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[Verkehrsmeldung/Betriebsstörung] Polarisationswechel Straßenbahn Heidelberg

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  • »amanatidis92« ist der Autor dieses Themas

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1

Samstag, 17. Januar 2015, 23:19

Polarisationswechel Straßenbahn Heidelberg

Heute wurde in Heidelberg die Polarisation im Straßenbahnnetz gewechselt und somit an das in Mannheim etc angeglichen.

Hat heute alles problemlos geklappt, der Verkehr war schnell wieder normalisiert gegen Mittag.

http://www.rnv-online.de/rnv/presse/pres…d-umgepolt.html

2

Sonntag, 18. Januar 2015, 11:00

Hat das irgendeinen Einfluss auf den Einsatz der älteren Wagen? Ich meine da speziell den Heidelberger GT8, sofern der immer noch ab und an als Reserve zum Einsatz kommt (meist auf der 21).
Viele Grüße, vöv2000

K-Wagen

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3

Sonntag, 18. Januar 2015, 11:05

verlinkter Artikel:

Zitat

Derzeit liegt im Heidelberger Verkehrsgebiet der Pluspol der Bahnstromversorgung an den Oberleitungen an, während der Minuspol an den Schienen liegt. In Mannheim, Ludwigshafen und an der Bergstraße ist es genau umgekehrt.


Blöde Frage,- wie verhält es sich denn im Netz der VGF?
http://www.ginnheimer-kurve.de

Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

4

Sonntag, 18. Januar 2015, 15:57

Blöde Frage,- wie verhält es sich denn im Netz der VGF?

Und im Darmstädter Netz?

Und ist die Elektronik neuerer Triebwagen generell so ausgelegt, dass sie mit beiden Polungen zurechtkommt, oder ist das eine Spezialität der Wagen im rnv-Netz, weil dort bisher beide Polungen vorkamen?

5

Sonntag, 18. Januar 2015, 19:27

Auch mir kam der Gedanke, ob an den Fahrzeugen irgendetwas umgestellt werden muss. Normalerweise ist es bei einem Gleichstrommotor ja so, dass die Änderung der Polung zu einer Änderung der Drehrichtung führt. So kenne ich es jedenfalls aus meiner Kinder- und Jugendzeit mit Fischertechnik. Bei einer Straßenbahn wird das unbedingt vermieden werden müssen.
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6

Sonntag, 18. Januar 2015, 19:38

Blöde Frage,- wie verhält es sich denn im Netz der VGF?

Und im Darmstädter Netz?


Minus am Fahrdraht.

Zitat

Und ist die Elektronik neuerer Triebwagen generell so ausgelegt, dass sie mit beiden Polungen zurechtkommt, oder ist das eine Spezialität der Wagen im rnv-Netz, weil dort bisher beide Polungen vorkamen?


Im Prinzip ja. Hängt auch davon ab, wieviel hardwaremäßig verschaltet ist und wieviel ggf. per Softwareänderung geht.

Minus oben haben viele Betriebe gewählt, weil wohl die Korrosion im Erdreich durch Streuströme nicht so ganz stark ist.

7

Sonntag, 18. Januar 2015, 19:54

Minus oben haben viele Betriebe gewählt, weil wohl die Korrosion im Erdreich durch Streuströme nicht so ganz stark ist.


Damit habe ich mich noch nie beschäftigt, aber wenn ich mir das näher überlege, stellt sich mir die Frage, ob es sein kann, dass man ungünstig stolpert, so dass man den Fuß an der Pluspol-Schiene und die Hand an der "Erde", z.B. einen Ampelmast hat, und somit das letzte Mal Straßenbahngleise überquert hat?

8

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:02

Nein, es ist etwas unglücklich ausgedrückt. Die Schienen haben "Erdpotential", am Fahrdraht liegt die Spannung an (+ xxx Volt bzw - xxx Volt).

9

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:04

Damit habe ich mich noch nie beschäftigt, aber wenn ich mir das näher überlege, stellt sich mir die Frage, ob es sein kann, dass man ungünstig stolpert, so dass man den Fuß an der Pluspol-Schiene und die Hand an der "Erde", z.B. einen Ampelmast hat, und somit das letzte Mal Straßenbahngleise überquert hat?


Spannung ist die Differenz zwischen zwei Polen, die aber zunächst mal keinerlei sonstigen Bezugspunkt haben. (Anderes Beispiel: Du wiegst 80 kg, jemand anderes 100 kg, macht als Differenz 20 kg; diese Differenz gilt aber auch, wenn man jemanden mit 60 kg mit einer 80 kg-Person vergleicht)

600 Volt kann also heißen 600V am Fahrdraht, 0V an der Schiene oder (jetzt kommen die sehr ungünstigen Varianten) z. B. 300V am Fahrdraht -300V an der Schiene (was also als Differenz ebenso 600 V ergibt, aber halt +/- 300 gegen Erde) oder gar 0V am Fahrdraht und -600 an der Schiene. Umgekehrt genauso. -600V am Fahrdraht heißt also mitnichten, daß eine (positive) Spannung an der Schiene anliegt.

K-Wagen

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10

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:05

SoundOfN1:

Zitat

so dass man den Fuß an der Pluspol-Schiene und die Hand an der "Erde", z.B. einen Ampelmast hat, und somit das letzte Mal Straßenbahngleise überquert hat?


Auch ich dachte bis jetzt,- der "böse + Pol" sei immer in der Oberleitung. Das ist wohl Physik, von der wir nichts verstehen ?(
Also Barfuß auf einem nassen Gleis und mit feuchten Händen ein Geländer berührt und Schluss is ?(

Edit hat soeben Holgers Erklärung bemerkt und ist erleichtert. ;)
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »K-Wagen« (18. Januar 2015, 20:07)


11

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:06

Minus oben haben viele Betriebe gewählt, weil wohl die Korrosion im Erdreich durch Streuströme nicht so ganz stark ist.


Damit habe ich mich noch nie beschäftigt, aber wenn ich mir das näher überlege, stellt sich mir die Frage, ob es sein kann, dass man ungünstig stolpert, so dass man den Fuß an der Pluspol-Schiene und die Hand an der "Erde", z.B. einen Ampelmast hat, und somit das letzte Mal Straßenbahngleise überquert hat?
gar nichts. Weil in dem Fall das Pluspotential gleich der Erdung ist. Geht gar nicht anders, weil es sonst einen Kurzschluss gibt.

Vorher war die Oberleitung auf Pluspotential und die Schiene auf 0, jetzt ist die Oberleitung auf Minuspotential und die Schiene auf 0.

MdE

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12

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:11

Naja, abseits jeder komplizierten Physik, was sollte denn gefährlich an einem Ampelmast oder einem Geländer sein, wenn die Schiene eh schon im Boden liegt? :rolleyes:

13

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:11

Nix mit böser Pluspol. Negative und positive Spannung sind gleich gefährlich, weil es nur um die Differenz geht. Ob der Strom in die eine oder andere Richtung durch Deinen Körper fließt, macht keinen Unterschied. Nur Wechselspannung ist gefährlicher, da gibt es zusätzliche Effekte (hat neulich mal jemand in einem anderen Thread erläutert). Plus und Minus sind beim Strom sowieso willkürliche Bezeichnungen. Die Elektronen fließen von Minus nach Plus!
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K-Wagen

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14

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:14

Mde:

Zitat

Naja, abseits jeder komplizierten Physik, was sollte denn gefährlich an einem Ampelmast oder einem Geländer sein, wenn die Schiene eh schon im Boden liegt?


Ich sach ja,- keine Ahnung von der Materie. ;) Hast natürlich recht.
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15

Sonntag, 18. Januar 2015, 20:47

Nix mit böser Pluspol. Negative und positive Spannung sind gleich gefährlich, weil es nur um die Differenz geht. Ob der Strom in die eine oder andere Richtung durch Deinen Körper fließt, macht keinen Unterschied. Nur Wechselspannung ist gefährlicher [...].
Genau, bei der "richtigen Eisenbahn" ist es auch nicht anders. Durch die Wechselspannung mit ihren 50 Hertz wechselt das Ganze nur auch noch ständig. Mal sind an den Schienen 0 Volt und an der Oberleitung durchschnittlich +15000 Volt und mal sind an den Schienen 0 Volt und an der Oberleitung durchschnittlich -15000 Volt. Gefährlich sind beide Zustände. ("Durchschnittlich" übrigens deshalb weil die Wechselspannung durch ihren Sinusverlauf Spannungen von 0 Volt bis etwa 21200 Volt hat.)

16

Sonntag, 18. Januar 2015, 21:00

Genau, bei der "richtigen Eisenbahn" ist es auch nicht anders. Durch die Wechselspannung mit ihren 50 Hertz wechselt das Ganze nur auch noch ständig.

Ähem. Das 15 kV-Netz wird mit 16,7 Hz betrieben. (bzw. früher 16,666666... = 50 * 1/3, man hat es irgendwann vor einigen Jahren auf den Nennwert 16,7 hochgesetzt).

Zitat

Mal sind an den Schienen 0 Volt und an der Oberleitung durchschnittlich +15000 Volt und mal sind an den Schienen 0 Volt und an der Oberleitung durchschnittlich -15000 Volt. Gefährlich sind beide Zustände. ("Durchschnittlich" übrigens deshalb weil die Wechselspannung durch ihren Sinusverlauf Spannungen von 0 Volt bis etwa 21200 Volt hat.)

21213,2V :)

17

Sonntag, 18. Januar 2015, 21:03

Ähem. Das 15 kV-Netz wird mit 16,7 Hz betrieben. (bzw. früher 16,666666... = 50 * 1/3, man hat es irgendwann vor einigen Jahren auf den Nennwert 16,7 hochgesetzt).
Du hast natürlich Recht, ich war gerade in Gedanken bei den 25kV/50Hz der Nachbarländer.

18

Sonntag, 18. Januar 2015, 23:21

Auch mir kam der Gedanke, ob an den Fahrzeugen irgendetwas umgestellt werden muss. Normalerweise ist es bei einem Gleichstrommotor ja so, dass die Änderung der Polung zu einer Änderung der Drehrichtung führt. So kenne ich es jedenfalls aus meiner Kinder- und Jugendzeit mit Fischertechnik. Bei einer Straßenbahn wird das unbedingt vermieden werden müssen.
Die Fischertechnikmotoren (irgendwo bei meinen Eltern steht auch noch kistenweise Fischertechnik rum :) ) sind aber permanenterregte Motoren, bei denen im Stator (also der der Teil, der sich nicht dreht) Permanentmagneten sind un der Rotor (also der Teil, der sich dreht) vom Strom durchflossen wird. Polt man nun die Stromrichtung um, polt man das Magnetefeld des Rotors mit um, und der Motor läuft in die Gegenrichtung. Dies ist die Regel für kleine bis sehr kleine Gleichstrommotoren.

In der Leistungsklasse, die bei Straßenbahnen verbaut ist, arbeitet man nicht mit permanenterregten Motoren, sondern mit Motoren, deren Feld ebenfalls durch elektromagnetische Spulen aufgebaut wird. Permanentmagneten in der dafür nötogen Leistungsklasse wären schwer zu handhaben und würden so einiges an Problemen mit sich bringen. Also wickelt man einfach "etwas Kupferdraht ins Gehäuse" und gut ist. Wird nun die Polarität der Spannungsquelle getauscht, gilt das für Feld und Rotor - es ändern sich beide Polaritäten, aber relativ zueinander bleiben sie gleich. Somit bleibt auch die Drehrichtung gleich. Die fremderregten Motoren bieten außerdem den Vorteil, daß man durch (achtung, jetzt wird's paradox) Senkung des Feldstroms höhere Drehzahlen (bei geringerem Drehmoment) erreichen kann. Schaut man sich einen typischen Nockenfahrschalter, wie er in Frankfurt beispielsweise in den DÜWAGs verbaut ist, mal an, sind die letzten (ich glaube drei) Fahrstufen Feldschwächungsstufen, bei denen der Rotor die volle Fahrspannung abbekommt, aber das Feld stufenweise geschwächt wird, um mehr Drehzahl und eine höhere Geschwindigkeit zu bekommen.

Fremderregte Motoren lassen sich (bei passender Dimensionierung) auch mit Wechselspannung betrieben - sowas hast Du zum Beispiel im Staubsauger zu Hause. Der dreht ja auch konstant immer in die gleiche Richtung, egal, welcher Phasenwinkel gerade aus der Steckdose kommt. ;-) (NEIN, einen Straßenbahn-Fahrmotor kann man nicht so ohne weiteres an die heimische Steckdose hängen, ich verweise auf die passende Dimensionierung.)

Was mir Sorgen machen würde, wäre eher zusätzlich in den Wagen verbaute Elektronik. Insbesondere, wenn da irgendwo Halbleiter-Umrichter verbaut sind, können die da empfindlich reagieren.
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

19

Montag, 19. Januar 2015, 08:30

Da die Fahrzeuge auf beiden "Netzen " fahren konnten, zumindest viele, dürfte das dass kleinste Problem gewesen sein.
Vermutlich wird die Eingangsspannung erste gleichgerichtet und stabilisiert usw.
Der größere Brocken sind die Einrichtungen zur Stromversorgung.

20

Montag, 19. Januar 2015, 09:13

Zitat

Fremderregte Motoren lassen sich (bei passender Dimensionierung) auch mit Wechselspannung betrieben - sowas hast Du zum Beispiel im Staubsauger zu Hause. Der dreht ja auch konstant immer in die gleiche Richtung, egal, welcher Phasenwinkel gerade aus der Steckdose kommt. ;-) (NEIN, einen Straßenbahn-Fahrmotor kann man nicht so ohne weiteres an die heimische Steckdose hängen, ich verweise auf die passende Dimensionierung.)

Diese Technik ist auch die Grundlage der klassischen Motoren der "großen Bahn". Und weil das theoretisch für beide Polaritäten funktioniert, aber nur unter der Annahme, dass sich die Spannung nicht ändert, macht man die Änderung möglichst langsam (so kommt der 16,7Hz-Kompromiss zustande).
Der Sauger (und die Bohrmaschine und die Flex, da ist das interessanter) gewinnt mit einem vorgeschalteten Gleichrichter übrigens massiv an Drehmoment.

EDIT: Die Umpolung bewirkt aber einen umgekehrten Feldaufbau im Motor, so dass theoretisch die Erregung der elektrischen Bremse gefährdet sein könnte. Ich meine, es gab im RNV-Gebiet sogar eine Intervention der TAB deswegen. Allerdings scheint die Bremse auch nach dem Umpolen weiterhin zu funktionieren.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »4nti4sin4« (19. Januar 2015, 09:27)