Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Frankfurter Nahverkehrsforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Uli Nobbe

FNF-User

  • »Uli Nobbe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 193

Wohnort: Frankfurt am Main

Beruf: Irgendwas mit Ton und Licht

  • Nachricht senden

1

Montag, 12. November 2018, 20:35

Fahrgäste erleiden Kreislaufzusammenbruch in überfüllter Vlexx

Die Allgemeine Zeitung (AZ) Mainz berichtet am 12.11.2018 um ca. 18:20 Uhr über einen aus technischen Gründen verkürzten und überfüllten Zug der Vlexx auf der Linie RE 13.

Zitat

Mehrere Menschen sollen in dem komplett überfüllten Triebwagen starke Kreislaufprobleme bekommen haben, ein Fahrgast musste sogar vom Notarzt abgeholt werden. Hintergrund war, dass der Regionalexpress 13 nicht mit zwei oder drei Einheiten fuhr, sondern nur mit einem Triebwagen.

Zur Begründung wird die Sprecherin wie folgt zitiert:

Zitat

Vlexx-Sprecherin Svenja Reuther bedauert die Ereignisse, bestätigte auch, dass der Zug kürzer war als sonst: „Leider mussten wir die Zugleistung um 6.36 Uhr ab Alzey aufgrund einer Fahrzeugstörung kurzfristig mit geringerer Kapazität fahren.“ Ein Ersatzfahrzeug habe man kurzfristig nicht besorgen können.

Auf freier Strecke bei einem Halt vor einem roten Signal haben einige Fahrgäste die Türen notentriegelt, um so frische Luft in den Zug zu leiten. Dadurch hat sich die Weiterfahrt allerdings weiter verzögert.

Der gesamte Artikel, dem auch die Zitate entstammen, ist hier zu finden:
https://www.allgemeine-zeitung.de/lokale…-vlexx_19179189

2

Montag, 12. November 2018, 23:13

Die Ausfälle von Triebwagen häufen sich zunehmens in den letzten Wochen, siehe unter Anderem in folgenden Artikeln:

https://www.metropolnews.info/mp372919/k…bleme-mit-vlexx
https://www.allgemeine-zeitung.de/lokale…-alzey_19150321

Die reduzierte Kapazität betrifft auch die Verstärker auf dem RE2 (Frankfurt - Koblenz) und den RE3 (Frankfurt - Saarbrücken). Ein Beispiel: ein Werktags-RE3 bestand in der HVZ aus einem einzigen LINT54.

Laut Berichten vlexx-Geplagter handelt es sich nicht um den ersten Kreislaufzusammenbruch.

Hajü

FNF-User

Beiträge: 953

Wohnort: Frankfurt

Beruf: Container-Transporte (Bahn)

  • Nachricht senden

3

Montag, 12. November 2018, 23:45

Wenn ich mich richtig erinnere, fährt mindestens ein Vlexx-Lint bei der ODEG zwischen Berlin und Cottbus als HVZ-Verstärker. Auffällig auch, dass regelmässig Motorausfälle zu beobachten sind. Lint 54 läuft nur auf 2 Motoren (fast schon Standart, wenn mal mifährt).

4

Dienstag, 13. November 2018, 17:06

Extreme Hitze und Ausfälle von Klimaanlagen mal ausgenommen:

Ist die Belüftung von Zügen so schlecht ausgelegt oder spielen hier auch Gerüche und Psychologie im Zusammenhang mit vielleicht zu wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen eine Rolle für den Zusammenbruch?

Wenn ich schlechte Luft um mich habe, ist es zwar unangenehm und finde eine offene Tür schon angenehm, aber ich hatte nie das Gefühl, dass es mich ernsthaft belasten würde.
Von den rot-weißen wünsch ich mir:
RIS: Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4
und dann steh ich mit (max.) +5 (Min.) vor der Tür!

5

Dienstag, 13. November 2018, 17:17

Wenn ich es aus dem Artikel richtig herausgelesen habe, war die Heizung im Zug auf höchste Stufe gestellt, bei 13 Grad Außentemperatur. Da kann es bei einem rappelvollen Zug ganz schön warm werden.

MdE

FNF-User

Beiträge: 4 557

Wohnort: Im Einzugsbereich der TSB

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 13. November 2018, 18:54

Wenn ich es aus dem Artikel richtig herausgelesen habe, war die Heizung im Zug auf höchste Stufe gestellt, bei 13 Grad Außentemperatur. Da kann es bei einem rappelvollen Zug ganz schön warm werden.

Richtig gelesen, aber trotzdem noch keine Tatsache: Reine Interpretation eines Fahrgastes. Klar, dass bei so vielen Menschen im Zug Temperatur und Luftfeuchtigkeit steigen. Der Rest ist Psychologie.


Extreme Hitze und Ausfälle von Klimaanlagen mal ausgenommen:

Ist die Belüftung von Zügen so schlecht ausgelegt oder spielen hier auch Gerüche und Psychologie im Zusammenhang mit vielleicht zu wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen eine Rolle für den Zusammenbruch?

Wenn ich schlechte Luft um mich habe, ist es zwar unangenehm und finde eine offene Tür schon angenehm, aber ich hatte nie das Gefühl, dass es mich ernsthaft belasten würde.

Das trifft es auf den Punkt. Heut ist es einfach Mode, gesundheitliche Probleme vorzuschieben, um seinem Ärger vermeintlich mehr Gewicht zu verleihen oder schlicht besser dazustehen (siehe auch Allergien und Intoleranzen). Und wenn's damals im ICE geklappt hat (wie aber erwähnt bei Hitze und Klimaanlagenausfall), klappt's ja vielleicht auch im Vlexx...


...andererseits wird man oft auch kaum wahrgenommen, wenn man sich rein sachlich beschwert.

7

Dienstag, 13. November 2018, 19:44

Als jemand, dem ab 20 Grad schon die Brühe läuft, und der auch jetzt noch mit kurzen Ärmeln rum läuft, kann ich es voll und ganz verstehen. Es muß nicht voll sein, und es können Temperaturen sein, wo andere sich noch wohl fühlen, aber mir geht es schon schlecht.
Ich bin ja auch froh daß der Sommer vorbei ist..
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

8

Dienstag, 13. November 2018, 19:49

Braucht man jetzt einen bestandenen Gesundheits- und Fitnesstest, um am ÖPNV teilnehmen zu können?
Knallvolle Bahnen erlebe ich öfter, da können selbst zwei Haltestellen schon nervig genug sein. Aber ich kann mir das auf Fahrzeiten von mehr als 30, 45 min und mehr vermutlich nicht realitätsnah genug vorstellen. Vor allem, da die eingeteilten Fahrgäste vermutlich auch etwas wärmere Kleidung getragen haben dürften.

9

Dienstag, 13. November 2018, 20:12

Das beteiligte vlexx-Personal darf sich zumindest die Frage gefallen lassen, weshalb sie den Zug nicht hat räumen lassen. Eine mögliche Gesundheitsgefährdung für die Fahrgäste war war zu einem bestimmten Zeitpunkt absehbar.

10

Dienstag, 13. November 2018, 20:38

Das beteiligte vlexx-Personal darf sich zumindest die Frage gefallen lassen, weshalb sie den Zug nicht hat räumen lassen.


Wo denn? Das beteiligte Vlexx-Personal müsste sich dann auch die Frage gefallen lassen, wie es dazu kommt, Personen auf freier Strecke aussteigen zu lassen. Ob sie noch alle Tassen im Schrank hätten, würden sie gefragt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »tunnelklick« (13. November 2018, 20:38)


11

Dienstag, 13. November 2018, 21:28

Das beteiligte vlexx-Personal darf sich zumindest die Frage gefallen lassen, weshalb sie den Zug nicht hat räumen lassen.


Wo denn?


Hp. Waggonfabrik kurz zuvor bspw. Der Zug war aber nicht erst dort überfüllt, man hätte also sogar schon vorher eingreifen können. Der Rettungsdienst hätte es dann auch einfacher gehabt.

Uli Nobbe

FNF-User

  • »Uli Nobbe« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 193

Wohnort: Frankfurt am Main

Beruf: Irgendwas mit Ton und Licht

  • Nachricht senden

12

Dienstag, 13. November 2018, 21:45

Moment mal: Die Züge haben doch eine Klimaanlage, oder etwa nur eine Heizung?
Lassen wir die Psychologie mal außen vor und widmen uns den technischen Daten.

Ich habe mal die Daten für so einen Triebwagen im Internet gesucht und dabei folgendes gefunden (bitte korrigieren, wenn das falsch ist):
  • Sitzplätze: 172
  • Stehplätze: 166, bei allen belegten Klappsitzen und angenommenen 4 Personen / qm
= summa summarum 338 Pax im bumsvollen Triebwagen, sofern das so zulässig ist.

Es ist eine Binsenweisheit, dass jeder Mensch im Normalzustand (Büroarbeit etc.) ca. 100 Watt ungenutzte Energie an seine Umgebung abgibt (früher rechnete man mit 80 Watt, aber vielleicht sind wir ja im Laufe der Jahre überzuckert und energiereicher geworden).
Sei's drum: Hier hätte sich, rein rechnerisch, eine freie Energie im geschlossenen Raum von 33 kW angesammelt. Ja, ich weiß, ist Theorie, aber mal im Ernst: Welche Heizung schaltet da denn nicht ab, bzw., wenn eine Klimaanlage am Start war, wieso reagierte sie so schlecht oder vielleicht gar: Überhaupt nicht?

Okay, jetzt müssen die Thermodynamiker mal ran und meine simple Rechnung zerlegen - oder bestätigen. Lässt sich das in °C umformulieren?

13

Dienstag, 13. November 2018, 23:01

Was du machst, ist der Physikbeweis, der nur mit kugelförmigen Fahrgästen im Hochvakuum aufgeht. :D

Spaß beiseite, wenn die Steuerung für Heizung und Klimaanlage aufgrund eines Defektes der Meinung ist, heizen zu müssen, egal wie warm es drinnen und/oder draußen ist, dann pumpt sie so lange Wärmeenergie in den Innenraum, bis das Gleichgewicht hergestellt ist und sie den Innenraum nur noch in dem Maße erwärmen kann, wie Wärme durch Wände und Fenster entweicht.
Rechne nicht damit, daß das angenehm für die Fahrgäste ist. ;)
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

14

Dienstag, 13. November 2018, 23:22

erixx, eine andere Netinera-Tochter, hatte schon in Niedersachsen Probleme mit der Klimatisierung der LINT-Triebwagen. Dort war es zügig-kalt und es mussten Decken verteilt werden: https://www.az-online.de/uelzen/stadt-ue…te-5943069.html

Den selben Konstruktionsfehelr haben die vlexx-Lints leider auch. An den Fensterplätzen pustet einem die Lüftung ordentlich ins Gesicht.

Hajü

FNF-User

Beiträge: 953

Wohnort: Frankfurt

Beruf: Container-Transporte (Bahn)

  • Nachricht senden

15

Mittwoch, 14. November 2018, 07:31

Das gleiche Problem mit der Klimaanlage haben die LINT der HLB auf der Vogelsbergbahn ebenfalls.

16

Mittwoch, 14. November 2018, 07:53

Die Lint der HLB Königstein haben das Problem nicht. Im Gegenteil, die Klimaanlage funktioniert etwa so wie die Schiebetritte. Also im Schnitt 50 Prozent davon.
Wartung leiten die wohl von warten ab, weil die Fahrzeuge drauf warten, gewartet zu werden und die Fahrgäste warten, daß irgendwann mal der Betrieb dort ordentlich läuft. ;)
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

17

Mittwoch, 14. November 2018, 09:37


Hp. Waggonfabrik kurz zuvor bspw. Der Zug war aber nicht erst dort überfüllt, man hätte also sogar schon vorher eingreifen können.


Nach dem verlinkten Artikel wurde der außerplanmäßige Halt wegen eines Signals eingelegt, es stellt sich die Frage, ob der Lokführer am vorangegangenen Halt bereits wusste, dass und ggf. wie lange er würde warten müssen. Abgesehen davon ist niemand gezwungen, einen überfüllten Zug zu besteigen. Wenn man das tut, könnte man wissen, was einen u.U. erwartet.

18

Mittwoch, 14. November 2018, 10:59

Und was ist mit den Fahrgästen, die ggf schon im Zug stehen, irgendwo eingekeilt?

MdE

FNF-User

Beiträge: 4 557

Wohnort: Im Einzugsbereich der TSB

  • Nachricht senden

19

Mittwoch, 14. November 2018, 14:53

Halten wir doch fest: So oder so hätten Fluch und Schande die Vlexx und deren Personal getroffen. Egal ob man versucht, übervoll weiter zu fahren, keine neuen Fahrgäste einsteigen zu lassen oder gar den Zug komplett zu räumen. (Dann kommt es wieder zu tumultartigne szenen wie in Butzbach). Also wie man's macht, es ist verkehrt.

Bei der Temperatur spielt wie gesagt die Psychologie eine große Rolle. Dick in die Jacke eingepackt gibt keiner seine 100W an die Umgebung ab, sondern überhitzt sich selbst, besonders wenn der sichtbare Platz eng wird und die Luftfeuchtigkeit steigt, dann werden schon 22°C als unangenehm empfunden. Aber man könnte ja auch mal ne Jacke aufmachen, doch im Nachhinein meckern ist schöner. Und bei 22°C wird die Heizungssteuerung vielleicht sogar noch nicht mal abschalten, weil bei normalem Besatz an Fenstern und offenen Türen meist zu viel Wärme verloren geht.

Fahrzeugmangel kann man angesichts der gesetzlichen Vorgaben nur anteilweise dem EVU zurechnen, aber wer will schon die Zusammenhänge sehen.

Über die Effektivität kann man im Hochsommer bei knalliger Sonne diskutieren, aber dass es bei den HLB-LINT auch an den Fenstern zieht, sieht man alleine schon an der Staubsammlung rund um die Luftaustrittsdüsen.

20

Mittwoch, 14. November 2018, 15:06

Der Staub sammelt sich auch an, wenn nur die Lüftung oder die Heizung läuft. Es ging aber um die Klimaanlage...
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.