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Samstag, 4. Juni 2016, 18:35

Vorsicht bei Fahrkartenkäufen von Deutschland nach Österreich bei der Deutschen Bahn

Wie DSO meldet, gelten bei der DB gekaufte Fahrkarten nach Österreich bis zunächst Ende September 2016 nur noch zwei Tage, statt zwei Wochen. Rückfahrten gibt es nur noch, wenn man zwei Einzelfahrkarten kauft. Außerdem schlägt die DB auf "Ihren" Flexpreis nach Österreich an ausgewählten Reisetagen einen Aufschlag von bis zu max. 4,5 Prozent auf den deutschen (!) Streckenabschnitt auf.

Dringende Empfehlung deshalb: Wer nach Österreich will, möge seine Fahrkarte bei der ÖBB kaufen. Die machen diese Merkwürdigkeiten nämlich nicht mit.

Gut, die Verkürzung der Gültigkeit ist nachvollziehbar. Im Netz wird ja regelmäßig damit geprahlt, wie Internationale Fahrkarten aufgrund der langen Gültigkeit mißbraucht werden. Der Aufschlag auf den Flexpreis hingegen ist schon dreist.

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Sonntag, 5. Juni 2016, 16:01

Weil ich derzeit viel zwischen den beiden Ländern unterwegs bin, ein kleiner Erfahrungsbericht

Auch die ÖBB setzt irgendwelche Zuschläge für Auslandsreisen drauf. Auch für eine Vorteilscard (ÖBB-Bahncard) gibt es grundsätzlich nur 45% Rabatt statt 50, in Österreich sollte das nur im personenbedienten Verkauf so sein. (könnte sich aber mittlerweile geändert haben, länger nicht mehr ausprobiert)
In meiner Erfahrung ist es am günstigsten, die beiden Länder zu trennen. Also eine DB-Fahrkarte bis (z.B.) Kufstein, Salzburg oder Bregenz und den Rest als ÖBB-Fahrkarte. Etwas komplizierter ist es (z.B.) in Mittenwald, weil hier der Grenztarifpunkt kein Bahnhof ist. Da ist es (soweit ich das mal ausprobiert habe) am günstigsten, in Mittenwald die Fahrkarten zu "trennen".

Problem dabei ist, dass das ganze dann nicht als durchgängige Reise zählt, daher sind Verspätungs/Hotel/Taxi-Ansprüche dann nicht garantiert bzw. nur im Bereich der einzelnen Fahrkarten.
(Weil in Kufstein aber der RJ hinter dem M hinterher fährt, ist es zumindest bei kleinerer Verspätung unwahrscheinlich den Anschluss zu verpassen)

Edit: was mir gerade noch auffällt: Das ganze macht auch nur Sinn, wenn man gar keine Ermäßigung oder Bahncard UND Vorteilscard hat. Die kann man bei der DB auch nicht mal gleichzeitig anrechnen lassen.
Beim Trennen an der Grenze geht natürlich auch der 25%-railplus-Rabatt verloren. Dann ist man wahrscheinlich wirklich bei der ÖBB am besten bedient (hier kann man die Bahncard und evtl auch weitere Ermäßigungen gleichzeitig auch anrechnen lassen).

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Skitobi« (5. Juni 2016, 16:06)


3

Sonntag, 5. Juni 2016, 21:38

Danke Euch.

Das klingt ja kompliziert. Aber statt 7 Stunden Zugfahrt fliege ich lieber nach Wien :D

4

Montag, 6. Juni 2016, 22:44

Ja sorry das war dann doch etwas unübersichtlich :D

Also zusammengefasst:
Wer entweder gar keine Ermäßigungskarte oder Bahncard und Vorteilscard besitzt, für den ist es meistens am günstigsten, 2 getrennte Tickets zu kaufen. Dann können aber Fahrgastrechte entfallen.

Wer "nur" eine Bahncard besitzt, für den ist es am besten das Ticket komplett bei den ÖBB zu kaufen.

5

Dienstag, 7. Juni 2016, 10:00

Aber statt 7 Stunden Zugfahrt fliege ich lieber nach Wien :D
Es gibt da auch Ziele abseits größerer Flughäfen bzw. im Umkreis von Salzburg, Linz, Innsbruck, wo man von Deutschland aus eher nicht besonders günstige Flugtarife geboten bekommt.

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6

Dienstag, 7. Juni 2016, 10:45

Da kommt hinzu: Die Bahn fährt "City to City". Auch zu Rhein-Main fährt man vom Hbf eine Viertelstunde und hat mindestens eine halbe Stunde, eher eine ganze Stunde Vorlauf für Einchecken, Security und so weiter. Von Hahn und so weiter brauchen wir gar nicht zu reden. Da gehen die 7 Stunden schon fast für Busfahrten und Vor- und Nachlauf drauf. Abgesehen davon: Bei der Bahn kann man größeres Gepäck auch ohne Aufpreis mitnehmen und wird nicht mit tausend Anfragen, man möge doch eine Reiseversicherung, Hotel, Mietauto gleich mitbuchen, genervt. Und mit BahnCard50 bleiben auch die Fahrpreise noch im Rahmen.

7

Dienstag, 7. Juni 2016, 12:38

Also zusammengefasst:
Wer entweder gar keine Ermäßigungskarte oder Bahncard und Vorteilscard besitzt, für den ist es meistens am günstigsten, 2 getrennte Tickets zu kaufen. Dann können aber Fahrgastrechte entfallen.

Wer "nur" eine Bahncard besitzt, für den ist es am besten das Ticket komplett bei den ÖBB zu kaufen.


Die korrekte Antwort lautet eigentlich: Es ist für jeden, egal was (und ob überhaupt) er für eine Rabattkarte besitzt, sinnvoll, verschiedene Stückelungen und Anbieter durchzusehen. Es lohnt sich vom Grundsatz her immer folgende drei Konstellationen zu testen:
1. Durchgehende Fahrkarte Frankfurt-Wien bei DB
2. Durchgehende Fahrkarte bei ÖBB
3. Gesplittete Fahrkarte Frankfurt-Passau und Passau-Wien (oder ein anderer Bahnhof vor Passau wie z. B. Vilshofen).

Fall 3 kann insbesondere von Interesse sein, wenn verschiedene Sparpreiskontigente existieren. Beispielsweise, wenn Frankfurt-Wien z. B. nur noch für 109 EUR zu haben ist, aber für den gleichen Zug ein Sparpreis Frankfurt-Passau für 19 EUR existiert und Passau-Wien 55,60 kostet.

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Dienstag, 7. Juni 2016, 18:28

Zu Fall 3: Welchen Sinn/Vorteil hat es, statt Passau einen Bahnhof vor Passau zu wählen?

9

Dienstag, 7. Juni 2016, 18:36

Das Stückeln ist aber nicht ohne. Fährt man mit einem Zug bis zum Ziel, ist alles okay.

Stückle ich aber als Beispiel Darmstadt - Wien in Darmstadt - Passau (DB) und Passau - Wien (ÖBB) und habe bereits in Aschaffenburg oder Frankfurt einen Anschlussverlust, dann sind Diskussionen mit dem ZUB der ÖBB vorprogrammiert, wenn auch die zweite Fahrkarte zuggebunden ist.

10

Dienstag, 7. Juni 2016, 22:37

Zu Fall 3: Welchen Sinn/Vorteil hat es, statt Passau einen Bahnhof vor Passau zu wählen?

Ist wieder eine Kontigentspielerei. Weil Passau zugleich auch tariflich die Grenze ist, kann es sein, daß es ab Passau nur noch Vollpreisfahrkarten (+ggf Railplus) gibt, ab dem Bahnhof davor aber noch Sparpreise verfügbar sind. Genauso kann es u. U. trotz "Gegenfahrt" vorkommen, daß eine Fahrkarten B->A->C günstiger ist als eine Fahrkarte A->C.

Klar, mit Fahrgastrechten sollte man bei gesplitteten Tickets und Zugbindung vorsichtig sein. Wegen einer Preisersparnis von zwei Euro würde ich da keine Spielchen veranstalten.

11

Sonntag, 23. Oktober 2016, 18:01

Teilweise gibt es übrigens für die gleiche Verbindung weiterhin massive Preisunterschiede zwischen DB und ÖBB.
Als wir eine Rückfahrt Wien - Darmstadt über Salzburg (ab dort EC 112) buchten, kostete die Fahrt zum Zeitpunkt der Buchung bei:
DB 99,-- €
ÖBB 39,-- €

Bei der Hinfahrt (EC 113, dann Umstieg in Salzburg) wollte die DB 69,-- €, die ÖBB 39,-- €.

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12

Dienstag, 10. April 2018, 02:07

Bei der Schweizer Bahn (SBB) gibt es seit einigen Jahren auch eine "Besonderheit", nämlich einen Ausgabeaufschlag von 10 SFr für den Kauf internationaler Fahrkarten am Schalter.