen bis 2023 als Ersatz für die Wagen des Typs TW 6000.

Gegenüber dem TW 6000 soll das neue Fahrzeug auch für mobilitätseingeschränkte und ältere Fahrgäste leichter zugänglich sein sowie einen besseren Sitzkomfort und mehr Platz für Rollstühle, Kinderwagen, Fahrräder und Gepäck bieten. Für die Fahrer wird es ergonomische Arbeitsplätze geben, die die Fehlzeiten wegen Rückenbeschwerden und Bandscheibenschäden senken sollen.
Das neue Stadtbahnfahrzeug benötigt keine Klapptrittstufen mehr, da es auf den Stadtbahnlinien 3 und 8 eingesetzt werden kann, die ab 2009 komplett mit Hochbahnsteigen ausgestattet sind. Durch die damit verbundene Gewichtseinsparung und durch eine effizientere Energierückspeisung kann der Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent gesenkt werden. Pro Neufahrzeug ergibt das eine Einsparung von 13,8 Tonnen des Klimagifts CO2 pro Jahr.

Die üstra kalkuliert mit einem Durchschnittspreis von 2 bis 2,5 Millionen Euro für ein neues Fahrzeug. Eine Marktstudie hat ergeben, dass eine grundlegende Überholung und neue Gestaltung der alten Stadtbahnen wegen des zu erwartenden Rückgangs an Fahrgästen in diesen Fahrzeugen unter dem Strich teurer käme als die Beschaffung neuer Wagen. Die üstra wird nun ein Lastenheft mit allen Anforderungen an das neue Stadtbahnfahrzeug erstellen und den Auftrag im nächsten Jahr europaweit ausschreiben.

Quelle: Presseinformation der üstra
Mehr zu diesem Vergleich auf dieser Seite: Warum U2 Wagen doof/toll/{besser/viel schlimmer als die U5-Wagen} sind

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