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Samstag, 10. Dezember 2016, 22:24

Leben im Kasten - Auge, Sensor, Datenaustausch?

Hallo,

in diesem Kasten lebten früher zwei "Augen."



Welche genaue Funktion verbirgt sich denn bis heute (? im GPS Zeitalter) dahinter, und, welche Atfahrzeuge wurden denn damit nachgerüstet?

Vielen Dank, viele Grüße

F-ZZ

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Samstag, 10. Dezember 2016, 22:56

Da steckte das Lesegerät für Infrarotbaken drin.
Die zugehörigen Baken hängen überall entlang der Strecke, warten drauf, daß ein Bus oder eine Straßenbahn vorbei kommt (eins der "Augen" sendet Infrarotstrahlen aus), und dann antworten sie mit "Ich bin Bake 123456". Damit weiß der Bordcomputer, wo sich das Fahrzeug befindet und kann reagieren - Standortmeldung abgeben, Signal per Funk anfordern, etc.
Als die Technik eingeführt wurde, war GPS noch nicht für Privatpersonen und Unternehmen hinreichend genau verfügbar, und im Tunnel, unter Brücken, etc. schon gar nicht.

Die Einführung müßte ungefähr zeitgleich mit der allgemeinen Umstellung auf IBIS und RBL gekommen sein, die notwendige Technik erhielten alle Fahrzeuge, die zu dem Zeitpunkt in Betrieb waren und blieben.

Edit: Wenn man sich dieses Bild anschaut, sieht man auf allen Wagen außer dem R (der die Technik ab Werk und somit besser versteckt hat) und dem nur angeschnittenen S die Lesegeräte oder zumindest die Hilfskonstruktionen auf dem Dach, wo die Lesegeräte aufgesetzt wurden.
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Colaholiker« (10. Dezember 2016, 22:59)


3

Samstag, 10. Dezember 2016, 23:37

Es gibt einige verschiedene Bakenfunktionen am Beispiel Frankfurt.

  • VSA Baken enthalten einen Code und eine Info in wie Weit oder wann das vorbeifahrende Fahrzeug unter welcher Bedingung ein Signal anfordern soll.
    • An der Konstablerwache Richtung Börneplatz z.B. welcher Nachtbus in welche Richtung einen Fahrbegriff anfordert (links, geradeaus, rechts).
    • VSA Baken die sagen ob das Fahrzeug erst beim Türenschließen das Signal anfordern soll
    • VSA Baken die sagen, dass das nächste oder nachfolgenden Signale im Block/nacheinander bei Annäherung angefordert werden (z.B. Konstablerwache/Vilbeler Straße Richtung Hessendenkmal, oder Zeitinseln)
    • VSA Baken die abhängig mit Linie/Route ein Signal anfordern oder nicht
    • VSA Baken die die durchfahrt senden, somit den Zug von der VSA abmeldet


  • Funktionsbaken
    • Bahnsteighöhe (P-Wagen) schaltet über IBIS die Trittstufe zu oder ab.
    • Licht ein/aus Baken, Licht aus Baken werden seit langem nicht mehr benutzt, da die Züge immer mit Fahr-/Rücklicht fahren sollen, Altwagen können nicht separieren Innen/Außen
    • Kurzer Bahnsteig: Steuerung 16. Tür gesperrt, Sonderansage Miquelallee
    • Eichstrecke: parametisierung des Wegimpulses für die Metrierung der Abstände zwischen Haltestellen, zur Positionierung des Fahrzeugs mittels Fahrzeuglauf.
    • Ortscodebake: RBL Funktion um ein Fahrzeug zur positionieren, wird mit GPS ggf. überflüssig.
    • DFI: Zur Ansteuerung der DFIs (Stadtbahn)
    • Stellwerk: Zur Einlesen der Zugnummer (Linie/Kurs/Route)
    • Abmeldung: im Betriebshof Rebstock zur automatischen Abmeldung einfahrender Linienbusse
    • Tankinfo: Kilometerstand/Wagennummer zur Erfassung beim Tanken in Rebstock
    • Weiche: überwiegend im Straßenbahnbereich zur Steuerung der Weichen, enthält auch für Sonderzüge/umgeleitete Züge eine Info welche Weiche manuell per Taster aus dem Fahrzeug umgestellt werden soll, damit man nicht beim betätigen alle anderen Weichen im Empfangsradius mit umstellt. D.h. ohne die dazugehörige Bake kann die gewünschte Weiche vom Fahrzeug aus nicht umgestellt werden, es sei denn es sind noch Weichen mit Indusimagnet, das kann aber nur noch der P-Wagen im Strabbereich.

4

Sonntag, 11. Dezember 2016, 00:56

Ich möchte Deine Aufzählung nicht generell in Frage stellen, aber bei der einen oder anderen Funktion bin ich mir ziemlich sicher, daß da keine Bake beteiligt war. ;)
Gegebenfalls sollten wir mal einen uns beiden wohlbekannten Experten für diesen Kram zu Rate ziehen. :rolleyes:

Bei nächster Gelegenheit werde ich da mal ein paar detailliertere Informationen zu beschaffen versuchen.

@F-ZZ: Hätteste die Frage mal 'ne gute Woche eher gestellt, dann hätte ich Antworten besorgen können... :D
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

5

Sonntag, 11. Dezember 2016, 01:21

Hallo,

leider hatte ich das Originalteil (Hülle) erst heute (öhm gestern) vor mir und meiner künstlichen Linse (Chip)...

aber ich danke Euch schon mal sehr bis hierher und bin gespannt!

MfG F-ZZ

6

Sonntag, 11. Dezember 2016, 12:40

Die Funktionsweise der VSA-Baken ist anders:

Die Bake am Fahrbahnrand (bzw. neben dem Gleis) antwortet dem Fahrzeug (genauer dem zweiten „Auge“) stur, in welchen Entfernungen es ein Datentelegramm mit Linie, Route, Kurs, … u.s.w. sowie seiner Bakennummer auszusenden hat. Zusätzlich wird ein Telegramm bei jedem Türschließen innerhalb der angegebenen Strecke angeregt. Mehrmaliges Türschließen produziert mehrmaliges Senden.

Jeder VSA in der Umgebung, welche diese Signale empfängt, entscheidet aufgrund der Dateninhalte, ob es für sie relevant ist und falls ja, welche Aktion in der VSA-Steuerung erfolgen soll. Das kann sehr vielfältig sein. Eine direkte Verbindung zwischen Bake und VSA besteht nicht. An den "Meldepunkten" selbst stehen keine Baken.

Bei allen Fahrzeugen müssen die Augen auf fast der gleichen Höhe über Fahrbahn sein. Daraus resultiert der abgebildete Dachhöcker. Bei einigen älteren Straßenbahnen ist das Gerät kaum sichtbar in der Fahrzeugmitte auf dem Dach montiert. Die Technik wurde seit ca. 1990 verbaut. Die VGF / Stadt Frankfurt benutzt die Technik auch heute noch, denn ein Austausch im gesamten Fuhrpark ist doch sehr teuer.

7

Sonntag, 11. Dezember 2016, 13:21

Diese Konstruktion wurde nur auf den letzten im Einsatz verbliebenen O305 G der Serie 313-340 verbaut.
Mfg Justin ;)