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381

Samstag, 5. Mai 2018, 08:21

Wie wäre es mit: "Verehrte Fahrgäste, bitte haben Sie noch einen Moment Geduld, es geht in Kürze weiter!"
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Samstag, 5. Mai 2018, 23:27

Fehlende Durchsage: in solchen Fällen tue ich mich, ehrlich gesagt, auch immer schwer - was soll ich da sagen? "Wegen fehlendem Lokführer..."? Darf ich nicht wegen Image-Blabla

Aber genau wegen der nicht offenen und direkten Kommunikation hat die Bahn meiner Ansicht nach ein großes Imageproblem.

Vielen Dank, @Tatrafan für Deine gute Schilderung :)

Heute war es in Rhein-Neckar noch viel schlechter:
Im Zug wurde durchgesagt, dass eine Technische Störung auf der Strecke die Ursache für unsere Verspätung ist und auf den Zuganzeigern war die technische Störung an einem anderen Zug. :whistling:

Als ich in Mannheim vor der großen Tafel stand, wurde die RB44 mit "heute auf Gleis 1" angekündigt, welche eigentlich schon seit 4 Minuten weg sein soll. Da ich wegen der DB +30 hatte, wollte ich die Situation nutzen, um mit der RB44 nach LU zu fahren, um dort nach Bussen zu gucken, bevor meine S-Bahn kam.

Nur fuhr soeben ein Triebzug der Baureihe 425 mit "Nicht einsteigen" auf Gleis 1 ein (kommt da im S-Bahn-Betrieb sehr häufig vor, dass da ein Teil nicht weiter fährt). Alle Fahrgäste ratlos. Wenige Mutige steigen ein. Ich dann auch, fragte, ob innen eine Durchsage kam. Verneinend hoffte die gefragte Dame auch, dass der Zug nach Mainz fährt. Da mir das Risiko zu groß war, meine S-Bahn zu verpassen, bin ich rückwärts (mit Rad) wieder raus. Draußen sah man dann plötzlich neben dem "Nicht einstiegen" die RB44 auf der Anzeige. Ich also zur nächstbesten Tür wieder rein und konnte nicht so recht, weil innen nun zu viele Leute durchgingen. Also unnötige Verzögerung beim Zustieg durch miserable Information am/im/vor dem Zug.

Mit dem Erlebnis heute habe ich den Eindruck, dass die Bahn keinen Bock hat, eine gewisse machbare solide Grundstruktur in ihren Betriebsablauf reinzubringen.

383

Montag, 7. Mai 2018, 15:26

Auch zur Zeit wieder vereinzelte Ausfälle, gemixt mit Folgen aktueller Störungen (Gegenstände in Oberleitung ?) und vorausgegangen Stellwerksstörung (OF sowie F-Süd)

384

Mittwoch, 9. Mai 2018, 17:37

Heute ist auch schon wieder der Wurm drin. Wegen einer Störung "im Bereich Frankfurt Hauptbahnhof" kam es heute Morgen schon zu Verspätungen und Ausfällen. Die S2 um 8.24 ab Höchst fuhr beispielsweise nur nach Griesheim. Das war aber nur eine Momentaufnahme .... :sleeping:

385

Mittwoch, 9. Mai 2018, 19:47

Der war auch am Nachmittag noch aktiv und hat wohl einiges durcheinander gebracht. Abgesehen vom üblichen Zufallsfahrplan sind auf der S2 jetzt noch Langzüge (nicht die HVZ Verstärker ) unterwegs, einer davon sogar aus 430 gebildet ?(

Tatrafan

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386

Donnerstag, 10. Mai 2018, 02:30

Verspätungsursache Notsprechstelle

Eine Verspätungsursache sind übrigens seit einigen Wochen auch diese dämlichen Notsprechstellen-Anforderungstaster, ganz besonders im 430.

Wie das? Es gibt inzwischen eine offizielle Weisung "Angemessene Reaktion auf Sprechstellen" oder so ähnlich. Was ich davon halte, dürfte wohl kaum ein Geheimnis sein... jedenfalls steht da auch drin, wie bei Notsprechstellen zu verfahren ist. Das sind die Dinger neben den RMV-Verspätungsta-, äh, ich meine, neben den Einstiegshilfe-Anforderungs-Tastern aka. Rolli-Tastern in den Mehrzweckabteilen. Die normalen Sprechstellen an den Türen haben die Eigenart: drückt man den Taster, passiert für den Fahrgast erstmal nichts, es leuchtet die LED "Warten" oder so ähnlich. Im Führerstand wird dieser Sprechwunsch für eine begrenzte Zeit (müßten ca. 5 Sekunden sein) angezeigt, reagiert man in dieser Zeit als Tf nicht darauf, löscht er sich von selbst wieder (Standard bei mir - die Dinger boykottiere ich, das sage ich so, wie es ist. Ich meine, es ist so: ich bekomme als Tf zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit von Ausbildern, Instruktoren, dem Teamleiter usw. ellenlange Vorträge gehalten, was ich im Führerstand alles nicht darf, weil uns als Tf das ja viiiiiiiiel zu sehr ablenken würde und wir ja deswegen an sämtlichen roten Signalen und Bahnsteigenden vorbeibrettern würden - so darf ich während der Fahrt nicht: telefonieren, Musik hören, Personen ohne ausdrückliche Mitfahrberechtigung mit im Führerstand haben usw.; aber dann soll ich die Sprechstellen, die schon deshalb, weil sie zusätzliche Bedienhandlungen des Tf erfordern, noch deutlich mehr ablenken, beantworten?! F.A.! Ich bin Tf, nicht der Conferencier für die Fahrgäste! Wenn ich in meinem Führerstand mal auch offiziell, also ohne daß gleich irgendein EBA-Mitarbeiter, Teamleiter oder sonstwer plärrt, tun und lassen kann, was ICH will (immer unter der Voraussetzung, daß ich nicht an roten Signalen oder Bahnsteigen vorbeischieße, das ist natürlich klar) - dann können wir über die Sprechstellen wieder reden, bis dahin werden die boykottiert, fertig!).

Anders die Notsprechstellen: diese schalten sich sofort auf den Lautsprecher im Führerstand (der, so ganz nebenbei bemerkt, meist dermaßen brutal LAUT!!!!! eingestellt ist, daß man sowieso kaum ein Wort versteht, weil die Dinger einfach nur noch brutal übersteuern - einen Lautstärkeregler gibt es selbstverständlich nicht. Vom Schreck-Faktor, schon alleine durch den Hochsee-Typhon-artigen Signalton, fange ich mal erst gar nicht an). Bei diesen haben wir nun laut Weisung so zu verfahren: da müssen wir nachfragen, was hinten los ist - ist ja immerhin die NOT-Sprechstelle. Diese Nachfrage dürfen wir auch vertagen bis zum nächsten Bahnsteig (was ich auch tue, ich darf ja während der Fahrt keine Einzelgespräche führen - wir erinnern uns...). Meldet sich dann keiner, haben wir:

- den Zug zu sichern,
- den Fahrdienstleiter über die Verzögerung zu verständigen,
- im RIS mittels "Zug steht" die TP zu informieren und dann
- persönlich hinterzugehen und selber nach dem Rechten zu sehen, es könnte ja sein, jemand, der Hilfe braucht, hat mit letzter Kraft zwar den Taster ausgelöst, ist direkt danach aber zusammengebrochen und kann deshalb gar nicht mehr antworten.

Also wird hintergegangen... was aber je nach Entfernung einige Zeit dauert.

In der Regel liegt kein Notfall vor, sondern entweder lehnt / sitzt mal wieder jemand direkt auf der Sprechstelle (und konnte deshalb natürlich die Rückfrage von mir gar nicht hören), der Verursacher ist derweil ausgestiegen, oder ein Fahrrad ist so bescheuert dort abgestellt, daß der Lenker ständig auf den Knopf kommt... tja. Nicht zu ändern. Also: nach Feststellen der Tatsache, daß niemand Hilfe braucht, ist

- wieder vorzugehen
- ggf. der Fahrdienstleiter erneut zu informieren (falls er die Ausfahrt zurückgenommen hatte)
- die Abfahrbereitschaft wieder herzustellen

Erst dann kann weitergefahren werden.

Beim Langzug und Notsprechstelle im 3. Zugteil sind da schnell mal 10 Minuten beisammen :whistling: Eine entsprechende Kundeninformation über die Beschallung gibt es von mir nach der Abfahrt selbstverständlich, damit die Fahrgäste wenigstens im Nachhinein erfahren, warum sie sich jetzt so ausgiebig den vorherigen Halt angucken durften.

Doof, klar, und sorgt bei den Fahrgästen nicht gerade für eitel Freude, auch klar - aber das ist die gültige Weisung. Ignorieren wir als Tf so eine Notsprechstelle und es liegt doch ein echter Notfall vor, haben WIR ein Problem - und zwar ein GROSSES, das kann durchaus als unterlassene Hilfeleistung ausgelegt werden (sehr zur Freude des Staatsanwalts).

Meines Erachtens nach wesentlich intelligenter hat die Berliner S-Bahn das Thema mit den Anforderungstastern an den Sprechstellen gelöst: auf JEDER dieser Sprechstellen ist ein verplombter Deckel drauf, darauf zusätzlich noch die Aufschrift "HELP NOT RUF" (untereinander). Versehentliches Auslösen ist damit ausgeschlossen, und siehe da - dort gibt es dieses Problem und diese Verspätungsursache nicht. Warum das hier bei der S-Bahn Rhein-Main nicht geht - keine Ahnung, dazu befragt bitte den RMV oder den offiziellen S-Bahn-Vertreter eures Vertrauens ;)

Daß diese ausgesprochen lästige und zudem absolut unnötige Verspätungsursache wieder beseitigt wird, wäre äußerst wünschenswert - auf uns als Tf wird da aber zuallerletzt gehört. Deshalb: ruhig beim RMV über dadurch entstandene Verspätungen beschweren, bis es kracht, vielleicht werden die Herrschaften Schlipsfuzzis dann mal einer praxistauglicheren Lösung zugänglich. Uns als Tf gefällt diese Situation nämlich auch nicht, mir persönlich ist schon das permanente Getute und Gequieke, was diese Sprechstellen an massiver Lärmbelastung im Führerstand auslösen, ein absoluter Dorn im Ohr - beim 420 ging es schließlich auch jahrzehntelang ohne Sprechstellen-Gedudel, was für uns nur wieder Mehrbelastung und (nicht von uns gewünschte) Mehrarbeit darstellt.

Wollte euch die Vorstellung dieser Verspätungsursache nicht vorenthalten. Was hilfts (beim Hinterlatschen) - Weisung ist Weisung... :whistling:
Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

387

Donnerstag, 10. Mai 2018, 08:28

Danke für Deine ausführliche Erklärung

die TP
Da wollte ich Dich das letze Mal schon fragen: Für was steht die Abkürzung?


persönlich hinterzugehen und selber nach dem Rechten zu sehen, es könnte ja sein, jemand, der Hilfe braucht, hat mit letzter Kraft zwar den Taster ausgelöst, ist direkt danach aber zusammengebrochen und kann deshalb gar nicht mehr antworten
Soweit richtig. Wäre es aber möglich eine Vielzahl der Fehlalarme alleine schon durch die Videoüberwachung vom Führerstand abzudecken?

Bei den 3-S-Säulen am Bahnsteig in Berlin schaltet sich beim Drücken des Notruftasters die Videoüberwachung ein, so dass die 3-S-Zentrale sich gleich ein Bild von der Situation machen kann.

In der Bahn könnte man auch zusätzlich über die Innenansage kommunizieren und die umgebenden Fahrgäste mit ansprechen. Sollte ein echter Notfall vorliegen, dürfen die umgebenden Fahrgäste auch nicht so lässig alles dem Tf überlassen. Die sind ebenfalls zur ersten Hilfe verpflichtet. Es ist natürlich sorgfältig zu beobachten, ob nicht eine Gruppe böser Menschen das Opfer in seiner Gewalt hat und beim Kamerablick durch den Tf alles so harmlos ausschaut.
Ggf. sollte das Aufschalten der Kameras durch den Tf nach dem "Notfall" zum Kontrollblick noch erlaubt sein und Sprechstellen nach dem "Notfall" natürlich nicht ignoriert werden.

Aber Dein Hinweis zu den Berliner S-Bahnen finde ich auch gut.

388

Donnerstag, 10. Mai 2018, 11:39

Als die aktuelle Generation der S-Bahn-Züge noch ganz neu war, habe ich es auch geschafft, den Rolli-Taster versehentlich auszulösen. Es war gerade Fahrerwechsel und der bisherige Fahrer hat mich dann (freundlich, aber merkbar verstimmt) auf meinen Faux Pas hingewiesen, so dass es nicht zu einer Verspätung kam. Ich war sehr glücklich, als ein paar Wochen später in allen Zügen ein Ring um den Taster geklebt wurde, damit man da nicht mehr versehentlich dran kommt. Die DB sollte daher die Notfalltaster auch dringend gegen versehentliches Auslösen sichern.

Tatrafan

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389

Donnerstag, 10. Mai 2018, 18:09

TP = Transportleitung :)

Die Gedanken zum Kamerablick sind zwar interessant, aber leider nicht umsetzbar: in der S-Bahn haben wir im Führerstand schlicht keine Anzeigemonitore für die Kameras, die zeichnen ausschließlich auf Festplatten auf. Eine Verbindung zu den Displays vorne gibt es nicht. Der Gedanke kam sogar betriebsintern schon mal auf, wurde aber direkt abgebügelt - “neiiiiiinnn, das wäre ja eine Bauartveränderung, was soll das kosten, außerdem wäre das ja EBA-genehmigungspflichtig“ - tja, was soll man dazu noch sagen... :rolleyes:

Abstandshalter-Ringe: auch die Überlegung gab es. Wurde aber leider nie umgesetzt, angeblich wäre es wohl deutlich schwieriger als bei den Rolli-Tastern, passende Ringe zu bekommen und anzubringen... und damit schlief das Thema schon vor Jahren ein. Leider.
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K-Wagen

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390

Donnerstag, 10. Mai 2018, 18:37

tatrafan:

Zitat


Die Gedanken zum Kamerablick sind zwar interessant, aber leider nicht umsetzbar: in der S-Bahn haben wir im Führerstand schlicht keine Anzeigemonitore für die Kameras, die zeichnen ausschließlich auf Festplatten auf.

?( Welchen Sinn haben dann die Kameras überhaupt für eine akute Notlage? Kann sich denn wenigstens die Leitstelle (TP) ein live Bild der Lage machen.
Wenn ich es richtig in Erinneung habe, ist es der Leitstelle der VGF möglich sich direkt auf den Zug aufzuschalten und so sehen kann, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt.
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Tatrafan

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391

Donnerstag, 10. Mai 2018, 19:17

Für akute Notlagen haben sie gar keinen Sinn, waren auch nie dafür gedacht. Sie dienen nur reinen Aufzeichnungszwecken, weiter nichts. Auch die TP hat keinen Zugriff auf die Live-Bilder - eine “Liveübertragung“ sieht überhaupt niemand.

Mit den Aufzeichnungen läuft es so: normalerweise werden die in Endlosschleife wieder überschrieben, aber keine Ahnung, wie lang so eine Schleife ist. Nur die Polizei darf die Aufzeichnungen anfordern. Dann werden wir als Tf von der Polizei oder der TP angewiesen, die aktuelle Schleife zu sichern (sehr einfach übers Führerstands-Display), auf den Platten wird dann eine neue Schleife angelegt. Ausgelesen oder gleich die kompletten Platten getauscht wird dann von Werkstattpersonal (entweder in der ET-Werkstatt, oder sie kommem nachts raus in die Abstellanlage), damit haben wir nichts zu tun.
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K-Wagen

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392

Donnerstag, 10. Mai 2018, 19:28

Danke für die Erläuterung. Steigert mein Sicherheitsgefühl ins Unermessliche :rolleyes:
Nein,- Orwell will ich auch nicht aber, dass sich jemand einen live Überblick im Notfall über die Lage vor Ort verschafft wäre auch für den Tf eine Hilfe.

OK, diese Diskussion gehört nun in einen andern Thread.
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Charly

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393

Donnerstag, 10. Mai 2018, 21:04

Wenn ich es richtig in Erinneung habe, ist es der Leitstelle der VGF möglich sich direkt auf den Zug aufzuschalten und so sehen kann, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt.
Das verwechselst Du wahrscheinlich mit den Überwachungskameras in den Stationen, da kann die Leitstelle sich aufschalten. Die Anlagen in den Wagen zeichnen wie in der S-Bahn nur stationär auf. Im übrigen ist Videoüberwachung nach dem Datenschutzgesetz ein Eingriff in Persönlichkeitsrechte, daher ist direkte Überwachung m.W. nicht zulässig.

keine Ahnung, wie lang so eine Schleife ist.
M.W. reicht die Kapazität in den Frankfurter Fahrzeugen für maximal 96 Stunden. Falls es in dieser Zeit polizeirelevante Vorfälle gab, müssen die Platten ausgetauscht und die Bilder der Polzei zur Verfügung gestellt werden. Ansonsten tritt auch hier die von Tatrafan genannte Endlosschleife in Kraft.

Uli Nobbe

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394

Samstag, 12. Mai 2018, 13:56

*einklink*
Dein Beitrag lässt mich auf gleich mehreren Ebenen hellhörig werden.

Anders die Notsprechstellen: diese schalten sich sofort auf den Lautsprecher im Führerstand (der, so ganz nebenbei bemerkt, meist dermaßen brutal LAUT!!!!! eingestellt ist, daß man sowieso kaum ein Wort versteht, weil die Dinger einfach nur noch brutal übersteuern - einen Lautstärkeregler gibt es selbstverständlich nicht.

Na, da hat die Technik aber bös' versagt: Ein simpler Limiter, ggf. mit banalem Kompressor, löst das Problem. Kein größeres Einbau-Voodoo, sondern bewährte Technik, die man in quasi jedem Telefon findet - ganz gleich, ob Festnetz oder mobil, schnurlos oder schnurgebunden. Die Übertragungstechnik ist so bescheiden (und simpel), dass man das auch an Sprech- und Hörstellen realisieren kann. Wenn es da Tinnitus-mäßig bei euch losplärrt, liegt ein vermeidbarer Planungsfehler vor.
Kann Dir jeder Radiotechniker bestätigen, der im Studio Telefoninterviews schalten und aussteuern musste. Alles weitere geht dann aber zu tief.

Doof, klar, und sorgt bei den Fahrgästen nicht gerade für eitel Freude, auch klar - aber das ist die gültige Weisung. Ignorieren wir als Tf so eine Notsprechstelle und es liegt doch ein echter Notfall vor, haben WIR ein Problem - und zwar ein GROSSES, das kann durchaus als unterlassene Hilfeleistung ausgelegt werden (sehr zur Freude des Staatsanwalts).

Jein.
Ich bin zwar kein Jurist und werde hier auch keine rechchtssichere oder gar verbindliche Auskunft erteilen, aber als Sanitäter und vormals langjähriger Ausbilder für Erste Hilfe kann ich Dir sagen: So einfach ist das in diesem Beispiel gar nicht, ein Fall für die Staatsanwaltschaft zu werden.

Fakt: Ja, Du musst dem - vermuteten - Notruf nachgehen. WIE Du das machst, steht im Paragraf nicht drin. Das sind eher betriebsinterne Anweisungen, aber die werden vom Beweisführer allerhöchstens als Hilfsbeweis mangels besserer Gesetze oder Richtlinien herangezogen.
Lustigerweise gibt es aber so ein Gesetz, und Du beziehst Dich konkret auf den § 323c StGB (Unterlassene Hilfeleistung).

Obwohl wir hier über einen Straftatbestand reden, kann man diese Rechtsvorschrift zum eigenen Vorteil drehen: Es soll nämlich im Grunde den hilfsbereiten Mitmenschen a) schützen und b) ermutigen (hier spricht der Ausbilder 8) ).
Wie das?
Bei genauerem Lesen kennt der § 323c (1) drei Ausnahmetatbestände, in denen eine Hilfeleistung ohne Strafe entfallen darf:
  1. Die Hilfeleistung ist nicht zumutbar (eine wunderbare Auslege-Formulierung)
  2. Der Helfer darf sich nicht selbst gefährden (was ohnehin die oberste Grundregel bei allen Hilfeleistungen für jedermann ist!)
    und
  3. Andere wichtige Pflichten dürfen nicht "verletzt" werden, also im Sinne von "vernachlässigt" (das ist etwas zwar etwas blöde formuliert, greift aber tatsächlich).
Sobald nur einer dieser drei Ausnahmetatbestände erfüllt ist, seid ihr von der Pflicht zur Hilfeleistung - zumindest gesetzlich - entbunden.
Hat euch das schon mal jemand so erklärt? Ich fürchte: Nein.

Für einen Tf bedeutet das:
  • Die Zumutbarkeit besteht zwar prinzipiell, ist aber aufgrund des komplexen Arbeitsumfeldes und der Gesamtumstände nur bedingt gegeben.
  • Eine konkrete Gefährdungslage hängt vom Einzelfall ab, aber auch hier sind die Gesamtumstände zu berücksichtigen (welche Sicherungsmaßnahmen sind zusätzlich zu ergreifen und stehen sie im Verhältnis zum angenommenen Notfall?).
  • Interessanterweise würde ich einem Tf exakt hier andere wichtige Pflichten mit hoher Verantwortung zuschreiben, die sonst in den EH-Kursen etwas schwerer zu vermitteln waren. Da habe ich das Beispiel mit den zu beaufsichtigenden Kindern gewählt, die man zum Zweck der Hilfeleistung nicht allein lassen darf.
Der Knackpunkt ist doch: Ja, Hilfe ist einfach; es ist schwer, nicht zu helfen, aber man muss dafür auch nicht alles in Kauf nehmen. Im Grunde sagt der 323c bloß: Wenn Du nichts machst, obwohl nichts dagegen spricht, rappelt's im Karton.
Ob dazu alle von Dir beschriebenen Maßnahmen exakt so durchgeführt werden müssen, ist eine betriebsinterne Sache, aber nicht zwingend was für den StA. Hört bitte auf, Angst vor der Hilfeleistung oder drohenden Strafen zu haben!

In der Bahn könnte man auch zusätzlich über die Innenansage kommunizieren und die umgebenden Fahrgäste mit ansprechen. Sollte ein echter Notfall vorliegen, dürfen die umgebenden Fahrgäste auch nicht so lässig alles dem Tf überlassen. Die sind ebenfalls zur ersten Hilfe verpflichtet.

Vollkommen richtig. :thumbup:
Allein schon die Reaktion auf den Notruf und eine - erste - Delegation an unmittelbare Zeugen kann als hinreichende Hilfeleistung angesehen werden. Was Du dann noch an zusätzlichen Maßnahmen ergreifst, ist gut, unterliegt m.E. aber nicht der gesetzlichen Pflicht.

Das geht jetzt an alle: Diesen Hebel kann man als Helfer prima gegenüber Gaffern und Kamerajunkies ansetzen: Wer zuschaut oder gar fotografiert / filmt, erfüllt ganz automatisch keinen einzigen (!) der drei Ausnahmetatbestände und kann von euch als Helfer (in diesem Moment: Einsatzleiter bis zum Eintreffen weiterer Hilfskräfte) herangezogen werden. Eine Weigerung wäre sogar Vorsatz. Sagt auch nicht "Kann mal einer ...", sondern sprecht die Leute direkt an und gebt klare, knappe Anweisungen wie z.B. Unfallstelle absichern, Notruf absetzen, Gaffer fernhalten, Retter einweisen etc.pp. (aber immer die Eigensicherung beachten!).
Übrigens ein guter Ansatzpunkt für den Tf, um so rasch wie möglich wieder einen Fahrbetrieb herzustellen. Intelligente und sichere Delegation ist auch Hilfeleistung.

Nun nochmal zurück zur Technik.

Meines Erachtens nach wesentlich intelligenter hat die Berliner S-Bahn das Thema mit den Anforderungstastern an den Sprechstellen gelöst: auf JEDER dieser Sprechstellen ist ein verplombter Deckel drauf, darauf zusätzlich noch die Aufschrift "HELP NOT RUF" (untereinander). Versehentliches Auslösen ist damit ausgeschlossen, und siehe da - dort gibt es dieses Problem und diese Verspätungsursache nicht. Warum das hier bei der S-Bahn Rhein-Main nicht geht - keine Ahnung, dazu befragt bitte den RMV oder den offiziellen S-Bahn-Vertreter eures Vertrauens

Ich bin da gar nicht so sicher, ob da der RMV seine Finger drauf hat und die S-Bahn Rhein-Main (ist das ein eigenständiges Unternehmen oder ist das die DB Regio?) anweisen KANN, die Sprechstellen so oder anders zu bauen. Im Zweifel ist das nämlich die Entscheidung des jeweiligen VU.
Sonst könnte man diese Forderung ja auch gegenüber der HLB, der VIAS, dem vlexx - ach, was weiß ich - erheben... :huh: - wenn ihr vom RMV beauftragt werden wollt, müssen eure Züge Sprechstellen in folgender Form aufweisen (...)?

So ganz nebenbei: Gehört die Berliner S-Bahn denn auch zur DB (Regio) oder ist das wieder ein ganz anderer Laden?

Charly

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395

Samstag, 12. Mai 2018, 21:22

So ganz nebenbei: Gehört die Berliner S-Bahn denn auch zur DB (Regio) oder ist das wieder ein ganz anderer Laden?
Die S-Bahn Rhein-Main ist ein Betriebszweig der DB Regio Hessen, während die S-Bahn Berlin eine selbständige GmbH ist, die direkt dem Mutterkonzern untersteht.

396

Sonntag, 13. Mai 2018, 10:17

Die S-Bahn Rhein-Main ist ein Betriebszweig der DB Regio Hessen, während die S-Bahn Berlin eine selbständige GmbH ist, die direkt dem Mutterkonzern untersteht.


Das hat sich mittlerweile geändert. Auch die S-Bahn Rhein-Main untersteht jetzt direkt dem Mutterkonzern, während aus dem Regionalverkehr der alten DB Regio Hessen und der alten DB Regio Südwest die neue DB Regio Mitte entstand.
Viele Grüße, vöv2000

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »vöv2000« (13. Mai 2018, 10:18)


Charly

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397

Sonntag, 13. Mai 2018, 14:02

Das hat sich mittlerweile geändert.
Bist Du sicher das wurde schon umgesetzt? Hatte ich nicht mitbekommen, zumal auf der Internetseite (noch?) nichts geändert wurde. Da steht immer noch "Die S-Bahn Rhein-Main ist ein Verkehrsbetrieb der DB Regio Hessen." Gibt es jetzt auch eine S-Bahn Rhein-Main GmbH so wie es S-Bahn Berlin GmbH, S-Bahn Hamburg GmbH und S-Bahn München GmbH gibt und wenn ja, warum findet Google die nicht?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Charly« (13. Mai 2018, 14:03) aus folgendem Grund: doppeltes Wort entfernt


398

Sonntag, 13. Mai 2018, 17:03

Bist Du sicher das wurde schon umgesetzt?


In der Tat wurde das auf der Regio Hessen Seite (wobei es Regio Hessen ja nicht mehr gibt) nicht geändert. 8|

Hier ist mal der Link zur DB Regio Seite auf der Konzern-Seite (deutschebahn.com): https://www.dbregio.de/db_regio/view/wir/organisation.shtml Da kann man sogar in einer Karte alle aktuellen Regionen erkennen.


Ist natürlich sehr verwirrend, wenn die ganzen Konzernseiten sich gegenseitig widersprechen.
Viele Grüße, vöv2000

399

Mittwoch, 16. Mai 2018, 17:01

Es geht mal wieder rund! Haufenweise Ausfälle von S-Bahnfahrten auf fast allen Linien.

400

Mittwoch, 16. Mai 2018, 18:45

Grund dafür war ein Notarzteinsatz im Hauptbahnhof tief. Als ich um 16:55 Uhr dort vorbei kam, war davon nichts mehr zu sehen. Dafür fallen aber scheinbar die Zwischentakte während der gesamten HVZ aus. Die Meldung beim RMV, die aktuell zusehen ist, ist von 15:40 Uhr (mit Stand: 17:54). Die Informationslage ist wie immer katastrophal...
Gruß Tommy

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