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K-Wagen

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41

Montag, 30. Juli 2018, 18:40

streckentrenner:

Zitat

Mit Zerstörung der eigenen Infrastruktur meinte ich:
Muss zBsp ein Triebwagen in Frankreich bestellt, meintwegen in Katalonien zusammengenagelt, in Frankfurt fahren, wenn zeitgleich hierzulande tausende regionale Arbeitsplätze vernichtet werden, weil angeblich kein Auftragsvolumen da ist?

Welcher deutsche Schienenfahrzeugbauer schwebt dir denn vor? Doch nicht etwa Bomabardier oder Siemens?
Bombardier,- Bautzen ist gerade noch mal so davongekommen, da dort nun EBO Reisezugwagen gebaut werden.
Straßenbahnen werden soweit mir bekannt in Wien gebaut.
Görlitz sollte doch zum reinen Entwicklungsstandort eingedampft werden.
Siemens,- ich wage kühn zu behaupten, die Bauteile kommen aus aller Welt.
Ich finde das letzendlich auch in Ordnung, denn der katalanische Facharbeiter hat nicht das Bedürfnis Richtung Nordeuropa zu ziehen, wenn er in seiner Heimat Arbeit
findet.
Oder auch der tschechische Arbeiter der SKODA Bahnen zusammen baut.
Wir leben nun einmal in einer globalisierten Welt, das Einzige was möglicherweise noch "national" an einem Produkt ist, ist die Entwicklungsleistung des deutschen, französischen, tschechichen etc. Unternehmens.

Uli Nobe:

Zitat

Was mich jetzt mal belegbar interessiert: Welchen Einfluss hat denn tatsächlich die (meist ach so böse) Politik auf die Ausschreibungen? Welche effektiven Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der späteren Realität hat der Auftraggeber denn nun wirklich? Stichworte: Subunternehmertum, Sozialabgaben in Deutschland, Orts- und Sprachkenntnisse? Besteht tatsächlich die Möglichkeit, so tiefgreifende Einschränkungen und - mit Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung - Sanktionen vorzunehmen?

Nach meinem bescheidenen Wissen kann man eine Auschreibung schon so gestalten, dass nur bestimmte Firmen eine Chance haben sie zu gewinnen.
Bei Bauausschreibungen kann soweit mir bekannt, das Sub, Sub, Sub Unwesen oder auch die Entlohnung als Kriterium angeführt werden.

Generell ist es mir Wurscht, ob der Ausschreibungsgewinner eines Bus Bündels ein deutsches, türkisches oder senegalesisches Unternehmen ist.
Hauptsache die Qualität stimmt.
Da sei die faire Entlohnung bei gesundem Arbeitsklima an erster Stelle anzuführen.
Die Faher sollten der deutschen Sprache mächtig sein.
Die Fahrer sollten ihren Ticketverkaufsautomaten im Griff haben.
Sie müssen pünktlich sein.
Sie sollten ihre Strecke kennen.
Sie sollten höflich sein,- Stichwort Dienstleistungs Gedanke.
Die Fahrer sollten sich der Verantwortung Menschen zu befördern bewusst sein und nicht wie ein "Henker" fahren.
Die Fahrzeuge solten modernen Standards genügen und verkehrssicher sein.
Idealerweise zahlen die Angestellten in Deutschland Lohnsteuer und nicht "Dank" einer Arbeitnehmer Überlassung sonstwo bis gar keine Lohnsteuer und Sozialabgaben.

Denn ich als Kunde zahle ja schließlich auch einen gewissen Betrag um in den Genuß des Transportes von A nach B zu kommen.
Die Ausschreibung wurde ja gerade aus dem Grund erfunden um durch Wettbewerb eine bessere Qualität bei Einsparung von Geld zu erreichen.
Meiner Meinung nach ein Widerspruch an sich, solange der Preis im Vordergrund steht und nicht die von mir oben aufgeführten Erwartungen an Qualität.
So eine Gemeinde, die verpflichtet ist den Haushalt in Schach zu halten, kann sich dann schon vom billigsten Angebot verlocken lassen, dass Einbußen an Qualität erwarten lässt.
http://www.ginnheimer-kurve.de

Lasst endlich die Zweiachser wieder frei !

Charly

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42

Montag, 30. Juli 2018, 21:54

Da sei die faire Entlohnung bei gesundem Arbeitsklima an erster Stelle anzuführen.
Die Faher sollten der deutschen Sprache mächtig sein.
Die Fahrer sollten ihren Ticketverkaufsautomaten im Griff haben.
Sie müssen pünktlich sein.
Sie sollten ihre Strecke kennen.
Sie sollten höflich sein,- Stichwort Dienstleistungs Gedanke.
Die Fahrer sollten sich der Verantwortung Menschen zu befördern bewusst sein und nicht wie ein "Henker" fahren.
Die Fahrzeuge solten modernen Standards genügen und verkehrssicher sein.
Idealerweise zahlen die Angestellten in Deutschland Lohnsteuer und nicht "Dank" einer Arbeitnehmer Überlassung sonstwo bis gar keine Lohnsteuer und Sozialabgaben.
Du könntest fast eine Ausschreibung vorbereiten :D, doch Ernst beiseite, Spaß komm raus ;) . Man könnte sicher noch Punkte hinzufügen oder einzelne weiter spezifizieren, z.B. in Hinblick auf die Fahrzeugausstattung. Du hast einige der notwendigen Voraussetzungen auf die es ankommt aber schon genannt.

Es war ursprünglich Intention der EU, durch Ausschreibungen einerseits den Wettbewerb zu fördern und im Nahverkehr dadurch auch mittelständische Unternehmen zum Zuge kommen zu lassen, andererseits durch eben diesen Wettbewerb Kostenvorteile für die Gebietskörperschaften (Auftraggeber) zu erzielen um die unvermeidlichen Steuerzuschüsse für den ÖPNV zu verringern. Leider wurde das prioritäre Ziel den Mittelstand zu fördern dadurch nicht erreicht, weil die Auftraggeber die ihnen damit an die Hand gegebene Möglichkeit ihre Haushalte zu sanieren in den Vordergrund gerückt haben und in erster Linie den Preis als oberstes Auswahlkriterium heranziehen. Dadurch sind mittelständische Unternehmen oft nur dann zum Zuge gekommen, wenn Global-Player oder nationale Konzerne an den ausgeschriebenen Aufträgen aus irgendwelchen Gründen kein Interesse hatten. Von deratigem Background kann ich (mit Einschränkungen...) meinen Arbeitgeber DB AG nicht prinzipiell ausschließen, es liegt in der Natur der Sache, dass jeder große Konzern die Absicht hat den Markt zu dominieren.

Nationale oder internationale Konzerne wie z.B. der, dessen Tochterunternehmen die hier zitierte Viabus ist, haben jedoch alle Möglichkeiten jeden korrekt kalkulierenden Mittelständler mittels ihrer Kapitalmacht an die Wand zu drücken, notfalls unter Inkaufnahme jahrelanger, lokal oder regionaler begrenzter Verluste, die durch die Gewinne des Konzerns insgesamt aufgefangen werden können. Dies geschieht einmal um ein Bein in den entsprechenden Verkehrsmarkt zu bekommen (z.B. den der BRD), zum anderen mit dem Langfristziel sich eben diesen Verkehrsmarkt unter einander aufzuteilen, wenn es es einst erst gelungen ist, die in dem so entstandenen, scharfen Wettbewerb unterlegenen Mitbewerber zur Aufgabe zu zwingen um dann die Gunst der Stunde zu nutzen und sie günstig aufzukaufen.

Ist der Markt am Ende des Prozesses in der Hand nur weniger Teilnehmer, so geschieht das, was heute schon mehr oder weniger auf dem Energiemarkt passiert: Esso und Aral oder RWE und Vattenfall diktieren die Preise. Dann kann ein Kreis oder eine Gemeinde so schön ausschreiben wie er/sie möchten, es läuft immer auf das gleiche heraus. Am Ende zahlt er/sie für die Leistungen genau so viel, als hätte er/sie die Leistungen über die Jahre von den eigenen Kreis- oder Stadtwerken durchführen lassen. Damit wäre die gut gemeinte Intention der EU letztlich zunichte gemacht. Das Problem ist, dass für die von K-Wagen genannten Kriterien keine Mindestanforderung vorgeschrieben wurde, die Auftraggeber zwingend berücksichtigen müssten. Eine festgeschriebene Formulierung für Ausschreibungen gibt es soweit ich die Texte damals überlesen habe nicht.

Wenn ich als CDU-Abgeordneter in der Mehrheitsfraktion meines Kreistages (ich habe einen BMW 500 vor der Tür stehen...) nun über die Ausschreibung eines Regionalverkehrs abzustimmen hätte und mich dabei für den Haushalt meines Kreises verantwortlich fühle, würde ich dann den für die Ausschreibung zuständigen Beamten auferlegen wollen die Qualität der Leistungen an erste Stelle zu setzen? Ich glaube kaum...

Es ist bestimmt nicht einfach, eine Ausschreibung juristisch einwandfrei so zu gestalten, dass letztlich nur ein bestimmter (gewünschter) Bewerber gewinnen kann ohne dass andere das Verfahren anfechten könnten. Andererseits liegt es doch in der Macht der Gebietskörperschaften, bestimmte Qualitätskriterien für ihre Bürger (Wähler sind meistens auch Steuerzahler!!!) durchzusetzen, was leider nicht immer über den günstigsten Preis geht...

Es sieht doch so aus: das Bewusstsein (nicht nur angesichts der aktuellen Hitzewelle!) für den von der Menschheit verursachten Klimawandel ist (analog wie bei Donald Trump...) noch nicht bis in die letzten Hirnwindungen der Betonköpfe vorgedrungen und in der EU gibt es z.Zt. leider keine Einigkeit mehr, um derart notwendige Verbesserungen mehrheitlich durchzusetzen.

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43

Dienstag, 31. Juli 2018, 00:55

Wie wäre es, K-Wagens Kriterien in ein bundesweites Nahverkehrsgesetz aufzunehmen, das - analog zu den Bedienungsstandards des Frankfurter Nahverkehrsplans - noch um Mindestmerkmale der Bedienung ergänzt wird.

Das wären dann bundeseinheitliche Mindestkriterien für Ausschreibung und Bedienung, die auch von Bund und Länder finanziert werden. Damit eben nicht nur reiche Städte wie Frankfurt und Hamburg einigermaßen gute Nahverkehrsangebote schaffen, die Bürger armer Kommunen - wie etwa Duisburg - aber sich mit eher tristen Nahverkehrsangeboten zufrieden geben müssen, weil die Kommune kein Geld hat.

Geld ist genug da, wird nur - gern bleibe ich innerhalb des Verkehrsbereichs - falsch ausgegeben. Entweder für Prestigeprojekte wie Stuttgart21 oder für die Förderung kleiner Regionalflughäfen, die dann ganz stolz sind, wenn sie im Jahr etwa genauso viele Passagiere haben wie zentrale ÖPNV-Haltestellen von Großstädten am Tag.

Bei Durchsetzung der von K-Wagen aufgelisteten Kriterien haben regionale Unternehmen Vorteile, weil vom Fahrer bis zum Manager das Personal Ortskenntnisse hat und mit den regionalen Gegebenheiten vertraut sind.

44

Mittwoch, 1. August 2018, 09:06

Eigentlich keine schlechte Idee, bundeseinheitliche Standarts im ÖPNV.
Passend dazu müsste dann noch ein VVD - Verkehrsverbund Deutschland - eingeführt werden der mit einem System aus Zonen/Waben (Nahverkehr) und Fahrtstrecke (Fernverkehr) mit nur einem Fahrschein die mobilität in Deutschland gewährleistet.
Einheitliche Fahrpreise im gesamten Bundesgebiet, von einem Gremium gesteuert
Ausschreibungen würden bis auf Kreisebene herunter bleiben (die Kommunen wissen selbst besser, was sie benötigen - oder auch nicht 8| - und die Direktvergabe an kommuanle unternehmen sollte eigentlich Standart sein, um solche Geschichten wie in Pforzheim zu verhindern)

Tatrafan

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45

Mittwoch, 1. August 2018, 23:20

Das kann durchaus funktionieren - um es selber zu sehen, braucht man nicht mal besonders weit fahren: nur "nach nebenan", in die Niederlande. Im Grunde existiert so ein System dort bereits, und wohl auch recht erfolgreich.
Hinweis: Sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, spiegeln meine Beiträge nur meine persönliche Meinung. Diese muß nicht zwangsläufig der meines Arbeitgebers, irgendwelcher Institutionen oder von sonstwem entsprechen, sie muß auch nicht unbedingt jedem gefallen, ich lasse sie mir aber auch nicht verbieten oder madig machen und werde mich im Normalfall auch nicht dafür, daß ich eben eine eigene Sicht der Dinge habe, entschuldigen.

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46

Donnerstag, 2. August 2018, 01:09

Wobei in NL der Eisenbahverkehr nur abschnittsweise in die "Nationale Strippekaart" integriert ist. Korrigiert mich bitte, falls dieser Hinweis inzwischen überholt ist.

Auf Landesebene funktioniert das System einschliesslich der Regionalzüge der Bahn in Österreich, in der Schweiz (die dortigen Kantone sind aber deutlich kleiner als unsere Bundesländer) und in Schleswig-Holstein.

In Schleswig-Holstein hat der landesweite SH-Tarif für Besitzer der BahnCard 50 aber den Nachteil, dass es nur 25 % Rabatt gibt. Das gibt die auch im RMV vertraute Erfahrung, dass für viele Relationen ein Fernverkehrs-Ticket mit 50 % Rabatt deutlich billiger als ein Nahverkehrsticket ist. Eine ähnlich absurde Erscheinung ist, dass mit der BC50 eine Fahrkarte über die Landesgrenze SH / HH hinaus auch im Nahverkehr billiger ist. Das wären dann weitere Punkte, an denen gearbeitet werden sollte.

47

Donnerstag, 2. August 2018, 04:38

Was ich an der Schweiz immer wieder genial finde ist halt, das man an jedem Fahrkartenautomat (fast) für ALLE Verkehrsmittel ein Ticket bekommt - trotz eigener Tarifverbünde und unterschiedlicher Regelungen. Es muß mich schlicht nicht interessieren, da der Automat das für mich berücksichtigt und die günstigste Verbindung automatisch auswählt.

Luzern Innenstadt geht ab Basel genauso wie eine Fahrkarte direkt aufs Jungfraujoch oder sogar das Schilthorn - und das ist ne Seilbahn! Allerdings geht damit der automatische Schalter nicht und man muß sich beim Personal melden wenn die Karte nicht auf dem Swisspass gespeichert ist - mit dem geht es dann aber sogar wieder...
Um die Verteilung des Ticketpreises kümmert sich die SBB selber und ich brauche nur eine Fahrkarte für die Gesamtstrecke.
"Der Mensch, der so ehrbar im Einzelnen, aber so miserabel im Ganzen ist."
Johann Wolfgang von Goethe

K-Wagen

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48

Donnerstag, 2. August 2018, 15:41

Nochmal zum Thema Ausschreibungen. All zu eng dürfen sie wohl doch nicht gefasst werde

FNP Abschnitt "Kammer gibt Kanzlei Recht":

Zitat

Nach Mösingers Aussage war die Ausschreibung so eng und spezifisch formuliert, dass sie im Grunde zwangsläufig auf eine bestimmte Kanzlei, einen Mitbewerber, hinauslief. Das Kreisblatt legte die MBK-Stellungnahme gestern der RTW-Gesellschaft und dem RP schriftlich vor, bekam aber bis Redaktionsschluss kein Echo. Nach Angaben von Thomas Mösinger geht es um ein Auftragsvolumen von rund 3,5 Millionen Euro.

Ist zwar zu einer Ausschreibung im Rahmen der RTW, dürfte aber allgemein gültig sein.
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49

Donnerstag, 2. August 2018, 20:09

Wobei in NL der Eisenbahverkehr nur abschnittsweise in die "Nationale Strippekaart" integriert ist. Korrigiert mich bitte, falls dieser Hinweis inzwischen überholt ist.

Du könntest dich auch einfach mal informieren, bevor du irgendwelche Halbwahrheiten verbreitest. Die "Nationale Strippenkaart" ist bereits seit 7 Jahren Geschichte. Heute läuft fast alles über die OV-Chipkaart, mit wenigen Ausnahmen: Gültigkeit
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50

Freitag, 3. August 2018, 01:04

Okay, ich gebe zu, meine letzten Reisen in den Niederlanden waren vor etwa 10 Jahren - also noch vor 2011.

Das System scheint aber auch seine Tücken zu haben und etwas kompliziert zu sein, worauf die Hinweise auf vergessenes Auschecken und verschiedene Umsteigeregeln deuten.

DaniDADI

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51

Sonntag, 5. August 2018, 12:50

Ich bitte zu verzeihen, aber ich wollte nicht nationalistisch klingen mit meinen Forderungen.
Ich meinte damit, dass es keine Dumping Unternehmen mehr geben sollte, die nur im Sinn haben kleine Firmen aufzukaufen, um dann die Fahrer und Bediensteten beim geringeren Lohn weiter anzustellen. Um sich dann selst das Geld in die Taschen zu wirtschaften.
Damit meine ich, dass es per Gesetz verpflichtet werden sollte solche Unternehmen jedes halbe Jahr zu überprüfen, ob der Lohn zum bisherigen Betreiber der Linien gesunken ist.
Wenn das der Fall ist, dann sollte diesem Unternehmen dieses Linienbündel sofort entzogen werden und es sollte mit einer Speerklausel versehen werden, damit es nicht mehr an Auschreibungen teilnehmen darf.
So schafft man es, dass der ÖPNV für Finazheihe unaktraktiv wird, weil sie dann nur Geld verlieren.
Das beste wäre aber eine Tarifpflicht für alle Privaten Busunternehmen einzuführen, damit sie sich nicht dieser entgehen können und wer sich nicht dran hält darf sich auch nicht mehr an Ausschreibungen bewerben.
Wir brauchen ein Klima von: Ich verklage jetzt meinen Chef, wenn er mich veräppeln will und nicht wie es bisher ist.

52

Montag, 13. August 2018, 17:38

Ein Beispiel für eine übliche Ausschreibung in der Stadt Darmstadt bzw. im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist die Ausschreibung des Linienbündels Reinheim durch die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsgesellschaft (DADINA). Es geht um die Linien MO1 bis MO3, RH, RHX und NH, wobei die Linien aber letztlich egal sind.

Wir haben einen Auftraggeber, dieser legt – etwas überspitzt formuliert - als einziges Kriterium der Ausschreibung das Merkmal „Preis“ fest. Dazu kommen noch die Vorgaben aus dem DADINA-Nahverkehrsplan. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird aber – was allgemein bekannt ist – in der Praxis nicht kontrolliert.

Der Ausschreibung werden Fahrplanentwürfe beigefügt. Die darin vorgesehenen Fahrpläne sind Teil der Ausschreibung. Niemanden bei der DADINA interessiert, dass diese Fahrpläne nicht einzuhalten sind. Zu nennen sind zu kurze Wendezeiten an den Endhaltestellen (Linie MO1, und damit regelmäßig „Verspätung aus vorheriger Fahrt“). Weiter zu nennen ist die Fahrplangestaltung der Linie NH – der Bus wird in beiden Richtungen regelmäßig von der Odenwaldbahn am Darmstädter Ostbahnhof ausgebremst. Und für alle nach Darmstadt fahrenden Linien gilt: Die Fahrtzeit zwischen Ostbahnhof und Luisenplatz ist zu knapp bemessen. Die örtliche Politik verlässt sich dabei natürlich auf „ihre“ DADINA.

Zunächst einmal entwickelt sich die Sache positiv. Denn der Gewinner der Ausschreibung hat so günstig für den Auftraggeber kalkuliert, dass der Auftragnehmer an Samstagen und Sonntagen zusätzliche Fahrten auf der Linie MO 1 bestellen kann. Mehrkosten entstehen dadurch keine. Auch die von @tunnelklick erwähnte örtliche Politik steht natürlich durch die zusätzlichen Fahrten erstmal gut da.

Was passiert aber in der Folge: Da der Preis das einzige Kriterium ist, hat sich der Gewinner mit dem minimalst möglichen Buseinsatz beworben. Zusätzliche Busse zum Abfedern von Verspätungen sind natürlich beim minimalst möglichen Buseinsatz nicht vorgesehen. Die bisher relativ gute Pünktlichkeit des Linienbündels sinkt unter den neuen Betreiber massiv. Als Folge des ausschließlichen Kriteriums Preis wird (wohl) auch nur der Lohn bezahlt, der unbedingt bezahlt werden muss. Als Folge davon fahren auch Fahrer, die praktisch kein Wort Deutsch sprechen. Auch eine vernünftige „Einweisung“ in den Bus scheint bei Fischle offenbar nicht stattzufinden. Denn bei einer vernünftigen Einweisung, würde wohl so etwas wie neulich morgens nicht passieren:

Fischle-Bus fährt in die Haltstelle Schloss ein. Fahrgastwechsel ist erfolgt, aber die letzte Tür des Gelenkbusses schließt nicht. (Es steht niemand in der Lichtschranke) Busfahrer legt vorne mehrfach einen Schalter um, aber die Tür schließt halt nicht. Das mehrfache öffnen und schließen der vorderen und der mittleren Tür ändert auch nichts daran. Das einzige was dem Fahrer auf Deutsch einfällt, ist „Sch…“. Zu mehr reicht wohl auch das Deutsch nicht. Nach hinten zur Tür möchte er nicht gehen. Also steht der Bus an der Haltstelle, dahinter stehen mittlerweile H, K und die 3 und kommen alle nicht mehr weiter. Die Leitstelle wird nicht informiert, sprachlich ist das wohl auch nicht möglich. Auch sonst wirkt der Fahrer vollkommen hilflos, der Warnblinker des Busses ist ebenfalls nicht an. Die ersten Fahrgäste steigen aus. Nachdem der Bus ca. drei Minuten steht, kommt der Fahrer des H nach vorne gelaufen. Eine Verständigung ist nur per Gestik möglich, aber der HEAG-Fahrer sieht ja das Problem. Er drückt einen anderen Knopf und die Tür schließt sofort. Mit knapp 5 Minuten Verspätung geht es weiter.

53

Montag, 13. August 2018, 20:05

der Warnblinker des Busses ist ebenfalls nicht an.

Du meinst als Hinweis für den nachfolgenden Verkehr: "Hier geht es erst einmal nicht weiter" ?

54

Dienstag, 14. August 2018, 10:55


Der Ausschreibung werden Fahrplanentwürfe beigefügt. Die darin vorgesehenen Fahrpläne sind Teil der Ausschreibung. Niemanden bei der DADINA interessiert, dass diese Fahrpläne nicht einzuhalten sind.
...
Zusätzliche Busse zum Abfedern von Verspätungen sind natürlich beim minimalst möglichen Buseinsatz nicht vorgesehen.

Deine Schilderung lässt Fragen offen:
Wenn die Fahrpläne nicht einzuhalten sind, dann könnte sie auch der teuerste Anbieter nicht einhalten. Was also hat die Fahrplangestaltung mit dem kalkulierten Preis zu tun? Ich glaube kaum, dass das mit der Linie betraute Unternehmen, egal wie teuer oder billig es fährt, von sich aus zusätzliche Fahrzeuge vorhält, deren Einsatz nicht vergütet wird. Ich möchte bezweifeln, dass unter den Bedingungen einer Vergütung, die nach Fahrplan-Kilometern und Fahrplanstunden bemessen wird, unabhängig davon, ob das Verkehrsunternehmen wettbewerblich oder direkt beauftragt wird, Fahrzeuge mit Fahrern einfach mal so vorgehalten werden können.

Als Folge des ausschließlichen Kriteriums Preis wird (wohl) auch nur der Lohn bezahlt, der unbedingt bezahlt werden muss.

Glaubst Du denn, ein im Wege der Direktvergabe beauftragtes Unternehmen zahlt mehr als nur den Lohn, den es unbedingt zahlen muss? Tariftreue heißt, dass der Lohn gezahlt wird, den der Tarif vorschreibt. Und was hat die Höhe der Vergütung mit der Pünktlichkeit zu tun? Kann ein höher bezahlter Fahrer den Widrigkeiten des Verkehrs und Unzulänglichkeiten der Fahrplangestaltung besser widerstehen?

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tunnelklick« (14. August 2018, 10:57)


55

Dienstag, 14. August 2018, 18:28

der Warnblinker des Busses ist ebenfalls nicht an.

Du meinst als Hinweis für den nachfolgenden Verkehr: "Hier geht es erst einmal nicht weiter" ?
Genau, das meinte ich.

56

Donnerstag, 16. August 2018, 19:21

Glaubst Du denn, ein im Wege der Direktvergabe beauftragtes Unternehmen zahlt mehr als nur den Lohn, den es unbedingt zahlen muss? Tariftreue heißt, dass der Lohn gezahlt wird, den der Tarif vorschreibt. Und was hat die Höhe der Vergütung mit der Pünktlichkeit zu tun? Kann ein höher bezahlter Fahrer den Widrigkeiten des Verkehrs und Unzulänglichkeiten der Fahrplangestaltung besser widerstehen?
Es gibt ein Unternehmen im Landkreis DA-DI, das (wohl) einen etwas höheren Lohn zahlt, als es zahlen müsste. Und ein höher bezahlter Fahrer hätte meiner Meinung nach eine höhere Motivation in seinem Beruf. Gegen Widrigkeiten des Verkehrs hilft natürlich auch kein höheres Gehalt, das ist klar. Aber z.B. Freundlichkeit zu den Fahrgästen, Servicegedanke, pünktliche Bereitstellung des Busses bei der ersten Fahrt morgens - da sehe ich schon einen Zusammenhang mit der Bezahlung.Was passiert, wenn die Bezahlung überhaupt nicht stimmt, das haben wir hier im Landkreis DA-DI jahrelang bei der Fa. Werner gesehen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »olieisenbahn« (16. August 2018, 19:22)


DaniDADI

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57

Donnerstag, 23. August 2018, 10:53

Weitere Doku über das Thema ÖPNV

Ich habe gestern eine weitere Doku über das Thema ÖPNV gesehen.
Und die doku ist vom SWR.
So eine Doku wünsche ich mir auch vom HR.
Vor allem die Datenanalyse über alle Pendler der Stadt.
Hier der Link:
https://www.youtube.com/watch?v=_4MkiCh8oMI

58

Freitag, 24. August 2018, 20:11

Laut eines Berichts in der heutigen Hanauer Anzeiger Ausgabe - lag mir nur ANALOG vor, kommt die Vergabekammer erst im September - URLAUBSBEDINGT - zu einem Ergebnis.
Unter anderem hat sich laut dem Artikel Neubergs Bürgermeisterin Schröder wohl ganz schön über die KVG Main-Kinzig und den Interimsbetreiber Viabus beschwert.