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Dienstag, 13. September 2016, 20:25

SPON - Bus- und Bahntickets 73 Prozent teurer geworden...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale…-a-1112115.html

Gerade gefunden, möchte ich euch nicht vorenthalten.

2

Dienstag, 13. September 2016, 20:31

Komisch... die, die diese Leistung erbringen und jeden Tag ihren Job machen, verdienen im Vergleich zum durchschnittlichen Lohnniveau sogar heute weniger als damals. Merkt die Politik nicht, wie sehr das daneben läuft? Wohin diese "der billigste gewinnt"-Ausschreiberei führt? :cursing:
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

3

Dienstag, 13. September 2016, 20:58

Komisch... die, die diese Leistung erbringen und jeden Tag ihren Job machen, verdienen im Vergleich zum durchschnittlichen Lohnniveau sogar heute weniger als damals.
Meinst du das Fahrpersonal?

Das wäre in der Tat komisch, denn die überdurchschnittlichen Preiserhöhungen der Tickets sind hauptsächlich auf gestiegene Personalkosten zurückzuführen...

Die Aussage muss daher irgendeinen Fehler enthalten.

Charly

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4

Mittwoch, 14. September 2016, 01:06

Das wäre in der Tat komisch, denn die überdurchschnittlichen Preiserhöhungen der Tickets sind hauptsächlich auf gestiegene Personalkosten zurückzuführen...
Ach? Davon lese ich aber nichts in dem Artikel.

5

Mittwoch, 14. September 2016, 01:18

Ach? Davon lese ich aber nichts in dem Artikel.
Dafür gibt es andere Artikel (wahllos herausgepickt):

Ganz aktuell: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/rm…n-14290984.html

Etwas älter: http://www.fr-online.de/verkehr/rmv-prei…6,27774572.html


Und viele weitere Artikel - aber eines steht immer drin: "steigende Personalkosten"...

Tatrafan

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6

Mittwoch, 14. September 2016, 01:41

Ach ja, die "steigenden Personalkosten", weil das Fahrpersonal ja sooooo gierig und maßlos ist... dieses Toschlagargument kommt gerade in den Pressemitteilungen der Betriebe aber auch JEDES einzelne Mal.

Zitat aus dem aktuellen GDL-Heft "Voraus", Seite 5:

Zitat

Der Anteil der Kosten für das Zugpersonal macht ohnehin nur fünf Prozent der Gesamtkosten aus. Die DB-Mär des teuren Zugpersonals ist somit nicht zu halten.


Dürfte für andere Betriebe doch ähnlich sein... und im Zweifel glaube ich da eher der Gewerkschaft.

Vielleicht stecken diese "gestiegenen Personalkosten" aber auch im sogenannten "Overhead"...? Kann ja sein... - aber alleine immer nur das Fahrpersonal für "gestiegene Personalkosten" und damit heftig steigende Ticketpreise verantwortlich machen wird durch gebetsmühlenartige Wiederholung vorgefertigter Pressemitteilungen auch nicht wahrer oder richtiger.
Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

7

Mittwoch, 14. September 2016, 01:58

Zitat aus dem aktuellen GDL-Heft "Voraus", Seite 5:
Wie hoch der absolute Anteil ist, spielt für die Betrachtung der Veränderung keine Rolle.
Dürfte für andere Betriebe doch ähnlich sein... und im Zweifel glaube ich da eher der Gewerkschaft.
Da scheiden sich aber die Geister. Denen würde ich als letztes etwas glauben, denn die Berichte sind alle öffentlich und, dank der heutigen Zeit, bequem über das Internet downloadbar:

http://www1.deutschebahn.com/ecm2-db-de/…e/berichte.html
Vielleicht stecken diese "gestiegenen Personalkosten" aber auch im sogenannten "Overhead"...? Kann ja sein... - aber alleine immer nur das Fahrpersonal für "gestiegene Personalkosten" und damit heftig steigende Ticketpreise verantwortlich machen wird durch gebetsmühlenartige Wiederholung vorgefertigter Pressemitteilungen auch nicht wahrer oder richtiger.
Du bezweifelst also, dass du heute bei gleicher Tätigkeit mehr verdienst als im Jahre 2000? Das würde mich jedenfalls sehr wundern.

8

Mittwoch, 14. September 2016, 07:30

Der Artikel spricht von Ticketpreisen beim ÖPNV, aber von Kostensteigerungen beim Autofahren. Ein klassischer Fall von Äpfeln und Birnen, die man vergleichen möchte. Aufgrund der Mischfinanzierung des ÖPNV ist der Ticketpreis bekanntlich nur eine Komponente der Kostendeckung, neben diversen Finanzierungskomponenten durch verschiedene öffentliche Haushalte. Die überproportionale Steigerung der Ticketpreise ist primär eine Folge von Verschiebungen im Finanzierungsgefüge, nicht Ausdruck einer überproportionalen Kostensteigerung. Wenn wir uns darüber aufregen, dass das Land Hessen etwa seinen Zuschuss zu RMV und NVV einfrieren oder senken möchte, heißt das ja nicht nicht, dass die Kosten sinken, sondern nur, dass jemand anderes sie tragen muss.

Und natürlich, dies sei nachgetragen, hat die Mischfinanzierung mit der Vergabepraxis ("Ausschreiberei") nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tunnelklick« (14. September 2016, 07:33)


9

Mittwoch, 14. September 2016, 07:37

Der Artikel spricht von Ticketpreisen beim ÖPNV, aber von Kostensteigerungen beim Autofahren. Ein klassischer Fall von Äpfeln und Birnen, die man vergleichen möchte.


Naja. Für mich als Nutzer ist die ÖPNV-Nutzung über den Kauf des Tickets abgegolten. Zu 100%. Bei der Autonutzung habe ich neben dem Spritpreis noch viele andere Kosten. Der Vergleich passt schon.

10

Mittwoch, 14. September 2016, 08:17

Du kannst natürlich vergleichen, was du willst, aber wenn ich den Preis des Jahres 2000 meiner Jahreskarte für das Tarifgebiet 50 (= 538,65 €) mit dem des Jahres 2015 (= 842,80 €) vergleiche, komme ich nicht auf eine Steigerung von 73%, sondern auf eine solche von rd. 56%. Das dürfte der Steigerung des Autokostenindex im selben Zeitraum schon ziemlich nahe kommen (finde grad keine Zeitreihe über diesen Zeitraum).

11

Mittwoch, 14. September 2016, 11:13

Personalkosten beinhaltet natürlich auch die Führungsetage. Und wenn ich jetzt mal auf den "städtischen" Nahverkehr in Frankfurt Blicke, sind es heute statt wie früher nur die Stadtwerke, mindestens mal ein halbes Dutzend Unternehmen, die jeder ihren eigenen Overhead mitbringen, der alimentiert werden möchte. Kein Wunder, daß Personalkosten da steigen.
Und was die Frage des Einkommens angeht, ja, es wird seit 2000 bei den meisten gestiegen sein (ich hätte vor dem Scheitern des neuen Marktes damals mehr verdienen können als ich heute bekomme, es trifft also nicht immer zu), aber selbst dort, wo es Steigerungen gab, lagen die sicher nicht in dieser Größenordnung.
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

12

Mittwoch, 14. September 2016, 11:24

Ich will die steigenden Preise gar nicht schön reden. Aber manches will ich doch sagen...

Personalkosten können ganz locker stark steigen, auch wenn die Löhne das nicht tun. Das passiert immer dann, wenn man mehr Leute einstellt. Mehr Angebot bewirkt also steigende Personalkosten. Wie hat sich das Angebot seit 2000 verändert?

Personal gibt es nicht nur am Steuer, sondern auch ganz viel anderswo.

Steigende Energiepreise wurden auch oft zur Begründung von Preissteigerungen herangezogen.

Der Nahverkehr war früher noch stärker defizitär als er es heute noch ist. Es gibt heute halt auch Angebote, die Gewinn machen.
fork handles

Charly

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13

Mittwoch, 14. September 2016, 14:03

Du bezweifelst also, dass du heute bei gleicher Tätigkeit mehr verdienst als im Jahre 2000? Das würde mich jedenfalls sehr wundern.
Wenn Du Dich wundern möchtest, kann ich Dir gerne dabei helfen. Ordentlich wie ich bin, besitze ich zufällig noch meine Abrechnungen der letzten 20 Jahre. 2000 habe ich mal herausgesucht und mit diesem Jahres verglichen, wobei jeweils nur der Zeitraum Januar - August in Frage kommt, weil das lfd. Jahr noch nicht abgeschlossen ist.

Verdienst 01 - 08/2000:
Brutto 35.208,67 DM = 18.001,91 €

Verdienst 01 - 08/2016: 20.470,84 €,

Das entspricht einer Erhöhung von 13,7 % in 16 Jahren! So what?

Abgesehen davon fielen die Steigerungen der Personalkosten in den verschiedenen Regionen seit der Regionalisierung unterschiedlich aus. Hier in Hessen liegen sie jedenfalls unter dem Bundesdurchschnitt, von "hauptsächlich" gestiegenen Personalkosten kann man daher nicht so verallgemeinernd sprechen, ich habe jedenfalls nicht zu den bei SPON angegebenen Preissteigerungsraten beigetragen. Außerdem darf man die von tunnelklick in Beitrag 8 genannten Argumente nicht außer acht lassen.

14

Mittwoch, 14. September 2016, 15:59

Auf der Grundlagen von nicht ganz brandneuen Daten lässt sich sagen, dass die Fahrdienstkosten rd. 43% der Betriebskosten des städtischen Busverkehrs ausmachten. Die Fahrdienstkosten hängen aber unmittelbar nicht nur von den Bruttolöhnen des Personals ab, sondern auch vom Krankenstand im Unternehmen und der Fahrplanqualität; ein ineffizienter Fahrplan und eine geringe Reisegschwindigkeit, etwa wegen schlechter Verkehrsverhältnisse, schlagen auf die Fahrdienstkosten genauso durch wie eine Lohnerhöhung oder die Erhöhung der Krankenkassen- und Rentenbeiträge, die das Arbeitgeberbrutto erhöhen. Dasselbe gilt für Nacht- und Sonntagszuschläge, ein Fahrplan, der keinen Spät- und Sonntagsverkehr vorsieht ist natürlich kostengünstiger zu betreiben als ein ÖPNV mit solchen Verkehren. Von daher kann sich unter dem Begriff "gestiegene Personalkosten" weit mehr verbergen als eine karge Bruttolohnerhöhung.

15

Mittwoch, 14. September 2016, 17:15

Wenn Du Dich wundern möchtest, kann ich Dir gerne dabei helfen. [...]

Das entspricht einer Erhöhung von 13,7 % in 16 Jahren! So what?
Aber das bestätigt doch meine Aussage: Heute mehr als damals. Daher brauche ich mich nicht zu wundern.
von "hauptsächlich" gestiegenen Personalkosten kann man daher nicht so verallgemeinernd sprechen
Ich habe die Berichte der Deutschen Bahn verlinkt. Schauen wir also einmal auf Seite 026 des Geschäftsberichts 2015 der DB Regio AG (die dürfte für unsere S-Bahn auch zuständig sein). Wir sehen, dass es im Jahre 2015 6228 Mio. EUR Umsatzerlöse gab und das dem ein Personalaufwand von 1177 Mio. EUR gegenüber steht. Das sind fast 19%.

Der Bericht aus dem Jahre 2012 weist auf Seite 18 hingegen Umsatzerlöse in Höhe von 6527 Mio. EUR aus, denen ein Personalaufwand von 1164 Mio. EUR gegenübersteht. Das sind knapp 18%.

Jetzt könnte man meinen, dass dies kaum eine Änderung sei. Man muss aber das Verhältnis betrachten: Der Umsatz ging um etwa 4,5% zurück, dafür stiegen die Personalkosten hingegen um etwa ein Prozent. Letztlich ist das Personal dadurch heute deutlich teurer als damals, obwohl die absolute Zahl immer noch relativ ähnlich ist.

Noch ältere Berichte bietet die Website nicht zum Download an, eine Recherche hierzu wäre mir zu viel Aufwand. Der Vergleich zwischen dem Jahre 2000 und heute wäre aber sicherlich noch deutlicher.

Vergleichen wir nochmals mit der Aussage:
Der Anteil der Kosten für das Zugpersonal macht ohnehin nur fünf Prozent der Gesamtkosten aus. Die DB-Mär des teuren Zugpersonals ist somit nicht zu halten.
Wie kommt es? Kann die Gewerkschaft nicht rechnen? Oder nicht lesen? Oder sollen gezielt Unwahrheiten verbreitet werden?

Aus meiner Sicht macht so eine Diskussion nur Sinn, wenn man ehrlich ist.
Außerdem darf man die von tunnelklick in Beitrag 8 genannten Argumente nicht außer acht lassen.
Wenn man die Ticketpreise vergleicht, mag das so sein. Vergleicht man aber die Zahlen desselben Unternehmens über die Jahre dürften die Argumente aus #8 irrelevant sein.

Abgesehen davon gibt es aber auch Berichte beim RMV. Man könnte daher ganz klar den Betriebsaufwand über die Jahre vergleichen und so die Mischfinanzierung völlig außer Acht lassen. Die Einnahmenseite ist aufgrund der politischen Vorgaben, da stimme ich zu, sicherlich nicht aussagekräftig, da die Preise des RMV nicht durch Marktwirtschaft entstehen.

Charly

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16

Mittwoch, 14. September 2016, 17:37

Aber das bestätigt doch meine Aussage: Heute mehr als damals. Daher brauche ich mich nicht zu wundern.
Es bestätigt Deine Aussage eben nicht, ganz im Gegenteil. Natürlich ist das mehr als damals, aber Du lässt dabei wider besseres Wissen die Inflationsrate völlig außer acht. Würdest Du sie mit einbeziehen, müsstest Du zu dem Ergebnis kommen, dass das 10% weniger sind als damals. Die Verbraucherpreise sind nämlich von 2000 bis heute um über 23% gestiegen, s. z.B. diese Seite.

17

Mittwoch, 14. September 2016, 17:51

Jetzt könnte man meinen, dass dies kaum eine Änderung sei. Man muss aber das Verhältnis betrachten: Der Umsatz ging um etwa 4,5% zurück, dafür stiegen die Personalkosten hingegen um etwa ein Prozent. Letztlich ist das Personal dadurch heute deutlich teurer als damals, obwohl die absolute Zahl immer noch relativ ähnlich ist.
Was heißt denn "das Personal"? Ein völlig unscharfer Begriff ist das. Ist es 2012 dasselbe Personal wie 2015? Oder sind es mehr oder weniger Bedienstete? Oder andere? Wenn die Umsätze im Güterverkehr etwa sinken, wird die DB Cargo oder wie immer dieser Betriebsbereich jetzt heißt, sein Personal nicht los. Folglich steigen im Verhältnis zum Umsatz die Personalkosten, ohne das "das Personal" auch nur einen Cent mehr verdient. Wenn etwa zum Abbau der Überstunden, zur Eindämmung von Verspätungen oder zur Wartung der Waggons Personal eingestellt wird (Lokführer, Fahrdienstleiter, Techniker etwa), nehmen die Personalkosten bei gleicher Betriebsleistung sowohl absolut als auch im verhältnis zur gleichbleibenden Betriebsleistungen (Fahrplankilometer) zu, ohne das die einzelne Personalperson auch nur einen Cent mehr verdient. Was heißt unter diesen Umständen, das Personal sei heute deutlich teurer? Ich denke, man muss die Personalkosten ins Verhältnis zur Betriebsleistung setzen (was nicht Umsatz ist), also etwa bei der S-Bahn zu den erbrachten Fahrplankilometern oder im Güterverkehr zur beförderten Tonnage oder der Anzahl der betriebenen Züge.

18

Mittwoch, 14. September 2016, 18:45

Was heißt denn "das Personal"? Ein völlig unscharfer Begriff ist das.
Das waren speziell die Zahlen für die DB Regio AG. Ich denke daher, dass kein Personal für Güterverkehr berücksichtigt ist.
Fahrdienstleiter
Arbeiten dort keine und stecken deshalb auch nicht in den genannten Zahlen. Die müssten bei DB Netz beschäftigt sein.
Was heißt unter diesen Umständen, das Personal sei heute deutlich teurer? Ich denke, man muss die Personalkosten ins Verhältnis zur Betriebsleistung setzen (was nicht Umsatz ist), also etwa bei der S-Bahn zu den erbrachten Fahrplankilometern
Wie gesagt, die Berichte sind alle online. Du kannst gerne alle benötigten Informationen entnehmen (dafür sind die da).
Es bestätigt Deine Aussage eben nicht, ganz im Gegenteil. Natürlich ist das mehr als damals, aber Du lässt dabei wider besseres Wissen die Inflationsrate völlig außer acht.
Du verwechselst hier etwas. Es mag sein, dass die "Kaufkraft" trotz des gestiegenen Einkommens der Mitarbeiter innerhalb der Jahre gesunken ist - nicht aber die Kosten eben dieser Mitarbeiter für das Unternehmen, denn diese sind gestiegen. Und auf genau diese Kosten kommt es letztlich an.

Ich lasse die Inflationsrate deshalb völlig außer Acht, weil diese für die betriebswirtschaftliche Einschätzung innerhalb der Gewinn-Verlust-Rechnung völlig ohne Aussagekraft ist.

Auch ich mache meinen Job nicht erst seit zwei Tagen, wenngleich ich mich eigentlich viel lieber mit der Technik beschäftigen würde, komme ich praktisch jeden Tag mit solchen Themen in Berührung und muss mir meine Gedanken machen, was für mich bzw. mein Unternehmen von Vorteil ist. Es stimmt, dass dies nicht immer deckungsgleich mit dem ist, was meine Mitarbeiter für sich persönlich als Vorteil erkennen würden.

Darkside

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19

Donnerstag, 15. September 2016, 11:59

Ich folge der Bewertung der statistischen Zahlen der Argumentation von tunnelklick.

zip-drive, deine Berechnung mit den Zahlen aus dem Geschäftsbericht DB und Bewertung
dessen ist etwas sehr eigenwillig/eigenartig....
Gesunkener Umsatz hat doch andere Ursachen und kann nicht ins Verhältnis mit den
Personalkosten gesetzt werden.....
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Charly

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20

Donnerstag, 15. September 2016, 14:29

zip-drive, deine Berechnung mit den Zahlen aus dem Geschäftsbericht DB und Bewertung dessen ist etwas sehr eigenwillig/eigenartig....
Schlimmer: die Argumentation ist hanebüchen.

Du verwechselst hier etwas.
Wir diskutieren hier über einen Zeitschriftenartikel, in welchem über das Auseinanderlaufen der Preissteigerungen von ÖPNV-Fahrpreisen im Vergleich zu Kosten für Autofahrer über einen Zeitraum von 16 Jahren berichtet wird. Dabei wurde ausdrücklich auf die Steigerung der Verbraucherpreise im gleichen Zeitraum Bezug genommen. Was im Klartext bedeutet, dass ÖPNV-Fahrpreise zwischen 2000 und 2016 im Bundesdurchschnitt runde 48 % stärker angezogen haben als die in dem Artikel genannten um 25 % erhöhten Verbraucherpreise.

Die Zahl von 73 % ist ferner nicht identisch mit den Preiserhöhungen im RMV-Gebiet. Hier gilt die von tunnelklick genannte Zahl von rund 50 %, wie auch folgende Rechnung für die RMV-Einzelfahrkarten: 2000 kostete eine Einzelfahrt Frankfurt 3,70 DM = 1,89 €. Momentan zahlen wir hierfür 2,80 €, was einer Steigerung von rund 48 % entspricht, somit wiederum runde 50 %.

Das bedeutet, dass die Erhöhung der ÖPNV-Preise im Bundesdurchschnitt über der des RMV-Gebietes gelegen haben wird. Dabei dürften mehrere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Zum einen wirkt sich der hier in Hessen praktizierte Wettbewerb sicher kostendämpfend aus, siehe u.a. bei den Personalkosten. Zum anderen werden die Preiserhöhungen in Ostdeutschland im Rahmen der „Anpassung an die westdeutschen Lebensverhältnisse“ überdurchschnittlich ausgefallen sein. Interessant wäre hierzu ein Vergleich der DB-Fahrpreise heute/damals, wobei dies aufgrund der vielfachen Tarifänderungen der Zwischenzeit kaum möglich ist bzw. eine Sisyphusarbeit wäre. Wobei auch hier die (gefühlte) Steigerung über dem Bundesdurchschnitt gelegen haben könnte.

Auf jeden Fall sind die in dem Artikel genannten Zahlen offenbar aufgrund bundesweiter Erhebungen entstanden, es handelt sich also um volkswirtschaftliche Größen, ebenso wie beim Verbraucherpreisindex.

Und jetzt bringt @zip-drive die GuV (am liebsten vielleicht noch derlei wie Bilanz, KER oder BWA?) ins Spiel, in denen keine Inflationsrate erfasst wird bzw. nicht erfasst werden muss, weil dies für eine betriebswirtschaftliche oder handelsrechtliche Auswertung über einen kurzfristigen Erfassungszeitraum von 30, 90 oder 365 Tagen selbstverständlich völlig irrelevant ist. Oder habe ich etwas versäumt und es gibt inzwischen Gewinn- und Verlustrechnungen, die über einen Zeitraum von 16 Jahren erstellt werden?

Wir reden hier also nicht über betriebswirtschaftliche, sondern über volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Da stellt sich nur noch die Frage wer hier etwas verwechselt?