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Montag, 17. April 2006, 22:44

BVG: Straßenbahnzug binnen 10 Tagen großflächig zerkratzt und besprüht

Zitat



Erschreckendes Ergebnis des Tests
Straßenbahnzug binnen 10 Tagen großflächig zerkratzt und besprüht

Die Straßenbahn wurde so besprüht und zerkratzt, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden musste

Zehn Tage lang war der komplett instand gesetzte und gereinigte Niederflur-Straßenbahnwagen mit der Nummer 1103 im Liniennetz unterwegs, jetzt ist er so besprüht und zerkratzt, dass er aus dem Verkehr gezogen werden muss.

Vorzeitig, denn eigentlich sollte erst in sechs Tagen eine Auswertung erfolgen. Damit ist das "Ziel" des Vorher/Nachher-Tests in geradezu drastischer Weise erreicht worden: den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) ging es bei dem Versuch darum, zu zeigen, wie schnell ein sauberes und intaktes Fahrzeug von Scratchern und Graffitisprayern zerstört wird. Der Zug war hauptsächlich auf der Linie M6, zwischen U-Bahnhof Schwarzkopfstraße und Risaer Straße, im Einsatz.

Die Bilanz im Einzelnen:

  • sieben Fensterscheiben und der gesamte Innenraum der Straßenbahn zeigen auffallende Graffitischäden und sind von "tags" übersäht

  • fünf Scheiben sind durch eingeritzte Zeichen und Schriftzüge vollkommen zerkratzt

  • insgesamt sind in diesen 10 Tagen Schäden in Höhe von 2.001,32 EUR durch den Vandalismus entstanden.


Die auch schon üblichen Verunreinigungen sind in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt.

Im Rahmen des Tests wurde die Bahn erst nach 10 Tagen aus dem Betrieb genommen. Im regulären Betrieb muss jede einzelne Straßenbahn nach Betriebsschluss wieder instand gesetzt und von Graffiti befreit werden, "Leider ist dieser Test repräsentativ", sagte Ralf Baumann, stellvertretender Straßenbahndirektor bei der Vorstellung des beschmierten Zuges, "kaum haben wir unsere Fahrzeuge ordentlich wieder hergerichtet, fallen Scratcher, Sprayer und Vandalen schon wieder über sie her. Unsere Reinigungsbemühungen laufen ins Leere und kosten trotzdem Unsummen."

Allein im Jahr 2005 beliefen sich die reinen Vandalismus- und Graffitischäden der BVG auf 5,3 Millionen EUR.

Datum: 13.04.2006


Link zum Original: Klick
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Philipp

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2

Montag, 17. April 2006, 22:57

Wie wärs mit getarnten (d.h. vom Zielpublikum nicht leicht unterscheidbar) Sicherheitsdienstleuten in den Zügen, die sich die Burschen beim Vandalieren greifen? Alternativ würde ich auch vorschlagen, einen Straßenbahnwagen über Nacht in einer abgelegenen Ecke abzustellen und in der Umgebung mehrere Sicherheitsdienstler/Polizisten zu verstecken, die bei vollendetem Tatbestand zuschlagen und die Kundschaft einsammeln.

Es wäre sehr einfach, das Problem mit unkonventioellen aber dennoch legalen Methoden einzudämmen. Es braucht dazu nur die entsprechende Bereitschaft. Wenn die Vandalen sich zu keiner Tages- und Nachtzeit mehr sicher fühlen können, wird die Anzahl der Schäden sehr schnell stark zurückgehen.
Ich mag Kinder - ich könnte nur kein ganzes essen!

3

Dienstag, 18. April 2006, 09:41

Zitat

Original von Philipp
Es wäre sehr einfach, das Problem mit unkonventioellen aber dennoch legalen Methoden einzudämmen. Es braucht dazu nur die entsprechende Bereitschaft. Wenn die Vandalen sich zu keiner Tages- und Nachtzeit mehr sicher fühlen können, wird die Anzahl der Schäden sehr schnell stark zurückgehen.



Da stimme ich dir völlig zu. Wenn man schon die Bauernschläue mancher Vandalen zur Kenntnis nehmen muss, warum sollten die Verkehrsbetriebe nicht zum Schutz ihres Eigentums selbige beweisen dürfen?

Wollen wir aber wetten, dass irgendwer garantiert hergehen und z.B. die "Verhältnismäßigkeit" solcher Maßnahmen in Frage stellen oder Bedenken in der Art von "Generalverdacht gegenüber der Kundschaft" äußern würde? :D :rolleyes:
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california

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4

Dienstag, 18. April 2006, 17:58

Denkt Ihr wirklich das nur nachts Bahnen beschaedigt werden?
Es ist doch so das oft tagsueber mitten im Berufsverkehr Scheiben zerkratzt werden etc... und jeder sieht nur zu, tut aber nichts, um jeden Aerger aus dem Weg zu gehen. Ich denke hier sollte man ansetzen
Toleriere Deinen naechsten,denn Du bist anderst als er.
Gruss an alle ehemaligen Kollegen

5

Dienstag, 18. April 2006, 18:36

Zitat

Original von Philipp
Alternativ würde ich auch vorschlagen, einen Straßenbahnwagen über Nacht in einer abgelegenen Ecke abzustellen und in der Umgebung mehrere Sicherheitsdienstler/Polizisten zu verstecken, die bei vollendetem Tatbestand zuschlagen und die Kundschaft einsammeln.

Damit würde allerdings, ähnlich einer sogenannten "Diebesfalle" (der Wikipedia-Artikel dazu ist juristisch unbrauchbar), von Seiten des Eigentümers in die Beschädigung eingewilligt. Dieser stellt die Bahn nämlich gerade aus dem Grund in dieser Ecke ab, damit sie beschädigt wird (!), um Täter zu fassen. Das führt dann dazu, dass höchtens wegen versuchter Sachbeschädigung bestraft werden könnte. Bei entfernbaren Verunstaltungen sogar das erst seit der Neufassung des § 303 StGB vom 1.9.2005.
Freue mich über Euren Besuch auf meinem Kanal für Bahnvideos in HD auf YouTube

6

Dienstag, 18. April 2006, 19:11

Zu dem Punkt mit der Diebesfalle: War bzw. ist es nicht auch so, dass lediglich die Justiz befugt ist, in bestimmten Fällen eine solche zu arrangieren, bzw. einer solchen quasi "Schirmherrschaft" zu geben? Ich einnere mich ganz dunkel an etwas, das ich hierzu einmal gelesen habe.
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Dienstag, 18. April 2006, 23:26

Zitat

Original von jadefalcon
Zu dem Punkt mit der Diebesfalle: War bzw. ist es nicht auch so, dass lediglich die Justiz befugt ist, in bestimmten Fällen eine solche zu arrangieren, bzw. einer solchen quasi "Schirmherrschaft" zu geben? Ich einnere mich ganz dunkel an etwas, das ich hierzu einmal gelesen habe.

Das kann und darf schon jeder machen. Generell ist es aber schwierig nicht selbst Veranlasser von Straftaten zu werden, die sonst vielleicht gar nicht begangen worden wären. Noch stärker kommen natürlich dann rechtsstaatliche Bedenken auf, wenn der Staat Straftaten provoziert. Das ganz nennt sich übrigens "agent provocateur Problematik". Eine sehr ähnliche Konstellation ließ letztlich auch das NPD-Verbotsverfahren platzen, da die Parteiführung von V-Leuten infiltriert war.
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8

Dienstag, 18. April 2006, 23:32

Zitat

Original von Horst Honig
Das kann und darf schon jeder machen.



Ok, ich hatte mich nach deinen vorherigen Ausführungen nämlich gefragt, ob man unter diesem Aspekt nicht z.B. auch Telefon-Fangschaltungen theoretisch zumindest als Grenzfall werten könnte. Letztlich stellt ja auch eine solche eine "Falle" dar.
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9

Dienstag, 18. April 2006, 23:42

Würde es auch als solche Falle gelten, wenn man auf dem normalen Bertiebshof entsprechend versteckt Überwachung Einrichten würde, und dort zugreifen würde? Immerhin stehen die Züge nachts ja regulär dort.
Dank Petra werde ich zum Kunstkenner. Je öfter ich das Gebrabbel höre, desto mehr verstehe ich van Gogh.

10

Mittwoch, 19. April 2006, 08:36

Zitat

Original von jadefalcon
Ok, ich hatte mich nach deinen vorherigen Ausführungen nämlich gefragt, ob man unter diesem Aspekt nicht z.B. auch Telefon-Fangschaltungen theoretisch zumindest als Grenzfall werten könnte. Letztlich stellt ja auch eine solche eine "Falle" dar.

Die klassische Fangschaltung kann man als Privatperson beantragen, wenn man glaubhaft machen kann belästigt zu werden (§ 106 TKG).
Das Abhören von Gesprächen ist hingegen grds. nur dem Staat unter diversen Voraussetzungen erlaubt ("großer Lauschangriff"), siehe Art. 13 GG.

Zitat

Original von Colaholiker
Würde es auch als solche Falle gelten, wenn man auf dem normalen Bertiebshof entsprechend versteckt Überwachung Einrichten würde, und dort zugreifen würde? Immerhin stehen die Züge nachts ja regulär dort.

Das ist ok, damit provoziert man auf keinen Fall jemanden zu etwas, was er nicht sowieso machen würde. Überwachung bestehender Vorgänge ist grds. kein Problem. So sind die Abstellanlagen und Betriebshöfe z.B. der VGF auch komplett überwacht. Daher sind Graffiti bei deren Fahrzeugen auch äußerst selten, da die Täter das entweder wissen (Abschreckung) oder im Regelfall schon bei Tatbeginn entdeckt werden.
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