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Donnerstag, 6. Juli 2017, 21:35

[M] BEG vergibt S-Bahn München in drei Stufen

Zitat

BEG vergibt S-Bahn München in drei Stufen

Zweijäh­riger Übergangs­vertrag ab 2018 / 1. Münchner S-Bahn-Vertrag ab Ende 2019 ohne Aufteilung in Lose / Nach Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke Vergabe der Verkehrs­leis­tungen in Losen möglich / Umstellung der Vertragsform

MÜNCHEN. Die Bayerische Eisen­bahn­ge­sell­schaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finan­ziert und kontrol­liert, hat heute ihr Drei-Stufen-Konzept für die Vergabe der Verkehrs­leis­tungen der S-Bahn München vorge­stellt:

  • Ab Januar 2018 soll dem heutigen S-Bahn-Vertrag, der im Dezember 2017 endet, ein zweijähriger Übergangsvertrag folgen.

  • Ab Dezember 2019 will die BEG in einem 1. Münchner S-Bahn-Vertrag die gesamten Verkehrsleistungen zunächst ohne Aufteilung in Lose vergeben (Laufzeit voraussichtlich ca. zwölf Jahre).

  • Anfang der 2030er-Jahre nach der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke und dem Ersatz der heutigen Fahrzeugflotte durch Neufahrzeuge sowie einer Stabilisierungsphase für das das neue Betriebskonzept mit einem deutlich erweiterten Verkehrsangebot will die BEG die Verkehrsleistungen in einem 2. Münchner S-Bahn-Vertrag erneut für vsl. rund zwölf Jahre vergeben und strebt dabei eine Aufteilung des Netzes in mehrere Lose an.


„Wir haben die verga­be­recht­lichen, plane­ri­schen, techni­schen und wettbe­werb­lichen Rahmen­be­din­gungen einer Vergabe der S-Bahn München angesichts der außer­or­dent­lichen Komple­xität und Bedeutung dieses Netzes mit Hilfe externer Gutachter eingehend analy­siert und uns schließlich für diesen Drei-Stufen-Plan entschieden“, erklärt Johann Niggl, Geschäfts­führer der BEG. Ziel ist es zwar grund­sätzlich, das Wettbe­werbsnetz „S-Bahn München“ auch für Mitbe­werber der DB Regio attraktiv zu gestalten.

Aller­dings übersteigt die Verkehrs­leistung schon heute, ohne die geplante 2. Stamm­strecke, den Umfang aller sonstigen Wettbe­werbs­netze im Freistaat. Die Zugdichte in der heutigen Stamm­strecke ist während der Haupt­ver­kehrszeit mit 30 Zügen pro Stunde und Richtung unter den deutschen S-Bahn-Netzen einmalig, zugleich führen auf den Außenästen die zahlreichen einglei­sigen Abschnitte und die Beein­flussung durch Güter-, Regional- und Fernver­kehrszüge zu außer­or­dentlich komplexen Betrieb­sab­läufen. „Die Betriebs­sta­bi­lität ist zu jedem Zeitpunkt das oberste Ziel all unserer Planungen“, betont Niggl. Die Option, das Netz in einzelnen Losen auszu­schreiben, um in den nächsten Jahren mehr Wettbewerb zu ermög­lichen, hält die BEG vor der Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke für nicht prakti­kabel. Die Risiken für die Betriebs­sta­bi­lität seien zu hoch.

Abhän­gigkeit zu den Planungen zur 2. Stamm­strecke

Die Planungen der BEG hängen entscheidend vom Bau der 2. Stamm­strecke ab, deren Inbetrieb­nahme im Jahr 2025 vorge­sehen ist. Mit Nutzung der 2. Stamm­strecke sollen die jährlich vom Betreiber der Münchner S-Bahn zu erbrin­genden Zugki­lo­meter von 20 stufen­weise auf rund 26 Millionen steigen. „Dies erfordert eine Ergänzung der Fahrzeug­flotte. Dazu benötigen wir einen ausrei­chenden zeitlichen Vorlauf“, erklärt Niggl.

Zweijäh­riger Übergangs­vertrag ab 2018

Vor der Vergabe des 1. Münchner S-Bahn-Vertrags müssen noch Grund­satz­fragen zu Themen wie Brutto­vertrag, Flotte­ner­wei­terung, Vertrags­laufzeit geklärt werden. „Deshalb haben wir beschlossen, ab Januar 2018 einen zweijäh­rigen Übergangs­vertrag abzuschließen“, so Niggl. Bereits hierfür prüft die BEG punktuelle Fahrplan­ver­bes­se­rungen sowie verein­zelte Kapazi­täts­er­wei­te­rungen und strebt eine schärfere Überwa­chung verschie­dener Quali­täts­merkmale an; im Detail werden diese jedoch erst nach Abschluss der Verhand­lungen feststehen. Wie Anfang Februar im Amtsblatt der Europäi­schen Union bekannt­ge­geben, plant die BEG, den Übergangs­vertrag mit DB Regio abzuschließen, weil u. a. aufgrund der bei DB Regio bereits vorhan­denen rund 250 S-Bahn-Fahrzeuge kein anderer Betreiber aus Sicht der BEG für eine Übernahme der Verkehrs­leis­tungen schon ab Januar 2018 in Frage kommt. Jedoch können sich auch andere Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­nehmen melden, die der Auffassung sind, dass sie die Verkehrs­leis­tungen ebenfalls erbringen können.

1. Münchner S-Bahn-Vertrag (ab Dezember 2019):
Vergabe der Verkehrsleistungen ohne Aufteilung in Lose


Nach Ablauf des Übergangsvertrags will die BEG ab Dezember 2019 die komplette Verkehrsleistung an einen Betreiber vergeben, d. h. das Netz soll nicht in Ausschreibungslose aufgeteilt werden. Die Laufzeit des 1. Münchner S-Bahn-Vertrags ist abhängig von der 2. Stammstrecke und derzeit noch nicht endgültig festgelegt. „Wir wollen, dass der Betreiber zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke bereits über ein eingespieltes Team und ausreichende Erfahrungen mit dem S-Bahn-Betrieb in München verfügt“, so Niggl. „Denn nur dann kann er seine Aufmerksamkeit ganz den Herausforderungen widmen, die mit der neuen Infrastruktur und dem völlig neuen Fahrplankonzept verbunden sind.“ Die BEG hat sich deshalb dafür entschieden, den 1. Münchner S-Bahn-Vertrag über den Inbetriebnahmezeitpunkt der 2. Stammstrecke hinaus laufen zu lassen, damit die Inbetriebnahme der neuen Infrastruktur nicht mit einem Betreiberwechsel zusammenfällt. Während der ersten Phase nach Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke wird die BEG den Betrieb aufmerksam beobachten und die Erfahrungen bei der Ausschreibung des 2. Münchner S-Bahn-Vertrags berücksichtigen. Die BEG beabsichtigt, die Verkehrsleistungen für den 1. Münchner S-Bahn-Vertrag ab Dezember 2019 im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens zu vergeben und eine entsprechende Veröffentlichung im EU-Amtsblatt vorzunehmen.

2. Münchner S-Bahn-Vertrag (ab Anfang der 2030er-Jahre):
Vergabe der Verkehrsleistungen mit Losen angestrebt


Nach der Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke verbunden mit der Reali­sierung des zusätz­lichen Leistungs­an­gebots sowie dem Austausch der heutigen Fahrzeug­flotte durch eine neue Fahrzeug­ge­ne­ration liegen die notwen­digen stabilen Rahmen­be­din­gungen vor, um das Netz in einzelnen Losen zu vergeben. „Wenn Bau und Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke planmäßig verlaufen, könnte der 2. Münchner S-Bahn-Vertrag im Jahr 2032 in Kraft treten“, lenkt Niggl den Blick in die Zukunft.

Brutto­vertrag mit Anrei­z­ele­menten

Ohne öffentlichen Zuschuss wäre der bayerische Regional- und S-Bahn-Verkehr nicht wirtschaftlich zu betreiben. Während die BEG bisher mit den Verkehrsunternehmen grundsätzlich sogenannte Nettoverträge abgeschlossen hat, beabsichtigt sie, den 1. und 2. Münchner S-Bahn-Vertrag als Bruttovertrag mit Anreizelementen zu gestalten. Bei einem Nettovertrag behält das Verkehrsunternehmen die vollen Fahrgelderlöse. Da die Betriebskosten in der Regel höher sind als die Erlöse, erhält der Betreiber die Differenz aus den von ihm im Vorfeld kalkulierten Kosten und Erlösen – das sogenannte Bestellerentgelt. Die Höhe des Bestellerentgelts ist über die Laufzeit des Verkehrsvertrags festgeschrieben. So liegt es im Interesse der Verkehrsunternehmen, die bestmögliche Qualität zu bieten. Denn das bringt mehr Fahrgäste und schließlich mehr Erlöse. Bei einem Bruttovertrag bleiben die Fahrgelderlöse hingegen grundsätzlich beim Freistaat. Das Verkehrsunternehmen erhält ausschließlich das Bestellerentgelt, also die von ihm kalkulierten Kosten. Ohne die Erlöschancen liegt das Bestellerentgelt beim Bruttovertrag in der Regel höher als beim Nettovertrag. Auch hat das Verkehrsunternehmen wenig Anreiz, gute Qualität zu bieten. Der Bruttovertrag mit Anreizelementen ist ein Mischmodell: Es garantiert dem Betreiber ein festes Bestellerentgelt plus einen Bonus für besonders gute Leistungen, z. B. bei Fahrgaststeigerungen, Pünktlichkeit oder Sauberkeit. Bei besonders schlechten Leistungen wird das Bestellerentgelt gekürzt. So besteht ein Anreiz, die Qualität hochzuhalten. Gleichzeitig kommt ein steigendes Fahrgastaufkommen dem Freistaat und dem zukünftigen Betreiber gleichermaßen zugute.

„Der Vorteil des Netto­ver­trages kommt bei der Münchner S-Bahn nicht so zum Tragen, wie wir es gerne hätten“, so Niggl. Das starke Wachstum der Region München, die hohe Auslastung des Straßen­netzes und die Parkplatz­si­tuation führen fast zwangs­läufig zu einem steigenden Fahrga­stauf­kommen. Hinzu kommt, dass die Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke mit einer tiefgrei­fenden Umstellung des Betriebs­kon­zeptes einhergeht. Im Falle eines Netto­ver­trages müsste der künftige Betreiber bei der Angebot­s­er­stellung die hieraus resul­tie­renden Fahrgast- und Erlös­zu­wächse kalku­lieren. „Wegen der grund­le­genden Verän­derung des Fahrplan­kon­zepts ist das sehr schwierig und wäre voraus­sichtlich mit deutlichen finan­zi­ellen Risiko­auf­schlägen verbunden, zumal die Schätzung der Verkehrs­un­ter­nehmen bereits viele Jahre im Voraus erfolgen müsste“, erläutert Niggl. „Auch aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Münchner S-Bahn-Verträge nach dem Grund­prinzip eines Brutto­ver­trags mit Anrei­z­ele­menten zu gestalten.“

Brutto­ver­träge werden von anderen Bundes­ländern bzw. bei den meisten großen S-Bahnen bereits angewendet, z. B. in Berlin und Hamburg sowie im Rhein-Main- und Rhein-Ruhr-Gebiet.
Quelle: Presseinformation der BEG vom 03.02.2017

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Moder­ni­sierte und zusätz­liche Fahrzeuge, Fahrplan­ver­bes­se­rungen und Quali­täts­an­reize
S-Bahn München: BEG beabsichtigt, Übergangs­vertrag an DB Regio zu vergeben

DB Regio soll die S-Bahn München ab Anfang 2018 für zwei weitere Jahre betreiben. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, bestellt im Rahmen des Vertrags punktuelle Fahrplanverbesserungen sowie Kapazitätserweiterungen. So werden alle 238 S-Bahn-Fahrzeuge vom Typ ET 423 modernisiert, weitere bis zu 21 gebrauchte Fahrzeuge vom Typ ET 420 beschafft und insgesamt mehr Langzüge eingesetzt. Außerdem führt die BEG ein Anreizsystem zur Steigerung der Qualität ein, das Bonus- und Strafzahlungen für DB Regio beinhaltet.

MÜNCHEN. Der Aufsichtsrat der Bayeri­schen Eisen­bahn­ge­sell­schaft befasste sich gestern mit dem zweijäh­rigen Übergangs­vertrag für die S-Bahn München, vor dessen Verab­schiedung noch einige Details zwischen den Vertrags­par­teien BEG und DB Regio zu klären sind. Da es sich vorliegend um eine Direkt­vergabe handelt, schreibt die EU-Verordnung 1370/2007 vor, dass eine Überkom­pen­sa­ti­ons­prüfung des Angebots­preises durch­zu­führen ist. Nach Klärung der Details und Abschluss dieser – durch eine Wirtschafts­prü­fungs­ge­sell­schaft vorge­nom­menen – Prüfung kann der endgültige Zuschlag vergeben werden.

Im Rahmen des Übergangsvertrags werden bis zu 21 zusätzliche Fahrzeuge vom Typ ET 420 beschafft. Sie werden von DB Regio im Auftrag der BEG modernisiert und mit der nötigen Leit- und Sicherungstechnik versehen, damit sie durch den Stammstreckentunnel fahren können. Auch die bereits auf verschiedenen Außenästen eingesetzten 15 ET 420 werden entsprechend ausgerüstet, so dass künftig bis zu 36 dieser Fahrzeuge auf dem gesamten Münchner S-Bahn-Netz eingesetzt werden können. Damit stehen ab Dezember 2018 insgesamt mehr Fahrzeuge zur Verfügung, so dass dann einige Zugleistungen von zweiteiligen Vollzügen auf dreiteilige Langzüge umgestellt werden können. Künftig fahren die S8 von Pasing zum Flughafen sowie die S1 vom Ostbahnhof bis Neufahrn ganztägig mit Langzügen. Dazu kommen auf der S2 Ost und der S4 West einzelne zusätzliche Langzüge während der Hauptverkehrszeit. Der Übergangsvertrag sieht darüber hinaus die Modernisierung der kompletten Fahrzeugflotte vom Typ ET 423 vor. Der Innenraum der 238 Fahrzeuge wird umgestaltet und an die steigende Nachfrage angepasst. Mit dem Modernisierungsprojekt sollen vor allem vorhandene Kapazitäten besser genutzt und eine höhere Betriebsstabilität erreicht werden. Ein offeneres Raumkonzept soll für einen schnelleren Fahrgastwechsel und eine bessere Verteilung der Fahrgäste sorgen. Darüber hinaus werden die Fahrzeuge mit einem neuen Fahrgastinformationssystem ausgerüstet. Für mehr Sicherheit sorgen neue Festhaltemöglichkeiten, mehr Transparenz durch eine offenere Gestaltung des Fahrgastraumes sowie ein neues Lichtkonzept. Zudem werden die Mehrzweckbereiche so umgestaltet, dass es weniger Nutzungskonflikte zwischen Radfahrern, Rollstuhlfahrern, Personen mit Kinderwagen und anderen Fahrgästen gibt (siehe auch Presseinformation „Fahrzeugflotte der S-Bahn München wird modernisiert“ vom 6. Juli 2017 und www.bahnland-bayern.de/beg).

Erweitertes Fahrplanangebot

Der Übergangsvertrag sieht außerdem punktuelle Fahrplanverbesserungen vor: Ab Ende 2017 wird es einen durchgehenden 20-Minuten-Takt am frühen Nachmittag auch auf den Außenästen von bzw. nach Erding, Tutzing, Mammendorf und Petershausen geben sowie eine neue Frühfahrt der S8 zum Flughafen ab Pasing um 02:25 Uhr. Am frühen Abend profitieren Fahrgäste zwischen Erding und Markt Schwaben von zwei zusätzlichen Fahrten. Eine nachmitttägliche Pendelfahrt zwischen Dachau und Altomünster an Schultagen wird künftig auch in den Schulferien angeboten.

Festgeschrieben werden im Übergangsvertrag die bereits zum vergangenen Fahrplanwechsel erfolgten Verbesserungen im Berufsverkehr am Freitagnachmittag mit Verstärkerzügen für den 10-Minuten-Takt sowie die Beseitigung von Taktlücken bei der S7 Richtung Wolfratshausen am frühen Nachmittag. Vertraglich fixiert wird im Übergangsvertrag auch der Linientausch der S4/S6 Ost ab Ende 2017, der bereits im März angekündigt wurde (siehe auch Presseinformation „S-Bahn München: Linientausch ab Dezember 2017 bringt spürbare Verbesserungen für die Fahrgäste der heutigen S 4 Richtung Ebersberg“ vom 10. März 2017).

Anreize für mehr Qualität

Im Rahmen des Übergangsvertrags wird die S-Bahn München nunmehr komplett in das Qualitätsmesssystem der BEG integriert. Mit Hilfe von Tests und Befragungen misst die BEG bereits seit einigen Jahren die Servicequalität der S-Bahn. Künftig haben diese Ergebnisse auch unmittelbare finanzielle Auswirkungen auf den Betreiber DB Regio. Liegt die S-Bahn unterhalb der vereinbarten Qualitätsstandards, muss DB Regio Strafzahlungen an die BEG leisten. Werden die Anforderungen übererfüllt, erhält das Unternehmen einen finanziellen Bonus.

„Mit diesem Anreiz­system für mehr Qualität erzielen wir in anderen Netzen bereits gute Ergeb­nisse“, sagt Johann Niggl, Sprecher der Geschäfts­führung der BEG. „Seit Jahren steigt die Qualität im bayern­weiten Durch­schnitt konti­nu­ierlich.“ Berück­sichtigt werden im Quali­täts­mess­system die Sauberkeit der Fahrzeuge, die Fahrgast­in­for­mation, die Funkti­ons­fä­higkeit der Ausstattung sowie die Kunde­n­ori­en­tierung bei Beschwerden.

Wettbewerbsnetz S-Bahn München wird in drei Stufen vergeben

Wie bereits bekannt, vollzieht die BEG aufgrund der außerordentlichen Komplexität und Bedeutung dieses Netzes die Vergabe der S-Bahn München in drei Stufen. Dem zweijährigen Übergangsvertrag folgt ab Dezember 2019 der 1. Münchner S-Bahn-Vertrag (siehe auchPresseinformation „BEG startet Ausschreibungsverfahren zum 1. Münchner S-Bahn-Vertrag“ vom 6. Juli 2017). Damit will die BEG die gesamten Verkehrsleistungen der S-Bahn München für eine Laufzeit von voraussichtlich zwölf Jahren erstmals im Wettbewerb vergeben, allerdings noch ohne Aufteilung in Lose. In die Laufzeit dieses Vertrags fällt die Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke sowie der Ersatz der heutigen Fahrzeugflotte durch Neufahrzeuge. Derzeit läuft bereits der Teilnahmewettbewerb für den 1. Münchner S-Bahn-Vertrag. In der zweiten Jahreshälfte erhalten die Bieter, welche sich für das weitere Verfahren qualifiziert haben, die Leistungsbeschreibung, um die Angebote zu erstellen.

Anschließend will die BEG die Verkehrsleistungen in einem 2. Münchner S-Bahn-Vertrag erneut für voraussichtlich rund zwölf Jahre vergeben. Zuvor muss sich allerdings das neue Betriebskonzept, das die Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke umfasst, stabilisieren. Bei diesem Vertrag strebt die BEG eine Aufteilung des Netzes in mehrere Lose an. Das heißt, das S-Bahn-Netz soll dann in verschiedene Teilnetze aufgeteilt werden, um deren Betrieb sich unterschiedliche Eisenbahnverkehrsunternehmen bewerben können. Das macht die Ausschreibung auch für kleinere Unternehmen attraktiv (siehe auch Presseinformation „BEG vergibt S-Bahn München in drei Stufen“ vom 3. Februar 2016).
Quelle: Presseinformation der BEG vom 06.07.2017

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Wettbe­werb­sprojekt S-Bahn München
BEG startet Ausschrei­bungs­ver­fahren zum „1. Münchner S-Bahn-Vertrag“

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahn-Verkehr im Auftrag des Freistaats plant, finanziert und kontrolliert, hat das Vergabeverfahren zum Wettbewerbsprojekt „1. Münchner S-Bahn-Vertrag“ eröffnet. Mit der Veröffentlichung der Bekanntmachung im Amtsblatt der Europäischen Union am 17. Juni 2017 startete der Teilnahmewettbewerb. Der 1. Münchner S-Bahn-Vertrag soll an den zweijährigen Übergangsvertrag anschließen. Er soll im Dezember 2019 beginnen und eine Laufzeit von voraussichtlich zwölf Jahren haben. In die Laufzeit des Vertrages fallen die Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke sowie der Ersatz der heutigen Fahrzeugflotte durch Neufahrzeuge. Der Vertrag sieht keine Aufteilung in Lose vor. Das bedeutet, die kompletten Verkehrsleistungen der S-Bahn München sollen an einen Betreiber vergeben werden. Oberste Priorität hat die Gewährleistung der Betriebsstabilität des komplexen Netzes.

MÜNCHEN. Im Rahmen des 1. Münchner S-Bahn-Vertrages sollen die Verkehrs­leis­tungen für das gesamte Streckennetz der S-Bahn München neu vergeben werden. Er soll im Dezember 2019 beginnen und eine Laufzeit von voraus­sichtlich zwölf Jahren haben. Eine Aufteilung in Lose ist nicht vorge­sehen. „Die S-Bahn München ist mit über 800.000 Fahrgästen an einem durch­schnitt­lichen Werktag schon heute das mit Abstand größte Netz im bayeri­schen Schie­nen­per­so­nen­nah­verkehr und auch wohl das komple­xeste S-Bahn-System in ganz Deutschland“, erklärt Johann Niggl, Sprecher der Geschäfts­führung der BEG. „Das Netz in einzelnen Losen auszu­schreiben, halten wir im Interesse der Fahrgäste vor Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke für nicht vertretbar.“ Das bereits heute bis an die Grenzen ausge­lastete S-Bahn-System – künftig noch verschärft durch die Baumaß­nahmen für die 2. Stamm­strecke – mit mehreren Unter­nehmen zu betreiben, gefährde die Betriebs­sta­bi­lität in erheb­licher Weise. Hinzu komme Mitte der 20er-Jahre das Einschleifen einer neuen Fahrzeug­ge­ne­ration während des laufenden Betriebes.

Um die Inbetrieb­nahme der 2. Stamm­strecke und die Umsetzung des neuen Betriebs­kon­zeptes mit der Erhöhung des Zugan­ge­botes von gut 20 auf rund 29 Millionen Zugki­lo­meter pro Jahr so reibungslos wie möglich zu gestalten, wird der 1. Münchner S-Bahn-Vertrag eine gewisse Zeit über den Inbetrieb­nah­me­zeit­punkt der 2. S-Bahn-Stamm­strecke hinaus laufen. „Nur dadurch können wir die leider nicht ganz seltenen Inbetrieb­nah­me­pro­bleme minimieren“, betont Niggl.

Zwei Betriebsstufen

Der 1. Münchner S-Bahn-Vertrag sieht zwei Betriebs­stufen vor:

Die Leistungen der Betriebsstufe 1 (bis zur Inbetriebnahme der 2. S-Bahn-Stammstrecke) entsprechen grundsätzlich den Anforderungen des zweijährigen Übergangsvertrages, der ab Anfang 2018 starten soll (siehe auch Presseinformation „S-Bahn München: BEG beabsichtigt, Übergangsvertrag an DB Region zu vergeben“ vom 6. Juli 2017). Grund hierfür sind sowohl die infrastrukturellen Randbedingungen bis zur Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke als auch die begrenzte Anzahl an zur Verfügung stehenden S-Bahn-Fahrzeugen. Neben punktuellen Fahrplanverbesserungen und einzelnen Kapazitätserweiterungen werden bereits im Übergangsvertrag zusätzliche Anreizkomponenten für mehr Pünktlichkeit und Qualität gesetzt. Außerdem sieht dieser die Modernisierung der kompletten Fahrzeugflotte vom Typ ET 423 vor. Dadurch sollen vor allem vorhandene Kapazitäten besser genutzt, eine höhere Betriebsstabilität erreicht, die Fahrgastinformation verbessert und die Sicherheit erhöht werden. Im Rahmen des Übergangsvertrags werden darüber hinaus bis zu 21 zusätzliche Fahrzeuge vom Typ ET 420 beschafft und - ebenso wie die bereits heute auf verschiedenen Außenästen eingesetzten 15 Fahrzeuge dieses Fahrzeugtyps - für die Fahrt durch den Stammstreckentunnel ertüchtigt.

Mit Inbetriebnahme der 2. S-Bahn-Stammstrecke kann Betriebsstufe 2 realisiert werden. Erst mit deren Fertigstellung kann die BEG das Angebot für die Fahrgäste spürbar verbessern und deutlich mehr Verkehrsleistungen bestellen. Das Startkonzept sieht unter anderem eine Steigerung von heute rund 950 auf künftig rund 1.250 Zugfahrten pro Tag durch die beiden Stammstreckentunnel vor. Die im Münchner S-Bahn-Netz zurückgelegten Zugkilometer pro Jahr werden um rund 45 Prozent erhöht. Der Grundtakt auf den meisten Linien soll von 20 auf 15 Minuten wechseln. Zusätzlich sollen Express-S-Bahnen nach Mammendorf, Herrsching, Ebersberg und zum Flughafen im 30-Minuten-Takt verkehren. Darüber hinaus sollen sogenannte Regional-S-Bahnen eingeführt werden. Diese fahren weit über das heutige MVV-Gebiet hinaus - nämlich nach Buchloe und Landshut sowie – im Wechsel mit der Express-S-Bahn nach Mammendorf - in Richtung Mering/Augsburg (siehe auch „Mehr S-Bahn für München und die Region. Das Betriebskonzept der S-Bahn ab Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke.“).

Bruttovertrag, Neufahrzeugfinanzierung und Kapitaldienstgarantie

Die BEG beabsichtigt, einen Bruttovertrag abzuschließen. Das bedeutet, die Erlösrisiken und -chancen liegen dann nicht mehr beim Verkehrsunternehmen, sondern beim Freistaat. Das Verkehrsunternehmen erhält ein Bestellerentgelt, also die von ihm kalkulierten Kosten zuzüglich Wagnis- und Gewinnzuschläge. Erhöhungen der Infrastrukturgebühren sowie der Energie- und Personalkosten trägt gleichfalls die BEG. Damit das Verkehrsunternehmen gleichwohl ein wirtschaftliches Eigeninteresse an zufriedenen Fahrgästen hat, wird der Bruttovertrag durch Anreizelemente ergänzt.

Im Rahmen des Wettbewerbsverfahrens zum 1. Münchner S-Bahn-Vertrag ist vorgesehen, dass zunächst gebrauchte, stammstreckentaugliche S-Bahn-Fahrzeuge eingesetzt werden können, die dann sukzessive durch eine neue Fahrzeuggeneration ersetzt werden sollen. Da die Beschaffung von Neufahrzeugen hohe Investitionen erfordert, beabsichtigt die BEG, dem Verkehrsunternehmen, welches die Fahrzeuge beschafft, finanzielle Risiken teilweise abzunehmen und somit dessen Planungssicherheit zu erhöhen. „Um zusätzlich möglichst günstige Finanzierungskonditionen zu erhalten, will die BEG die für die Beschaffung der Neufahrzeuge erforderliche Finanzierung selbst organisieren und dem künftigen Betreiber des S-Bahn-Netzes beistellen“, erklärt Thomas Prechtl, Geschäftsführer der BEG. Der Freistaat erleichtere die Finanzierung zudem durch eine Kapitaldienstgarantie. Diese Garantie des Freistaats schließt den Zahlungsausfall des Verkehrsunternehmens gegenüber dem Finanzier aus. Dadurch verspricht sich die BEG günstigere Finanzierungskonditionen. Hinzu kommt das Instrument der Wiedereinsatzgarantie, die gewährleistet, dass die im 1. Münchner S-Bahn-Vertrag beschafften Neufahrzeuge auch im Folgevertrag zum Einsatz kommen. Bei einem möglichen Betreiberwechsel vom 1. zum 2. Münchner S-Bahn-Vertrag ist dadurch auch garantiert, dass die Fahrzeuge zu klar geregelten Bedingungen auf einen eventuellen neuen Betreiber übergehen.

Vergabeverfahren und Zeitplan

Die Vergabe der Leistungen erfolgt in einem europaweit bekanntgemachten Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb. Die Bewerber müssen im Teilnahmewettbewerb ihre Eignung für den zu vergebenden Auftrag, also insbesondere ihre wirtschaftliche und technische Leistungsfähigkeit, nachweisen. Diejenigen, die sich im Teilnahmewettbewerb für das weitere Verfahren qualifizieren, erhalten im dritten Quartal 2017 die Vergabeunterlagen einschließlich der detaillierten Leistungsbeschreibung. Die Betriebsaufnahme ist für Dezember 2019 geplant.

Mit Ende der Laufzeit des 1. Münchner S-Bahn-Vertrages, wenn sich das Betriebskonzept nach Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke stabilisiert hat, will die BEG die Verkehrsleistungen in einem 2. Münchner S-Bahn-Vertrag vergeben. Das S-Bahn-Netz soll dann in verschiedene Teilnetze aufgeteilt und in einzelnen Losen vergeben werden. Das macht die Ausschreibung auch für kleinere Unternehmen attraktiv.
Quelle: Presseinformation der BEG vom 06.07.2017
Gruß Tommy

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